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Leonie Brinckmann (2.v.l.), Pia Schmidt und Johanna Feil durften selbstständig Bewegungsabläufe des Roboters programmieren. Dr. Brit-Maren Block (l.), Kevin Van (2.v.r.) und Nils Jurischka freuen sich über das Interesse der 13-jährigen Herderschülerinnen. Foto: t&w
Leonie Brinckmann (2.v.l.), Pia Schmidt und Johanna Feil durften selbstständig Bewegungsabläufe des Roboters programmieren. Dr. Brit-Maren Block (l.), Kevin Van (2.v.r.) und Nils Jurischka freuen sich über das Interesse der 13-jährigen Herderschülerinnen. Foto: t&w

Programmieren leicht gemacht

ap Lüneburg. Dass das Studium der Ingenieurwissenschaften kein Hexenwerk ist, konnten 25 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 der Herderschule nun feststellen. Beim „Mint-Projekttag“ durften sie dreidimensionale Objekte herstellen und eigene Bewegungsabläufe an einem Roboter programmieren.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, erzählt Leonie Brinckmann. „Gar nicht so schwer wie gedacht.“ Ihre Physiklehrerin habe sie und ihre beiden Freundinnen Pia Schmidt und Johanna Feil für den Infotag am Uni-Standort Volgershall empfohlen. „Wir haben uns dann sofort beworben, in Filmen sieht man häufig Roboter und fragt sich, wie das eigentlich funktioniert“, erzählt die 13-Jährige. Als das Trio dann aber vor dem Laptop saß und einen ersten Blick auf das Programmierungssystem erhaschte, sei der erste Gedanke „Oh Gott“ gewesen. „Dann haben wir uns ein bisschen damit beschäftigt und gemerkt, dass das eigentlich echt einfach ist“, sagt Leonie.

„Mint-Projekttag“ am Uni-Standort Volgershall

Bei allen Dreien habe sich nun das Interesse für Naturwissenschaften und Technik noch mehr verstärkt. „Ich könnte mir jetzt gut vorstellen, etwas in dieser Richtung zu studieren“, gibt auch Johanna zu.

Kevin Van, der den Projekttag gemeinsam mit vier Kommilitonen geplant hat, hat gleich mehrere Talente unter den Schülern entdeckt. „Wir haben alles Schritt für Schritt erklärt, die Kinder haben unsere Anleitung gut aufgenommen und die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit gelöst“, erzählt der Masterstudent des Fachs Management und Engineering. „Besonders die Mädchen sind richtig aufgeblüht.“ Für genau diesen Ehrgeiz seien die Mint-Tage auch gedacht, denn: „Viele trauen sich gar nicht an diese Fächer heran.“ Auch für ihn sei das eine neue Erfahrung gewesen: „Ich war schon Tutor für Mathe und Elektrotechnik, aber bei Studenten, die ja schon etwas mit der Materie vertraut sind.“

Blick auf das Programmierungssystem

Organisatorin Dr. Brit-Maren Block verfolgt mit dem Lehrforschungsprojekt ganz bestimmte Interessen. Zum einen solle es den Studenten dabei helfen, ihre Fachkenntnisse zu vertiefen, zum anderen den Schülern zeigen, dass auch im späteren Studium das Fachwissen schrittweise vermittelt werde. „Heutzutage wird es immer wichtiger, anderen Zielgruppen komplexe Themen richtig und einfach zu erklären“, weiß die Mitarbeiterin am Institut für Produkt- und Prozessinnovation. Bestimmte Tätigkeitsbereiche würden zunehmend zusammenfließen. Außerdem sei es spannend zu beobachten, wie auch Schüler schon Inte­resse für die Ingenieurwissenschaften entwickeln. Seit 2007 lädt die Leuphana deshalb den Nachwuchs nach Volgershall ein. „Die Kinder kommen zwar mit unterschiedlichen fachlichen Voraussetzungen, aber sie haben alle immer viel Spaß.“