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Antje Bechly und Thomas Lux sind sich einig: Der Verbuchungstresen in der Jugendbücherei braucht einen zusätzlichen Arbeitsplatz, in Spitzenzeiten werden an einem Öffnungstag schon mal bis zu 700 Bücher registriert. Foto: t&w
Antje Bechly und Thomas Lux sind sich einig: Der Verbuchungstresen in der Jugendbücherei braucht einen zusätzlichen Arbeitsplatz, in Spitzenzeiten werden an einem Öffnungstag schon mal bis zu 700 Bücher registriert. Foto: t&w

Mehr Platz und neue Möbel

mm Lüneburg. Am zentralen Tresen in der Jugendbücherei herrscht eine Bücher-Flut. In Spitzenzeiten werden hier schon mal bis zu 700 Ausleihen verbucht in drei Stunden. „Manchmal geht es zu wie beim Discounter an der Kasse“, sagt Thomas Lux, Leiter der Ratsbücherei. Höchste Zeit für eine Veränderung. Das hohe Bücheraufkommen ließe sich besser bewältigen, wenn ein zusätzlicher Arbeitsplatz eingerichtet wird. Doch nicht nur an dieser Stelle müsse es Veränderungen geben, die Jugendbücherei Auf dem Klosterhof soll komplett saniert werden. Heute, Mittwoch, 26. November, wird darüber im Kultur- und Partnerschaftsausschuss abgestimmt.

Seit der Neueröffnung der Jugendbücherei in den ehemaligen Pfarrwitwenhäusern auf dem Klosterhof im Jahr 1987 wurde nicht mehr renoviert. Im Eingangsbereich fällt der Blick zur rechten Seite, zuerst auf schäbig wirkende Schließfächer, die sollten durch moderne ersetzt werden. Wichtiger für Thomas Lux und Antje Bechly, Leiterin der Jugendbücherei, ist aber die Modernisierung des Verbuchungstresens. Denn durch einen zusätzlichen Arbeitsplatz, der zeitweise besetzt werden soll, könne die Bücher-Flut eingedämmt, Ausleihen schneller wieder in Regale einsortiert werden. Im Schnitt gebe es 400 Entleihungen und 200 Besucher an einem Öffnungstag, sagt Antje Bechly.

Doch nicht nur der Verbuchungsplatz ist zu klein. Möbelstücke wie Stühle und Tische sind abgenutzt, Regale können nicht mehr verrückt werden, da Träger abgebrochen sind. Wände sind schmutzig, Teppiche müffeln. Im Erdgeschoss zeigt sich Salpeter, die Beleuchtung im Haus entspricht nicht mehr der DIN-Norm für Bibliotheksräume. Jetzt sollen die Lichter durch helle LED, der Teppichboden durch Linoleum ersetzt werden. Mehr Strahlkraft verspricht sich Antje Bechly auch von neuen Möbeln und gestrichenen Wänden.

Zudem ist geplant, einen Veranstaltungsraum für Kleinkindergruppen, Schulklassen, Leseclub und Bilderbuchkino mit moderner Technik aufzurüsten. Es müsse Sitzgelegenheiten für rund 30 Kinder und Jugendliche geben. In einem anderen Raum sollen Konsolen für Videospiele stehen, im Erdgeschoss der Kleinkinderbereich auf Vordermann gebracht werden. Angedacht sind neue Tische und Stühle, ein Krabbelteppich, neue Regale und Bilderbuchtröge. Nur im Erdgeschoss können Kinderwagen durchgeschoben werden, die anderen Etagen sind mit dem Gefährt und mit einem Rollstuhl nicht zu erreichen. Doch einen Fahrstuhl einzubauen, das sei nicht möglich. „Es ist eben ein denkmalgeschütztes Gebäude mit begrenzter Kapazität“, verdeutlicht Lux. Deshalb bieten die Bibliothekare für Rollstuhlfahrer einen Hol- und Bringdienst von Büchern und anderen Medien aus den oberen Etagen an.

Zur Finanzierung sagt Lux: „Wir haben eine Markterkundung zur Ausstattung durchgeführt. Von Seiten der Gebäudewirtschaft liegen belastbare Zahlen vor, die jetzt dem Kultur- und Partnerschaftsausschuss vorgestellt werden. Für die Sanierung sind im Haushaltsetat der Stadt 200000 Euro veranschlagt. Das Budget teilt sich auf in Eigenmittel, Zuwendung Dritter und Spenden. Der Freundeskreis der Ratsbücherei warb bei Sponsoren um finanzielle Unterstützung.

Thomas Lux erhofft sich von der Sanierung den gleichen Effekt wie durch die Modernisierung der Bücherei-Zweigstelle in Kaltenmoor. „Durch ein modernes Raumkonzept mit gutem Inhalt kann eine Bücherei durchaus nochmal Zuwachs bekommen.“ Die Sanierung sei ein lohnendes Investment, denn „mit einem begrenzten Mitteleinsatz kann über die Jahre die Frequenz noch erhöht werden“. Bereits vor zwei Jahren wurde der Medienbestand erweitert, es gibt auch elektronische Bücher und Hörspiele als Download. „Da sind wir bestens aufgestellt“, sagt Lux.