Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Architektin Elinor Schües (2.v.l.) übergab den symbolischen Schlüssel für das Familienzentrum Plus an Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas (r.). Mit ihm freuen sich Superintendentin Christine Schmid und Bürgermeister Eduard Kolle über das gelungene Projekt. Foto: t&w
Architektin Elinor Schües (2.v.l.) übergab den symbolischen Schlüssel für das Familienzentrum Plus an Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas (r.). Mit ihm freuen sich Superintendentin Christine Schmid und Bürgermeister Eduard Kolle über das gelungene Projekt. Foto: t&w

Ein Plus für Kinder und Eltern

as Lüneburg. Ganz schön aufregend war es gestern für Tylor (3), Isabelle (5), Tristan (3), Theodor (2) und die vielen anderen Kinder der Kita der St.-Michaelis-Gemeinde, die seit Anfang November im neuen Familienzentrum Plus Am Weißen Turm beheimatet ist. Zur offiziellen Schlüsselübergabe für das Haus, unter dessen Dach sich nun Kita und die diakonische Einrichtung MaDonna befinden, waren Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas und viele Vertreter von Kirche, Stadt und Landkreis gekommen, die sich die neuen Räume anschauten.

2000 Quadratmeter groß ist das Zentrum. In einem Flügel ist die Kindertagesstätte mit zwei Kita- und zwei Krippengruppen untergebracht, die von Angelika Grote geleitet wird. Im anderen Flügel ist nun MaDonna eingezogen, die unter Leitung von Kerstina Peck Betreuung und Beratung von jungen Müttern und ihren Kindern anbietet. Zwölf Wohnplätze stehen bereit. Das I-Tüpfelchen beziehungsweise das Plus ist, dass beide Einrichtungen in Kooperation mit Partnern in der Stadt Bildungsangebote und Beratung für Eltern und Familien vorhalten werden.

„Das generationsübergreifende Konzept von Betreuung, Beratung und Bildung für Eltern und Kinder ist in dieser Form einzigartig. Die Förderung im sozialen Bereich und damit ein Stiftungszweck des von der Klosterkammer verwalteten Hospitalfonds St. Benedikti kommt hier in bester Weise zum Tragen“, sagte Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, der sich überzeugt zeigte: „Dieses Angebot ist eine Bereicherung für Lüneburg.“ Die Klosterkammer Hannover hat in das Gebäude drei Millionen Euro investiert, das Geld kommt aus der größten öffentlich-rechtlichen Stiftung, dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds. 600000 Euro haben die Stadt Lüneburg, der Landkreis und weitere Unterstützer zugesteuert darin enthalten sind 180000 Euro der Klosterkammer für die Ausstattung, diese stammen aus dem Hospitalfonds St. Benedikti. Träger der Einrichtung sind der Evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Lüneburg sowie der Diakonieverband Nordostniedersachsen der Ev.-luth. Kirchenkreise Lüneburg, Uelzen und Bleckede. Zur Refinanzierung hat die Klosterkammer einen Mietvertrag über 20 Jahre mit der Stadt und der Diakonie abgeschlossen. Biallas dankte allen, die „an einem Strang gezogen haben“, um das Projekt zu realisieren.

„Um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Für dieses Projekt brauchte es viele Menschen. Zusammenzustehen ist schön“, sagte Superintendentin Christine Schmid. Entstanden sei ein Haus für die Belange von Kindern und Eltern. „Ein Ort, an dem Menschenkinder angenommen und gefördert werden.“ Im Familienzentrum Plus gebe es aber auch Unterstützung und Gesprächsmöglichkeiten. „Mein Dank gilt allen, die dieses innovative Projekt möglich gemacht haben.“

Bürgermeister Eduard Kolle betonte: „Das neue Familienzentrum ist ein echtes Plus für die soziale Infrastruktur Lüneburgs, eine besondere Einrichtung für Eltern- und Kinderbildung aus einem Guss.“ Das sei gerade in einem vergleichsweise finanziell schwachen, dafür aber sehr jungen und an Natio­nalitäten reichen Viertel ein Gewinn. Das Zentrum stehe auch im engen Zusammenhang mit einem Perspektivwechsel für das gesamte Quartier. „Wir brauchen Anlauf- und Bildungsstätten wie das Familienzentrum, die für eine gute Qualität der Angebote sorgen und Kindern wie auch Eltern Zugang zu vielfältigen Lernmöglichkeiten ermöglichen.“