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Foto t & wALA Christmarkt Altstadt

Historischer Christmarkt: Maronen für die Stadtwache + + + Mit LZplay-Video

ca Lüneburg. Gott sei Dank ist heute kaum Gesindel unterwegs – Christian Rümmelein hat richtig entschieden, den Pranger nicht aufzubauen. Der Hauptmann der Stadtwache hat Erfahrung: „In der Adventszeit sind die Menschen frommer und friedlicher.“ Doch der kräftige Kerl lässt keinen Zweifel: Sollte doch jemand über die Stränge schlagen, greifen ein Dutzend Männer hart zu. Noch können die aber trotz wachsamen Blicks ein bisschen mit den Marketenderinnen schäckern, hübsche Mädels, die durch die Reihen ziehen.Am Wochenende drehte der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt die Uhren um ein halbes Jahrtausend zurück in die Renaissance, die Zeit des Abschieds vom Mittelalter. Im Schatten der mächtigen Michaeliskirche hatten Händler und Handwerker Buden aufgebaut. Viel Volk aus nah und fern schaute sich um.
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Da war der Ritter Volker von der Bille. Der reisende Reinbecker Adelige hat sich beim Herzog verdungen. Er ging zum Schmied: „Ich brauche einen Helm, und die Nieten an meiner Rüstung müssen getauscht werden.“ Knapp 30 Kilo wiege sein eiserner Schutz, sagte der Kämpfer. Ab und an benötige der „Sanierungsarbeiten“.
Schmied Peters Maas aus Horndorf ist ein launiger Gesell, und für den Ritter hatte der Handwerker vor allem Spott übrig: „Der kann im Hintergrund ruhig weiterrosten.“ Er habe zu tun. Mit seinem Blasebalk pustet er Luft in die feine Steinkohle, auf 1300 Grad erhitzt er die Flammen. Der Eisenstab darin glüht, als Maas ihn auf seinen Amboss legt und mit dem Hammer formt. „Ich mache Kleinzeug“, sagt er. Haken und Nägel stellt er her.
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Trotzdem zwickt die feuchte Kälte an den Gliedern. Maas schnuppert nach dem Würzwein, den Frauen neben ihm anbieten. Die Aufsicht übder die Händlerinnen führt Inga Whiton. Sie ist auch Vorstandsmitglied des ALA und zufrieden mit der Resonanz. Es seien viel Gäste gekommen, und mit dem Wetter haben man Glück: „Kein Regen.“ Ein bisschen sei aber auch die neue Zeit zur Gast. Die Feuerwehr habe Auflagen gemacht, Buden mussten für Rettungswege verlegt und Feuerlöscher neben offenen Flammen bereitgelegt werden.
Am Ende geht alles gut. Stadtwachen konnten sich mit Maronen oder bei Anna von Mansberg mit Schmalzstullen stärken. Einnahmen der Wachen und der eigenen Stände will der ALA spenden für die Restaurierung des Rote-Hahn-Stifts – Bürgersinn im allerbesten Sinne.
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2 Kommentare

  1. schön zu lesen, daß wir hier noch einen Christmarkt haben.

    Andere Städte feiern ja Lichterfeste oder ähnliches.

  2. Hallo Bundeskasper – meinen Sie die Veranstaltung in der Altstadt und auf dem Markt, die ganz anders als in den vorigen Jahren sein sollte? Letztes Jahr haben wir uns das gar nicht angetan. Doch diesen Sonntag wollten wir einmal gemütlich über die Weihnachtsmärkte schlendern. Doch die Gemütlichkeit war schnell verflogen, den wir wurden nur geschoben. Einmal in diesen Wahnsinn eintaucht waren wir froh am anderen Ende heil wieder auftauchen zu können und haben keinen zweiten Tauchgang gewagt.

    Dennoch kamen uns alle Stände und der gesamte Aufbau altbekannt vor. Veränderungen waren nicht zu erkennen. Die Gänge zudem viel zu eng. Sie erinnerten an Massentierhaltung. Und wie bereits erwähnt – nichts neues in Lüneburg. Oder doch? Einige Preise sind gestiegen wir wir trotz des Geschiebes erkennen konnten. Durch die kalte Bäckerstraße konnten wir uns dann dennoch vorbei an einer Schlager singenden, offensichtlich Südamerikanischen Familie mit modernem Equipment, etwas entspannter zum Sande bewegen. Dort war dann auch mehr Bewegungsfreiheit um ein wenig Schmalzgebäck zu verzehren. Durch die Geistergrapengießerstraße suchten wir dann jedoch schnell wieder den Weg nach Hause. Alle Jahre wieder – Ein Lob auf das Stadtmarketing? Völlig abwegig!