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Die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2014 zeigt mit stolzen Gesichtern (v. l.): Kanzleramts-minister Peter Altmaier als Laudator, Werner Spec, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, das in der Kategorie mittlerer Städte den 1. Preis erhielt, sowie Dr. Manfred Wilde (OB Delitzsch) und Ulrich Mädge (OB Lüneburg), Vertreter der beiden Top-3-Städte. Foto: sp
Die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2014 zeigt mit stolzen Gesichtern (v. l.): Kanzleramts-minister Peter Altmaier als Laudator, Werner Spec, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, das in der Kategorie mittlerer Städte den 1. Preis erhielt, sowie Dr. Manfred Wilde (OB Delitzsch) und Ulrich Mädge (OB Lüneburg), Vertreter der beiden Top-3-Städte. Foto: sp

Zweimal Nummer 2

sp Lüneburg. Mit großer Freude im Gepäck waren Vertreter der Hansestadt Lüneburg und der Leuphana Universität Lüneburg nach Düsseldorf zur Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises gereist. Die Freude nahmen sie auch mit zurück und je einen Glasquader als Anerkennung für die geleistete Arbeit in Sachen Nachhaltigkeit. Die jeweiligen ersten Preise die Hansestadt war nominiert in der Kategorie Städte mittlere Größe, die Universität in der Kategorie Forschung gingen an die Stadt Ludwigsburg beziehungsweise an das Forschungs-Konsortium ZINEG.

Enttäuscht? Keine Spur! Prof. Dr. Wolfgang Ruck brachte es am Abend während der Gala im Düsseldorfer Hotel Maritim auf den Punkt: „Zweimal zweiter Platz für Lüneburg, das ist doch super!“ Oberbürgermeister Ulrich Mädge ergänzte: „Die Veranstaltung bringt ein schwieriges, aber wichtiges Thema auf die ganz große Bühne, Lüneburg spielt vorne mit, das ist eine schöne Anerkennung.“

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die bedeutendste Auszeichnung ihrer Art in Europa. Auf einem Kongress hatten sich am Donnerstag und Freitag Nachhaltigkeitsexperten aus den unterschiedlichsten Bereichen ausgetauscht. Zum Abschluss rückte eine Gala alle Nominierten und Sieger, die erst am Abend bekanntgegeben wurden, in festliches Licht; zwischen Platz 2 und 3 wurde nicht unterschieden. Der Nachhaltigkeitspreis wird seit 2008 verliehen, seit 2012 honoriert er in eigenen Kategorien auch „die besten Ideen für die Städte der Zukunft“. Den jeweils ersten Preis erzielten hier die Großstadt Dortmund, die Gemeinde Furth bei Landshut sowie in der Kategorie Städte mittlerer Größe die Stadt Ludwigsburg. Alle drei Städte hatten sich auch zuvor schon einmal um den Preis beworben.

Mädge freut sich über das Abschneiden: „Dafür, dass wir zum ersten Mal dabei waren, ist das Ergebnis ein toller Erfolg.“ Die Hansestadt Lüneburg hatte es auf Anhieb unter insgesamt 65 Bewerber-Städten in die Endrunde geschafft. „Die Nominierung ist für uns aber auch ein Ansporn, noch besser zu werden. Nachhaltigkeit ist ja keine Eintagsfliege, sondern eine ständige Aufgabe, an der wir seit vielen Jahren mit wachsendem Engagement arbeiten. Das werden wir auch weiterhin tun, sei es in den Bereichen Mobilität, Umwelt, Konversion, sei es in punkto soziale und finanzielle Nachhaltigkeit.“

In der Begründung für die Nominierung der Hansestadt hob die Jury vor allem auf die Einrichtung eines kommunalen Nachhaltigkeitsmanagements in der Verwaltung ab, ebenso wie auf die Verzahnung innerhalb des Konzerns Hansestadt, mit dem Landkreis und der Universität sowie auf eine Vielzahl nachhaltiger Projekte, sei es im Bereich Mobilität, wie etwa beim Stadtrad, sei es bei den Bemühungen um Nachhaltigkeit in punkto, Bildung, Soziales, Integration.

Die Glückwünsche für diese Bemühungen nahm der Oberbürgermeister am Abend der Gala vor rund 1200 Gästen von Bundeskanzleramtsminister Peter Altmaier entgegen. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka gratulierte wenig später Dr. Ruck von der Leuphana.

Für ihr Engagement in Afrika und die Bemühungen, mehr jungen Frauen dort Bildung zu ermöglichen, wurde Popsängerin Nelly Furtado ausgezeichnet. Auch bei Alt-Bundespräsident Horst Köhler stand das Engagement für ein faires Miteinander Europas und Afrikas im Fokus der Ehrung. Schriftsteller Henning Mankell hielt die Laudatio. Er bezeichnete Horst Köhler als „wichtigen Brückenbauer zwischen Afrika und Europa“.

Köhler hatte während des Kongresses viele Zuhörer begeistert, darunter etwa Lüneburgs Nachhaltigkeitsbeauftragten Dr. Karl-Heinz Rehbein. Nach der Preisverleihung sagte Köhler, er sei wütend, wenn er sehe, dass die Zerstörung des Niger-Deltas durch Öl den Menschen dort die Lebensgrundlage nehme, während „wir es fertigbringen, tagtäglich darüber hinweg zu gehen“. Er appellierte für eine neue Sicht der Dinge: „Europa hat die Handelsschranken geschlossen.“ Ökonomie sei gut, aber „ohne Kultur, ohne Geschichtsbewusstsein geht sie in die Irre“.