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Der Hotelneubau könnte an der Dahlenburger Landstraße auf Teilen des ehemaligen Lucia-Areals entstehen. Foto: be
Der Hotelneubau könnte an der Dahlenburger Landstraße auf Teilen des ehemaligen Lucia-Areals entstehen. Foto: be

Hotel in Bahnhofsnähe – Bauvoranfrage liegt vor

as Lüneburg. Einen Hotelneubau mit 122 Zimmern planen Investoren auf dem östlichen Teil des ehemaligen Lucia-Geländes. Eine Bauvoranfrage liegt der Stadtverwaltung seit Ende April vor. Die Zulässigkeit wird derzeit geprüft. Außerdem soll auf dem Areal zur Seite der Bleckeder Landstraße ein Neubau für einen Discounter entstehen mit maximal 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, daneben ein Gebäude für einen Drogeriemarkt mit maximal 750 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das erläuterte Stadtbaurätin Heike Gundermann im Bauausschuss, wo es um die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Schützenplatz“ ging. Mehrheitlich stimmten die Ausschussmitglieder dafür, bei einer Gegenstimme (Ulrich Löb, Grüne) und einer Enthaltung (Birte Schellmann, FDP).

Die Stadtbaurätin erläuterte eingangs, dass es bereits im August 2008 einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Pulverweg“ für das gesamte ehemalige Lucia-Gelände durch den Verwaltungsausschuss gegeben habe. Ziel der Planung war damals die Festsetzung eines Mischgebietes, das einen Mix aus Wohn- und Geschäftsgebäuden sowie Einzelhandelsbetrieben unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche vorsah. Inzwischen seien in bestehenden Gebäuden Zwischen- und Neunutzungen erfolgt, die ohne Bauleitverfahren realisiert werden konnten. Doch der östliche Teil soll nun als Sondergebiet ausgewiesen werden, da dort Märkte mit mehr als 800 Quadratmetern angesiedelt werden sollen. Dafür muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Discounter Aldi hatte im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass er sich erweitern wolle und einen Umzug auf das Lucia-Gelände präferiere, da eine Erweiterung am derzeitigen Standort Bleckeder Landstraße nicht möglich sei.

Wie berichtet, hatte die von der Stadt in Auftrag gegebene Teilfortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für den Bereich des östlichen Stadtgebietes ergeben, dass ein großer Lebensmittelmarkt im Hanseviertel angesiedelt werden könnte und Aldi und Rossmann aufs Lucia-Gelände verlagert werden könnten. Anwohner und Geschäftsleute der Bleckeder Landstraße waren darüber verärgert, Vertreter von Rot-Grün luden zu Ortsterminen ein ebenso wie die CDU. Die Bürger hofften auf Schützenhilfe, doch nun wird der Bebauungsplan für den östlichen Teil des Lucia-Geländes auf den Weg gebracht.

Die Stadtbaurätin machte deutlich, dass der zusätzliche Verkehr, der durch die Märkte und das mögliche Hotel entstehen, genau betrachtet werden müsse. Verkehrs- und Lärmgutachten sollen erstellt werden, es werde eine vorzeitige Bürgerbeteiligung geben.

Klaus-Dieter Salewski (SPD) verwies darauf, dass der Rat im November mehrheitlich für die Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungs- und Zentrenkonzeptes gestimmt habe. „Damit war klar, dass wir das Areal am Schützenplatz entwickeln. Wir werden aber genau beim Verkehr und Lärm gucken“, versprach er. Andreas Meihsies (Grüne), der im vergangenen Sommer mit SPD-Chef Heiko Dörbaum zum Ortstermin an der Bleckeder Landstraße eingeladen hatte, sagte: „Wir haben gehofft, dass Aldi an der Bleckeder Landstraße bleiben kann. Wenn Aldi aber aus Erweiterungsgründen umziehen will, muss man dem Rechnung tragen.“ Allerdings müsse die verkehrliche Situation am Schützenplatz genau geprüft werden. „Wir sagen ja zum Generalplan, wir brauchen einen Discounter im Stadtteil.“ Sein Fraktionskollege Ulrich Löb sprach sich dafür aus, dass Aldi am alten Standort bleiben solle, das Lucia-Gelände nicht für die Ansiedlung freigegeben werden sollte, weil dadurch mehr Verkehr entstehe und es längere Wege für Kunden bedeute. Für Birte Schellmann (FDP) ist die Verkehrssituation schon jetzt problematisch, durch die Märkte und ein Hotel verstärke sich das noch. „Deshalb sollte das Verkehrsgutachten vor dem Aufstellungsbeschluss erfolgen.“

Rainer Petroll (Linke) kritisierte, dass Discounter immer größer bauen wollen. Man solle sich nicht auf Drohungen von Konzernmanagern einlassen, dass die Geschäfte abwandern würden, wenn es keine Erweiterungsmöglichkeiten gebe. Wolfgang Kuhn und Eberhard Manzke (beide CDU) begrüßten die Pläne, Ende August hatten sich CDU-Fraktionschef Niels Webersinn und Dr. Gerhard Scharf noch dafür ausgesprochen, dass Aldi und Rossmann an der Bleckeder Landstraße bleiben müssten. Eberhard Manzke stellte sich jetzt im Ausschuss hinter Susanne Puschmann (Grüne), die dafür plädierte, dass Wohnungen über die Märkte auf dem Lucia-Gelände kommen.

One comment

  1. Hermann Brakelmann

    Toll! Noch mehr Abbiegeverkehr an den berüchtigten Unfallknoten an der Dahlenburger Landstraße. Ich sehe schon an Pulverweg und Schützenplatz die ersten (trotz Helm!) plattgefahrenen Fahrradfahrer unter den abbiegenden Zuliefer-LKW von Hotelwäscherei, ALDI, Rossmann und Co. liegen. Was diese Firmen wohl von den „werbewirksamen“ Bildern ihrer Laster als ständige Gäste der LZ-Unfallkolumne halten werden?

    Oder sollte die Damen und Herren VerkehrtpolitikerInnen im Stadtrat womöglich doch die Weisheit überkommen, die beiden Querstraßen zu Sackgassen (außer ÖPNV) umzuwidmen, nur von der Bleckeder Landstraße aus erreichbar? Ach nein, das wäre ja eine unzumutbare Einschränkung des wirtschaftlich so notwendigen Kfz-Verkehrs. Warum sollten auch ausgerechnet die Hauptverursacher der zukünftigen Unfälle gegängelt werden? Besser nach bewährter Manier ein paar Drängelgitter und Bettelampeln mit kaum nennenswerter Grünphase auf den abschüssigen, benutzungspflichtigen Radweg stellen und gut is. Verkehrs“konzept“ à la Lüneburg halt.