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Architekt Gunnar Schulze freut sich über die Fortschritte am Haus Stintmarkt 3. Auch das Gebäude hatte vor einem Jahr unter dem Brand gelitten. Die Sanierungsarbeiten gehen voran, die Fassade zur Straße leuchtet nach altem Vorbild nun in hellem Grün. Foto: ca
Architekt Gunnar Schulze freut sich über die Fortschritte am Haus Stintmarkt 3. Auch das Gebäude hatte vor einem Jahr unter dem Brand gelitten. Die Sanierungsarbeiten gehen voran, die Fassade zur Straße leuchtet nach altem Vorbild nun in hellem Grün. Foto: ca

Neubeginn in Grün

ca Lüneburg. Das alte Lösecke-Haus soll erst wieder aufgebaut werden, die Vorbereitungen laufen. Sein linker Nachbar hat bereits einige Sanierungsarbeiten hinter sich. So konnte gerade das Baugerüst verschwinden, nun fällt der Blick auf die neugestaltete Fassade. Und die ist nicht mehr beige, sondern nach altem Vorbild aus dem 19. Jahrhundert hellgrün.

Vor einem Jahr hatten auch Nebengebäude unter dem gewaltigen Feuer und den Löscharbeiten gelitten. Die Feuerwehr hatte Abermillionen Liter Wasser auf die Häuserzeile gesprüht und verhindert, dass die Flammen sich weiterfressen konnten. So wurden Teile des Hotels Bergström wie die ehemalige Abtsmühle geschädigt und mussten saniert werden.

Architekt Gunnar Schulze berichtet, dass eben auch das Haus Stintmarkt3 die Auswirkungen zu spüren bekam: Ruß zog in Wände und Putz, das Mauerwerk, vor allem im Keller, saugte sich wie ein Schwamm mit Löschwasser voll. Die Eigentümerin erteilte Schulzes Büro den Auftrag, ein Sanierungskonzept zu entwickeln. Gleichzeitig soll das Gebäude modernisiert und besser gedämmt werden.

In den vergangenen Monaten war die Hülle dran: So mussten Fachwerkgefache in der Seitenmauer zum Teil erneuert werden, Zwischendecken verschwanden, Handwerker tauschten marode Bohlen und Balken aus, Vorder- und Rückfront erhielten einen neuen Schliff, Fenster wurden ersetzt. Darunter auch ein Oberlicht im Giebel, das nun als liebevolles Detail Verzierungen aufweist.

Der Kern des Gebäudes stamme aus dem 16. Jahrhundert, berichtet Schulze. Die Fassade sei im Stil des Klassizismus um 1860 vor das Gebäude gesetzt worden, damals in hellem Grün. Dieser historische Umbau ist im Moment gut von der Seite zu erkennen. Der Sockel, also das Erdgeschoss, erfuhr 1953 eine neue Anmutung. Damals wurden Schaufenster und Eingang anders gestaltet. Zur Ilmenau hin soll wieder eine Veranda entstehen, die ihren Ursprung im Jahr 1910 hatte. Die Innenarbeiten sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein.

Die Eigentümer investieren mehrere Hunderttausend Euro in die Arbeiten. Sie freuen sich, dass sie neben der Versicherungssumme auch einen Teil über Mittel aus der Städtebauförderung erhalten. Bekanntlich gehört der Stintmarkt zum Sanierungsgebiet Wasserviertel.

Wer in das Gebäude einziehe, sei noch unklar, sagt die Besitzerin. Es gebe Interessenten. Anders als vorher werde es aber keine Verbindung mehr zum Lösecke-Haus geben. Damals hatte die Trattoria einen Durchbruch geschaffen und dort Räume genutzt.