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Gebannt verfolgen die Schüler, wie das Auto von einem zehn Meter hohen Kran auf einen Baumstamm hinunterkracht. Die Polizei wollte damit am Tag der Verkehrssicherheit zeigen, was bei einem Aufprall bei 50 Stundenkilometern passiert. Foto: be
Gebannt verfolgen die Schüler, wie das Auto von einem zehn Meter hohen Kran auf einen Baumstamm hinunterkracht. Die Polizei wollte damit am Tag der Verkehrssicherheit zeigen, was bei einem Aufprall bei 50 Stundenkilometern passiert. Foto: be

Simulierte Katastrophen beim Tag der Verkehrssicherheit

emi Lüneburg. Mit einem lauten Knall prallt das Auto auf den Fahrradfahrer. Der wird über die Motorhaube geschleudert, donnert mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe und bleibt schließlich unter dem Auto liegen. Der Unfall ist zum Glück nur simuliert: „Wir wollen damit zeigen, dass die Auswirkungen, insbesondere für den Radfahrer, schon bei geringen Geschwindigkeiten von 30 Stundenkilometern fatal sein können“, sagt Uwe Schröder, Verkehrsicherheitsberater von der Lüneburger Polizei.

Spektakuläre Schauvorführungen

Mit spektakulären Schauvorführungen, vielen Mitmach-Stationen und Infoständen fand am Freitag auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Lüneburg der zweite große Tag der Verkehrssicherheit statt. Rund 1500 Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe waren zu der vierstündigen Veranstaltung der Polizeiin­spektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen und vielen anderen Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit gekommen.

Der aufsehenerregende Fahrradunfall verfehlt seine Wirkung nicht: „Das sah erschreckend aus“, sagt Stine Janich von der Christianischule, „so etwas möchte man in echt nicht erleben.“ Um auf Gefahren hinzuweisen, sei der Verkehrssicherheitstag gut geeignet, ist die 16-Jährige überzeugt. „Am besten fand ich die Rauschbrillen.“

Vierstündige Veranstaltung der Polizeiin­spektion

Am Hindernisparcours der Polizei testet Christoph Hartmann von der BBS III die angesprochene Spezialbrille, die die Sicht im Drogen- oder Alkoholrausch simuliert. Ganz langsam und vorsichtig geht er über eine rot-weiße Linie auf dem Boden und versucht, über Holzklötzchen auf dem Boden zu balancieren, ohne diese umzuwerfen. „Wenn man sich ganz doll konzentriert, geht es“, sagt er. „Aber in normalem Tempo hätte ich das nicht geschafft. Das war ein ziemlich merkwürdiges Gefühl…“

Komisch fühlt sich auch Levana Stradomski. Gerade ist die Lehrerin der Christianischule aus dem TÜV-Überschlagsimulator ausgestiegen. „Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass man vom Körper her nur noch wie ein Sack hängt“, sagt die 33-Jährige. „Man hätte überhaupt keine Möglichkeit, noch zu agieren.“ Stradomski hat am eigenen Leib gespürt, wie schwierig es ist, sich kopfüber abzuschnallen.

Um 12 Uhr steht der Höhepunkt der Veranstaltung an, die Fallsimulation: Gebannt beobachten die Schüler, wie ein Auto per Kran zehn Meter hoch in die Luft gehoben, ausgeklinkt und fallen gelassen wird. Mit lautem Krachen prallt der Pkw seitlich auf einem Baumstamm auf. Die Scheiben splittern, das Auto ist völlig demoliert. Hauptkommissar Uwe Schröder erklärt: „Das entspricht einem Aufprall von 50 Stundenkilometern in der Realität. Der Beifahrer hätte bei einem solchen Unfall so gut wie keine Überlebenschance.“

Bennett Detloff von der BBS II ist beeindruckt von dem Experiment: „Man denkt immer, dass bei 50 Stundenkilometern nicht so viel passieren kann“, sagt der 22-Jährige. „Aber an so einem Beispiel sieht man, dass eben doch mehr passieren kann als gedacht. Man sollte niemals die Geschwindigkeit unterschätzen.“

Bei den Jugendlichen haben die Vorführungen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein erster, wichtiger Schritt für die Veranstalter. Sie möchten mit ihrer Aktion dazu beitragen, die Verkehrsunfälle gerade bei jungen Leuten zu verringern.