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Jauch diskutiert über Lüneburger Auschwitz-Prozess

lz Lüneburg. Der Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning vor dem Lüneburger Landgericht ist heute, Sonntag, Thema bei Günther Jauch um 21.45 Uhr in der ARD.

Gröning, wegen Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen in Auschwitz angeklagt, hat seine moralische Schuld im Prozess eingeräumt, „in Reue und Demut“. Er bestätigt die Aussagen von Holocaust-Überlebenden, tat selbst Dienst auf der Rampe, wo die Juden selektiert wurden, direkt in die Gaskammern kamen oder ins Arbeitslager unter mörderischen Bedingungen.

Oskar Gröning im Gespräch mit seinem Anwalt Hans Holtermann. Foto:A
Oskar Gröning im Gespräch mit seinem Anwalt Hans Holtermann. Foto:A
Der Prozess gegen den 93-Jährigen wird weltweit verfolgt, weil Holocaust-Überlebende zwar oft von den Gräueln und ihrem Leid berichtet haben, aber eben nicht vor einem deutschen Gericht. Darauf hätten sie 70 Jahre warten müssen, kritisieren Überlebende. Die Justiz hat in der Aufarbeitung der NS-Verbrechen versagt, erst nach dem Fall Demjanjuk, einem KZ-Wachmann (2011 fiel das Urteil) umgeschwenkt. Von mehr als 6500 SS-Angehörigen, die in Auschwitz Teil der Mordmaschinerie waren, sind in Deutschland weniger als 50 verurteilt worden.

Eva Mozes Kor überlebte Auschwitz und tritt nun als Nebenklägerin gegen Oskar Gröning vor das Landgericht.
Eva Mozes Kor überlebte Auschwitz und tritt nun als Nebenklägerin gegen Oskar Gröning vor das Landgericht.
Ein 93-jähriger Angeklagter, ein Prozess nach 70 Jahren. Welche Bedeutung hat der Prozess für Opfer und Angehörige, für die Justiz und die Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen?

Gisela Friedrichsen berichtet für den "Spiegel" aus dem Gerichtssaal.
Gisela Friedrichsen berichtet für den „Spiegel“ aus dem Gerichtssaal.
Jauch diskutiert unter anderem mit Heiko Maas (SPD, Bundesjustizminister), Hans Holtermann (Anwalt von Oskar Gröning), Gisela Friedrichsen (berichtet für den „Spiegel” über den Prozess) und Michael Wolffsohn (Historiker). Günther Jauch um 21:45 Uhr in der ARD.