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Klinik-Inhaber Dr. Wolfgang Schäfer (kl. Foto, l.) und die Belegärzte Bernd Fischer (Mi.) und Dr. Peter Heß-Erdmann. Foto: nh
Klinik-Inhaber Dr. Wolfgang Schäfer (kl. Foto, l.) und die Belegärzte Bernd Fischer (Mi.) und Dr. Peter Heß-Erdmann. Foto: nh

60 Jahre Klinik Havemann: Pioniergeist am Feldweg

as Lüneburg. Die Barckhausenstraße war in Höhe der heutigen Hausnummer 57 noch ein Feldweg, die Flächen hinter dem Grundstück im Roten Feld waren noch unbebaut, als 1953 die Bagger anrollten. „Die Kollegen meines Schwiegervaters Dr. Günter Havemann, der damals Oberarzt der Chirurgie im städtischen Krankenhaus war, zeigten sich skeptisch, ob eine chirurgisch-gynäkologische Klinik außerhalb der Stadt von Patientinnen angenommen werden würde“, erinnert Dr. Wolfgang Schäfer. Doch Dr. Günter Havemann ließ sich davon nicht beeindrucken. Am 3. Oktober 1954 wurde die damalige Privatklinik eingeweiht. Und im Jahr ihres 60-jährigen Bestehens hat die Klinik die Weichen für die Zukunft gestellt, ein weiterer Belegarzt wird das Team um den Inhaber Dr. Wolfgang Schäfer vom kommenden Jahr an verstärken.

Am Anfang gab es nur ein Haupthaus, in dem Operationssaal, Küche, Verwaltung und sechs Zimmer mit 12 Betten untergebracht waren. „Angeboten wurde die gesamte operative Gynäkologie der damaligen Zeit sowie die Geburtshilfe“, berichtet Dr. Schäfer. Bereits zwei Jahre nach Eröffnung wurde die Privatklinik auf 23 Betten erweitert. Als Dr. Günter Havemann 1983 überraschend verstarb, entschied Dr. Wolfgang Schäfer mit seiner Frau Angela, die Internistin und Kardiologin ist, die Klinik zu übernehmen. Schäfer war bis dato als Oberarzt in der Gynäkologie der Uni-Klinik Kiel tätig gewesen. Damals sei es ihnen darum gegangen, „die Kontinuität zu erhalten“, sagt Schäfer. „Ich habe es nie bereut.“ Denn die Gynäkologie sei ein Fachgebiet, in dem man auch in einem kleineren Haus ausgezeichnete Medizin leisten und darüber hinaus den direkten Patientenkontakt intensivieren könne.

Mit dem Inhaberwechsel wurden auch neue OP-Techniken und Therapien eingeführt, Dr. Schäfer legte zusammen mit den Belegärzten Dr. Gottfried Miersch, Victor Uresti und später Dr. Bernd-Harald Kretschmer neben den operativen Standardverfahren den Schwerpunkt auf Brust-Chirurgie und die operative Behandlung von Mamma-Karzinomen. Als die Klinik 1994 in den Krankenhausplan des Landes aufgenommen wurde, war sie damit berechtigt, mit allen gesetzlichen Krankenkassen Verträge abzuschließen und auch gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln. Aus der Privatklinik wurde die Klinik Havemann, die neun Jahre später erneut auf Erweiterung setzte. Im Februar 2003 wurde das Haus um ein Stockwerk ausgebaut und modernisiert. Gleichzeitig verstärkten zwei neue Belegärzte das Team: Dr. Peter Heß-Erdmann und Bernd Fischer. „Mit ihnen wurde das Behandlungsspektrum um die Uro-Gynäkologie erweitert und es wurden weitere Techniken der Schlüssellochoperationstechnik eingeführt.“

In diesem Jahr nun das 60-jährige Bestehen der Klinik, an der sein ganzes Herzblut hängt, wie der Mediziner einräumt. Gefeiert wurde nur im kleinen Rahmen, denn Schäfer war nach einem schweren Unfall für vier Monate „außer Gefecht gesetzt“. Inzwischen ist er wieder „voll an Bord“ und freut sich auf die zukünftigen Aufgaben im Team. Auf das kommt es vor allem an, weiß er auch aus anderer Erfahrung. Denn Schäfer ist Rennyacht-Eigner der „Struntje Light“, er gilt als international anerkannter Hochseesegler und holte zahlreiche Titel und Top-Platzierungen bei großen Meisterschaften. An Bord wie auch in der Klinik geht nichts ohne ein gutes und verlässliches Team. Dieses wird ab Anfang 2015 David Garbe als zusätzlicher Belegarzt verstärken „und damit weitere Kompetenz im Sinne unserer Patienten einziehen“, sagt der Chef. Mit Blick auf die zunehmend schwierige Situation auf dem Krankenhaussektor sieht er sein „kleines Haus gut gewappnet für die Zukunft, und wir freuen uns über die anhaltend gute Kooperation mit dem Lüneburger Klinikum“.