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Der Beginn der Abrissarbeiten am alten Schlachthof bleibt weiter offen. Foto: be
Der Beginn der Abrissarbeiten am alten Schlachthof bleibt weiter offen. Foto: be

Schlachthof wartet auf Abriss-Freigabe

us Lüneburg. „Wir rechnen damit, dass das Artenschutzgutachten Ende dieser Woche oder in der kommenden Woche vorliegt. Danach leiten wir es zur Auswertung an den Landkreis. Und erst wenn wir von dort eine Freigabe bekommen, werden wir mit dem Abriss beginnen.“ Jürgen Sallier sorgte gestern für Aufklärung. Der Lüneburger Immobilienmakler ist Eigentümer des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs, der der künftigen Sport- und Eventhalle weichen und nun abgerissen werden soll. Doch obwohl laut Sallier bislang weder das Gutachten vorliege noch der Abrisstermin feststehe, überraschte der Landkreis mit der Aussage, zu Verzögerungen werde es nicht kommen.

Verzögerung ja, oder nein?

„Es handelt sich um eine routinierte Abarbeitung, die zu keiner Verzögerung führen und die Abläufe nicht behindern kann“, teilte der Landkreis in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Er bezog sich darin auf den LZ-Beitrag „Artenschutz verzögert Abriss“, in dem berichtet wurde, dass sich weder Stadt noch Landkreis in der Lage sahen, zu dem Artenschutzgutachten Auskunft zu geben, das im Zuge der geplanten Abrissarbeiten der Unteren Naturschutzbehörde vorzulegen ist. Es soll Aufklärung darüber geben, ob sich auf dem Gelände geschützte Tierarten angesiedelt haben und ob gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Tiere getroffen werden müssen. Während der Landkreis mitteilte, dass er seine „Hinweise“ an die Stadt weitergegeben habe, war darüber in der Stadt auch einen Tag später nichts bekannt. „Uns liegt dazu nichts vor“, teilte Pressesprecher Daniel Gritz mit.

Abendsegler wie dieser gehören zu den Fledermausarten, die sich in und an den Gebäuden des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs angesiedelt haben könnten. Foto: nh
Abendsegler wie dieser gehören zu den Fledermausarten, die sich in und an den Gebäuden des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs angesiedelt haben könnten. Foto: nh

Unverständlich blieb, weshalb der Kreis auch auf Nachfrage erneut versicherte, dass es keine Verzögerungen geben werde, obwohl er noch am selben Tag auf dem Gelände nach Fledermäusen suchen ließ, Ergebnisse also noch gar nicht vorliegen konnten. Die aber stufte der Landkreis bereits im Vorfeld als nicht besonders gravierend ein. In seiner Stellungnahme heißt es: „Sollten sich durch die heute stattfindende Suche nach Fledermäusen aber Anforderungen ergeben, könnten zum Beispiel neu installierte Fledermauskästen erforderlich werden. Dies sind vergleichsweise geringe Maßnahmen.“ Gleichwohl bezeichnete der Landkreis die Überschrift des LZ-Artikels als „unhaltbare These“.

Genaue Untersuchung gefordert

Das sieht der Nabu Lüneburg anders: „Sollten Fledermäuse vorhanden sein, drohen nicht nur terminliche Probleme auf diesem Areal, dann stellen sich auch weitere Fragen, etwa zu funktionierenden Ausgleichsmaßnahmen“, sagt Thomas Mitschke, Vorsitzender des Nabu Lüneburg. Seiner Einschätzung nach könnten die verlassenen Schlachthofgebäude „eine mittlere bis hohe Bedeutung“ für Fledermäuse als Quartier-standorte haben. „Das muss genauestens untersucht werden“, ein einziger Termin oder eine einzige Untersuchungsnacht reiche dazu nicht aus. Außerdem sei an und in den Gebäuden unter Umständen mit sogenannten Wochenstuben zu rechnen, in den Weibchen ihren Nachwuchs aufziehen, auch könnten Teile des Dachbereiches als Winterquartier in Frage kommen. Auch das bloße Aufhängen von Fledermauskästen reiche nicht aus, „es muss sichergestellt werden, dass die Kästen auch angenommen werden“. Mitschke warnt daher mit Verweis auf das Bundesnaturschutzgesetz vor voreiligen Maßnahmen.

