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Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeichnet Johanna Gerhard bei einer Feierstunde im Rathaus im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Foto: t&w
Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeichnet Johanna Gerhard bei einer Feierstunde im Rathaus im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Foto: t&w

Lüneburgerin Johanna Gerhard mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet

rast Lüneburg. Eine „Ordenkarriere“ hat Johanna Gerhard hingelegt, die Oberbürgermeister Ulrich Mädge als „wertvollen Schatz der Stadt Lüneburg“ bei der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik im Rathaus bezeichnete. Bereits 2002 hatte sie die Verdienstmedaille erhalten.

Mit der höchsten Auszeichnung ehrte der Bundespräsident nun eine Lüneburgerin, die laut Mädge mit einem hohen Maß an Organisationstalent, Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit und der Fähigkeit, auch mit überraschenden, machmal unangenehmen Situationen umzugehen, ihre Ehrenämter ausübe. „Nicht genug, dem Schwachen aufzuhelfen, auch stützen muss man ihn“ — diesen Leitspruch von William Shakespeare übertrug der Oberbürgermeister auf Johanna Gerhard.

1950 in Hamburg geboren, verbrachte Johanna Gerhard ihre Kindheit auf der Elbinsel Krautsand. Nach ihrem Abitur in Stade und ihrem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Redakteurin. 1977 kam sie nach Lüneburg, arbeitete für die LZ und den NDR, ehe ihre beiden Söhne geboren wurden. Kurz bevor sie ihre Arbeit wieder aufnehmen wollte, wurde ihr die Idee unterbreitet, sich in der evangelischen Krankenhaushilfe zu engagieren — das war die Geburtsstunde der Grünen Damen in Lüneburg, die sich seit 1989 für kranke und hilfsbedürftige Menschen im Klinikum, in Altenheimen und im ambulanten Dienst einsetzen. Ihre Mitstreiterin Irene von Oertzen erinnerte an die Widerstände, gegen die damals zwölf Grüne Damen zunächst im Klinikum zu kämpfen hatten. Längst sind die inzwischen mehr als 70 Helferinnen und Helfer unverzichtbar geworden. Johanna Gerhard ist seit Jahrzehnten Vorsitzende der Grünen Damen, gibt ihren Posten allerdings im Januar ab. Als Landesvorsitzende etablierte sie diesen Hilfsgedanken in Niedersachsen, wurde auch in den Bundesvorstand berufen.

In seiner Laudatio listete Mädge weitere Stationen auf: von 1999 bis 2011 Landesbeauftragte für Niedersachsen und Bremen der evangelischen Krankenhilfe; seit 2001 Mitglied des Diakonieverbandes der Kirchenkreise Uelzen, Lüneburg und Bleckede. Seit 1992 ist Johanna Gerhard bei der Johanniter Hilfsgemeinschaft Lüneburg, seit zehn Jahren stellvertretende Vorsitzende. 1994 wurde sie von den Johannitern mit der Ehrennadel, 2012 mit der Ehrennadel am Bande ausgezeichnet.

Als Gründungsmitglied des Freundeskreises Hospiz setzt sie sich seit 1992 laut Mädge „unermüdlich und konstant für kranke und für sterbende Menschen ein, aber auch für die Menschen, die sich dem Verein anvertrauen“. Darüber hinaus engagiert sich die Lüneburgerin in der Manzke Friedensstiftung, ist dort seit zwei Jahren Kuratoriumsvorsitzende. „Nur helfen wollen, reicht nicht aus“, sagte Mädge. Hilfe müsse strukturiert und zielorientiert sein, der Helfende müsse sich in der Bürokratie auskennen und mit Menschen umgehen können — Voraussetzungen, die Johanna Gerhard erfüllt.

In kurzen Dankesworten zeigte sich Johanna Gerhard bescheiden, die Auszeichnung nehme sie „stellvertretend für alle Menschen, die mich zu meinen Ehrenämtern getragen und mir geholfen haben“, entgegen. Ihr Dank gelte vor allem ihrem Mann Kurt Gerhard und ihrer „ganzen Familie, die mir großzügig Zeit eingeräumt hat“.