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Das Modell eines virtuellen Kraftwerks, hier im Ausschnitt die Komponente Stadt, zeigt, an welchen Stellen Strom ein- und ausgespeist wird. Stromzeuger können danach ihre Anlagen so schalten, dass genügend Strom in produziert wird. Foto: Leuphana/nh
Das Modell eines virtuellen Kraftwerks, hier im Ausschnitt die Komponente Stadt, zeigt, an welchen Stellen Strom ein- und ausgespeist wird. Stromzeuger können danach ihre Anlagen so schalten, dass genügend Strom in produziert wird. Foto: Leuphana/nh

Wissenschaftspreis: Lüneburger Forscher verlieren im Finale

mm Lüneburg. Bei der Verleihung des Norddeutschen Wissenschaftspreises, dotiert mit 50000 Euro, musste sich das Forscherteam EnErgioN (Erneuerbare Energien in der Region Nord) von der Lüneburger Universität einer starken Konkurrenz aus Oldenburg geschlagen geben. Der Forschungsverbund Windenergie, an dem rund 600 Wissenschaftler beteiligt sind, bekam im Finale den Wissenschaftspreis von Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic im Alten Rathaus in Hannover überreicht. Die Lüneburger präsentierten sich als äußerst faire Verlierer.

„Für uns ist es eine Auszeichnung, mit einem viel kleineren Forschungsvorhaben in dieser Liga mitzuspielen. Ich bin beeindruckt von der Veranstaltung“, sagte Professor Thomas Schomerus als einer der drei wissenschaftlichen Leiter von EnErgioN. An dem Projekt sind bis zu 20 Forscher beteiligt, sie erstellten ein virtuelles Kraftwerk.

Das Lüneburger Projekt zur Erzeugung, Speicherung und Vermarktung erneuerbarer Energien in der Region startete im Februar 2012. Dafür wurden im Rahmen des Innovations-Inkubators an der Leuphana Mittel in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung verwendet. Eine Investition, die sich für die Gruppe von mehr als 15 Forschern bereits ausgezahlt hat, das soll es aber auch für Stromverbraucher und -erzeuger.

Durch das virtuelle Kraftwerk könnte eine dezentrale Steuerung der regionalen Stromproduktion ermöglicht werden. Dafür wurde ein Modell gebaut. Auf einer Platte sind verschiedene Komponenten wie Windkrafträder, Pumpspeicherwerk, Biogasanlage und Solarmodule dargestellt. Der Demonstrator kann auf einem Touch-Display beispielsweise anzeigen, wo gerade Energie ein- und ausgespeist wird, was passieren würde, wenn die Windkraft verdoppelt würde oder wie groß Energiespeicher sein müssten. Die Wissenschaftler untersuchten dafür technische, rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen. Die interdisziplinäre Ausarbeitung sei einzigartig.

Zum Nutzen erklärten die Forscher, dass ein virtuelles Netzwerk den Netzausbau eventuell beschränken könnte. Das Ziel von EnErgioN sei, „die Wertschöpfung in der Region zu erhalten und auszubauen“.

Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wird gemeinsam von den fünf Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg vergeben und soll erfolgreiche Kooperationen in der Wissenschaft würdigen. Die Forscher von EnErgioN arbeiteten mit der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg sowie einer Vielzahl von kleinen und mittleren Stadtwerkepartnern zusammen, darunter auch die Stadtwerke in Uelzen und Winsen.

Nominiert für den Wissenschaftspreis war auch die Forschungsallianz Batterie und Elektrochemie Norddeutschland von der Technischen Universität Braunschweig.