Der mit diesen Forderungen konfrontierte Landkreis reagierte gereizt: „Seien Sie versichert, dass die Untere Naturschutzbehörde fachlich zu einer Artenschutzprüfung in der Lage ist und die von Ihnen genannten Punkte rechtlich differenziert zu betrachten weiß.“

Jürgen Sallier will sich nicht auf einen Abrisstermin festlegen: „Ich warte, bis ich grünes Licht bekomme.“ Das aber ist bislang noch nicht einmal bei der Stadt angekommen.

39 Kommentare

  1. Ich bin selten so unsicher. Soll ich lachen oder weinen?

    Wann soll die Halle fertig sein?
    Das fängt ja schon mal gut an!

    • Ich kann da weder lachen oder weinen, sondern nur noch mit dem Kopf schütteln bei derartiger Zuversicht und Glaube an die (Zeit-) Planung. Tier- und Naturschützer werden noch einiges finden das die Fertigstellung verzögert. Aber das ist ein anderes Thema das jeder anders sieht und beurteilt.

      Fast noch interessanter finde ich den Blick auf die kalkulierten Gesamtkosten. Wie schon damals bei Baubeginn des Libeskindbaus sage ich erneut: Lassen wir uns mal überraschen.

      Sowohl was die Baukosten betrifft, als auch was sich später an Baumängeln herausstellt oder in der Planung schlicht vergessen wurde und dann zu Mehrkosen führen wird.

      • Nervenkitzel im digitalen Zeitalter

        @ Heidi

        Wie kommt das eigentlich, dass man als harmloser Immobilienmakler in Lüneburg völlig unerwartet so ein dringend zum Eventhallenbau benötigtes Gewerbegelände Knall auf Fall an der Backe hat?

        Kann mir sowas auch passieren? Zum Beispiel wenn ich versehentlich mal unausgeloggt vom Online-Banking direkt auf Facebook gehe?

        Rainer Stumpf

      • Liebe Heidi, die Campus GmbH macht einen Quantensprung, wenn die Arena kommt. Ich werde im ganzen Land darauf angesprochen. Eher nebensächlich sind daher die Kosten, wichtiger die Bedeutung für die Region. Bei der Elbphilharmonie redet auch niemand mehr über Geld. Ob die Sport- und Eventhalle jetzt nochmal fünf oder zehn Millionen Euro teurer wird, sollten wir nicht mehr diskutieren !

        Vgl. den 3. Absatz dieser Eloge: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/343403-leuphana-feiert-akademischen-jahresabschluss

        • Ulrike Mädle
          schmunzel, ich gibt da jemanden, der glaubt, weil er jetzt in einem libeskind-gebäude unterricht hält, darf er jetzt in der ,,champignons-league,, mitspielen. es geht eben nichts über pilze. sie sollen ja einen rausch erzeugen können.

          • Ähm kein mir jemand mal erklären was hier ab geht????
            Diesen Post hatte ich nicht gestern geschrieben!!!

          • Ja, danke Buddy, das du meinen Nick hier zum trollen
            benutzt!!!

          • @ Eratosthenes

            Aus wenn es Ihnen erkennbar schwer fällt: nehmen Sie bitte definitiv zur Kenntnis, dass ich „Eratosthenes“ bin und keineswegs identisch bin mit anderen Personen, die Sie in einen Topf werfen, um sie gemeinsam zu diffamieren.

            Dass es Ihnen der Unterscheidungsfähigkeit mangelt, ist ihr Problem. Als Diskussionspartner scheiden Sie jedenfalls für mich aus.

        • @ Ulrike Mädle

          Vielen Dank für Ihre nette Satire, die ja sehr dicht an der Realität dran ist, und für Ihren „Link“.

          In der LZ stand ja auch schon ungefähr: Herausragende Denker gibt es in Lüneburg viele, das zeigte auch die Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, mit der dieser am Mittwoch, den 6. Juli 2016 beim „Dies Academicus“ an der Leuphana kurzzeitig für drückende Stille im Saal sorgte.

