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Freiwillig setzte sich Anna Steckelberg für die Protestaktion der Lüneburger amnesty-Jugendgruppe hinter Gittern. In El Salvador können Frauen wegen Abtreibung für lange Zeit ins Gefängnis gesperrt werden. Foto: mm
Freiwillig setzte sich Anna Steckelberg für die Protestaktion der Lüneburger amnesty-Jugendgruppe hinter Gittern. In El Salvador können Frauen wegen Abtreibung für lange Zeit ins Gefängnis gesperrt werden. Foto: mm

Schülerin hinter Gittern +++ Mit LZplay-Video

mm Lüneburg. Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen setzten Schülerinnen der Lüneburger Jugendgruppe von amnesty international in der Bäckerstraße ein Zeichen. In einem Käfig hockte Anna Steckelberg aus der elften Klasse des Gymnasiums Oedeme. Der Hintergrund: In dem südamerikanischen Land El Salvador herrscht absolutes Abtreibungsverbot. Auch jede Frau, die durch Fehlgeburt ein Kind verloren hat, sei dort von Haft bedroht.

Die Aktion war Teil der amnesty-Kampagne „My body, my right“. In der Lüneburger Fußgängerzone hatten die Schülerinnen den Käfig aufgebaut, informierten Passanten über die Situation von Frauen in El Salvador, die ein Kind verloren haben. Sprecherin Esra Grun aus der 12. Klasse der Herderschule erklärt: „In El Salvador gibt es ein Abtreibungsverbot für Frauen sogar nach Vergewaltigungen. Teilweise bringen sich Frauen um, weil sie das Baby von dem Vergewaltiger gebären müssen.“ Oder sie treiben ab und landen dafür dann im Gefängnis. Die längste Strafe dafür seien 40 Jahre Haft. „Eine Frau hatte eine Fehlgeburt. Ihr wurde trotz fehlender Beweise eine Abtreibung unterstellt“, sagt Esra Grun.

4 Kommentare

  1. Simple approach is regrettably not valid

    “My body, my right”: und genau das ist der springende Punkt liebe Schülerinnen: es geht eben bei einer Abtreibung um die Abtötung eines „anderen Körpers“, „eines anderen Lebens“, nicht um den eigenen Körper.
    Dieser Spruch birgt ungewollt die gegensätzliche Wahrheit in sich, was sie eigentlich ausdrücken wollen.
    Unstrittig ist, dass es sich um Leben handelt, sobald die Befruchtung stattgefunden hat. Und trotzdem ist eine Tötung, ein Mord, innerhalb einer zeitlichen Limitierung erlaubt.
    Ich denke, dass unsere geltenden „Abtreibungsregelungen“ (hübsch verniedlichendes Vokabular für Tötungen) verschärft werden müssen.
    Vergewaltigungen etc. sind Extrembeispiele für die sicherlich eigenständige Lösungen gelten müssen.
    Mein Kommentar beizieht sich nicht auf ihr „Zielland“ El Salvador, sondern auf Deutschland.

    • das thema ist zu ernst, aber selten so gelacht. sind sie mann , oder frau? nur weil frauen bei uns die kinder kriegen, sollen sie nicht über ihren eigenen körper oder eigene lebensplanung bestimmen? männer sollten wohl mal öfters vergewaltigt werden, damit sie wissen, was los ist. ihre einstellung erinnert mich an die katholische kirche. da war doch mal was? was war das bloß? ach ja, kleine jungs wurden da ja nur beglückt, die konnten ja gottseidank keine kinder kriegen.

    • als moralapostel bekommen sie bestimmt den ersten preis. soll ich den papst mal fragen?

    • Der ethische Konflikt um den Schwangerschaftsabbruch ist den amnesty-Aktivisten sehr wohl bewusst, denn auch dem ungeborene Leben kommt schon das grundlegende Menschenrecht (Recht auf Leben) zu, deshalb kann es kein „Recht auf Abtreibung“ geben. Ein solches fordert amnesty auch nicht, sondern nur Straffreiheit für diese Tötung menschlichen Lebens in folgenden zwei Notfällen: Erstens – so wie es die katholische Kirche auch sieht – wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist (nicht einmal dann wird in El Salvador von Gefängnisstrafen abgesehen) und zweitens, wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung zustande kam, was in El Salvador sehr häufig ist aufgrund der Straflosigkeit von Vergewaltigungen gerade auch im familiären Bereich. Es gibt dort immer wieder viele minderjährige, unaufgeklärte durch Inzest schwanger gewordene Teenager. Die bei der Aktion in der Bäckerstraße vorgestellte Petition bezog sich auf die Zustände in El Salvador, über die Kommentatoren sich vielleicht erst einmal informieren sollten, bevor sie allgemeine Bemerkungen über das Thema Schwangerschaftsabbruch machen.