          Jochen Werner

      • Die sechs coolsten Ulrich-Mädge-Momente

        der Moment, wo er Hiltrud Lotze Juckpulver in den Pulli streut.

        der Moment, wo er zusammen mit Rolf Sauer und Margaret Thatcher die europäische Währungsunion ausheckt.

        der Moment, wo er sagt: „Guck mal, Meihsies, ich kann fliegen.“

        der Moment, wo er ein ganzes Pfund Butter auf einmal runterkaut.

        der Moment, wo er behauptet: „Holm Keller hat Lüneburg gutgetan.“

        der Moment, wo er die erste kostengünstige Eventhalle für Klaus Hoppe faltet: http://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2015/06/329249_.jpg

  2. umweltfreunde sollten sich aquarien und terrarien anschaffen. immer wenn sich die wirtschaft auf kosten der umwelt und wir haben nur die eine, sich breit machen will und doch nur für hungerlöhne mitarbeiter sucht, einfach ein paar seltene tiere dort freilassen. manchmal klappt es. schmunzel.
    was ist wichtiger? eine eventhalle, oder die umwelt?

  3. »Es handelt sich um eine routinierte Abarbeitung, die zu keiner Verzögerung führen und die Abläufe nicht behindern kann«:

    * »Sicher ist nun, dass Campus-Chef Klaus Hoppe Betreiber der neuen Drei-Feld-Halle wird. Hoppe hat im Juni die „Arena Lüneburg Betriebsgesellschaft mbH“ gegründet, ist dort als Geschäftsführer aufgeführt.« Na sowas, wer hätte das gedacht? Die PPP-Konstruktion macht´s möglich. Ausschreibungspflichten ade!

    * »„Arena Lüneburger Land“ lautet derzeit noch der Arbeitstitel der wettkampfgerechten Sporthalle, die aber bald schon „Sparkassen-Arena“ heißen wird, wenn das Geldinstitut die Namensrechte erworben hat.« Warum eigentlich nicht „Vamos!-Arena“, sobald Klaus Hoppe die Sparkasse überboten hat?

    * »Im Oktober 2017 muss die Sport- und Eventhalle stehen, sonst könnten die Volleyballer der SVG aus der Bundesliga fliegen.« Sind Stadt und Kreis denn für die Geschäfte eines kleinen Randsportartenvereins aus der Nachbargemeinde Gellersen verantwortlich?

    * »Voraussichtlich Mitte oder Ende Oktober dürfte das Grundstück, das der Lüneburger Immobilienmakler Jürgen Sallier Anfang Mai aus der Insolvenzmasse des Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack (zu dem irren Traumpreis von 900 T€) erworben hat, für den Hallenbau vorbereitet sein.« Naja, der Libeskind-Bau sollte auch schon im Januar 2013 fertig und die Darchauer Elbbrücke bereits vor 20 Jahren dem Verkehr übergeben sein.

    * »Vorher müssen aber noch der Rat der Stadt (18. August) und der Kreisrat (22. August) über die Vertragsentwürfe einen Beschluss fassen.« Diese „Vertragsentwürfe“ können aber nur dann von den sehr kritischen Denkern im Rat und Kreistag termingerecht abgenickt werden, wenn vorher das Parlament der Fledermäuse zugestimmt hat.

    * »Die Sondersitzung des Kreisrats (gemeint ist Kreistag) hatte Landrat Manfred Nahrstedt einberufen, um das Projekt noch vor der Kommunalwahl auf den Weg bringen zu können. Bezüglich der Zustimmung des niedersächsischen Innenministeriums habe er „ein gutes Gefühl“.« Der liebe, liebe Manfred! Er hat „ein gutes Gefühl“! Wer ist niedersächsischer Innenminister? Der liebe, liebe Boris aus Osnabrück!

    Worum wird es in diesen ominösen Vertragsentwürfen gehen? Um die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien: Stadt (Mädge), Kreis (Nahrstedt), Objektgesellschaft (Sallier), Darlehensgeber (Sparkasse), Namensrechteerwerber (Sparkasse), und hierbei vor allem um den Finanzrahmen und die Finanzierungsstruktur.

    Die Kosten für den Bau der Arena betragen DERZEIT brutto: ca. 0,90 Mio. € für das Grundstück, ca. 9,82 Mio. € für die Halle, ca. 0,50 Mio. € für die Parkplätze und ca. 0,92 Mio. € für die Innenausstattung. Also: ca. 12,14 Mio. € insgesamt.

    Die Zuschüsse sollen DERZEIT brutto betragen: Landkreis 2,975 Mio. €, Hansestadt 0,833 Mio. €, Kreisschulbaukasse 0,357 Mio. €, Sparkasse (für Namensrechte) 0,595 Mio. € und Sparkassenstiftung 0,357 Mio. €. Also 5,117 Mio. € insgesamt.

    Daraus ergibt sich bezogen auf die Nettobeträge ein Kreditbedarf von 6,0 Mio. € (7,12 Mio. € brutto) bei der Objektgesellschaft.

    An der Finanzierung des Darlehens und am laufenden Betrieb beteiligt sich die Hansestadt über einen Zeitraum von 20 Jahren mit ca. 304.000 € brutto p.a. (gerundet; entspricht 255.000 € netto) d. h.: über die gesamte Laufzeit mit insgesamt 6.080.000 € brutto ( entspricht 5.100.000 € netto).

    Ist das nicht eine für alle Win-Win-Klüngellanten herrlich runde Sache mal wieder? Insgesamt handelt es sich „um eine routinierte Abarbeitung, die zu keiner Verzögerung führen und die Abläufe nicht behindern kann“!

    Wenn nur die lästige Realität nicht wäre.

    • Arena in der Kostenschleife

      Exzellente und bissige Zusammenfassung. Danke!
      Wenn ich Ihre Zahlen und die Darstellung der Ausgaben und Beträge im letzten LZ-Artikel (http://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/348354-artenschutz-verzoegert-abriss) richtig deute, heißt das doch, mehr als neunzig Prozent des Aufwandes für den Bau werden vergemeinschaftet, ein Bau, welcher Herrn Sallier zwanzig Jahre lang einen prächtig gesicherten Mietzins zum öffentlich vor- und mitfinanzierten Eigentum einbringt, der Kreissparkasse im Schlaf zuströmende Kreditprovisionen und Herrn Hoppe äußerst satt subventionsgepamperte Bespielungsgewinne. Der Schlachthof heißt eben nicht umsonst Schlachthof. Nur dass dort fortan keine Ferkel und Sauen mehr verarbeitet werden, sondern die Sparschweine Lüneburger Steuerbürger.
      MfG, Jürgen Wagner

      • Die Sache mit den sich aufsummierenden Mietzinseinnahmen, zu denen der über die Jahre stetig steigende Verkaufswert des Grundeigentums hinzukommt, macht die Maxime des Hausherrn erst so recht begreiflich:

        “Zukunft ist Gegenwart für den Makler Jürgen Sallier und sein Team, das in und um Lüneburg als kompetenter Partner rund um die Immobilie für jedermann da ist.“ (http://immobilien.sallier.de/ber-uns/team.html)

    • Stadtrat Michèl Pauly hatte am Abend des 23. Juni bei der Sitzung des Rates im Glockenhaus zur „Umsetzung des Projektes als Public-Private-Partnership (PPP)“ bereits überdeutliche Worte gefunden: „Ein Privater errichtet die Halle und gibt die Verpachtung oder Vermietung an die öffentliche Hand zurück. Im Gegenzug bekommt der Private von Landkreis und Stadt fünf Millionen Euro Zuschuss sowie eine gesicherte Miete, über die er das Darlehen finanziert inklusive Dividende.“ Vom Ertrag profitiere nur der Private. Wenn die Halle marode sei, „müssen wir nachfinanzieren“. (Vgl.: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/340194-viele-fragen-bei-event-und-sporthalle-offen#comment-70447)

      Genau so ist es.

      Komisch, dass bei uns im „Kommunalparlament“ nur noch die LINKEn über die bürgerlichen Tugenden der Rechenfähigkeit und der sozialökonomischen Umsicht ehrbarer und sich ihrer Verantwortung bewusster hanseatischer Kaufleute zu verfügen scheinen. Bei allen anderen Gruppenvertretern sieht es so aus, als würden die erhofften Effekte vermeintlicher Eigenreklame durch kurzatmige Projektkulissenschieberei vor den (zu Recht) gefürchteten Septemberwahlen weit vor aller Gemeinwohlvernunft rangieren.

  4. Tjaja, immer wenn der Oberuli mal vergessen hat, dem Manfred rechtzeitig den richtigen Sprechtext zu diktieren, reagiert „der Landkreis“ in seiner Hilflosigkeit bei Anfragen überaus nervös, dünnhäutig und gereizt.

    Wie wär´s mit dem aufrüttelnden SPD-Slogan: „Scheitert der Schlachthof, scheitert die Wahlschlacht“?

  5. Richard Pröckl

    »Obwohl laut Jürgen Sallier, Immobilienmakler und Eigentümer des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs, bislang weder das Gutachten vorliege noch der Abrisstermin feststehe, überraschte der Landkreis mit der Aussage, zu Verzögerungen werde es nicht kommen.«

    Vielleicht hat »der Landkreis« bezüglich des Nicht-Zustandekommens von Verzögerungen schlichtweg »ein gutes Gefühl«.

    Wer ist eigentlich »der Landkreis« ?

    Ist das Landrat Manfred Nahrstedt in voller Ausdehnung seiner repräsentativen Gesamtkompetenz ? L’état c’est moi ?

    Wenn das so ist, dann gilt für den studierten Sozialpädagogen vieleicht noch mehr, was die prophetisch visionierenden Sonderbegabungen Jürgen Sallier und Horst Opa Schowski zu wissen auch für sich in Anspruch nehmen: »Zukunft ist Gegenwart«.

    Irgendwann sicher. Nur welche, da gibt´s wohl noch Raum zum Grübeln.

  6. Und in 20 Jahren steht die Stadt wieder am Anfang. Das Erpressungspotential durch die Abhängigkeit von Sallier, Hoppe und Co. wird den Nachfolgern noch schlaflose Nächte bereiten. Aber was soll es, bis dahin genießen Ulli und Manfred ihren Ruhestand, wahrscheinlich in von Sallier vermittelten Immobilien mit Arena Dauerkarten von Hoppe. Wieviel Pacht muss Hoppe zahlen? Ach so, ganz vergessen, in 20 Jahren ist sein Vamos e.V. aufgelöst und das Vereinsvermögen an Hoppe und seine 25 Stimmberechtigten Freunde und Verwandte gemeinnützig aufgeteilt. Die Gesellschaftsanteile der GmbH’s gehören darüber hinaus dann Hoppe und seinen beteiligten Komparsen.

    • „Wieviel Pacht muss Hoppe zahlen?“

      Klaus, Sie haben beim Lesen wohl nicht richtig aufgepasst ?

      Zur Finanzierung: 3,5 Millionen Euro sollen über einen sofortigen Zuschuss von Stadt (700.000 Euro) und Landkreis (2,5 Millionen) fließen, die restlichen 300.000 Euro aus der Kreisschulbaukasse. Weitere 6 Millionen werden als Kredit bei der Sparkasse aufgenommen, über eine private Objektgesellschaft (Jürgen Sallier) verbürgt und (von Stadt und Kreis) in Raten in Höhe von je 180.000 Euro über 20 Jahre abbezahlt. An der Finanzierung des Darlehens und am laufenden Betrieb beteiligt sich die Hansestadt über einen Zeitraum von 20 Jahren mit ca. 304.000 € brutto — pro Jahr !! Das sind zu dem Sofortzuschuss von 3,5 Millionen noch einmal 6,1 Millionen Euro obendrauf. Und was von diesen 304.000 € p.a. nicht für die Tilgung aufgewendet wird, also mindestens 120.000 € gehen davon jedes Jahr an die Betreibergesellschaft. Mit dieser Operativen GmbH (Klaus Hoppe) wird ein Mietvertrag abgeschlossen und diese wird von der Sparkassenstiftung sofort 300.000 Euro als Sacheinlage für die Erstausstattung erhalten. Klaus Hoppe, der Betreiber der Halle werden soll, wird anschließend über zwanzig Jahre mit einem jährlichen Mietzuschuss von 150.000 Euro von Stadt und Kreis unterstützt werden.

      Quellen:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/328230-neue-arena-fuer-sport-und-kultur-in-lueneburg

      http://www.stadt.lueneburg.de/bi/___tmp/tmp/4508103658882312/58882312/00115907/07.pdf

      • Wozu die vielen Worte?

        In der Beschlussvorlage Nr. VO/6732/16 vom 7. Juni 2016 steht doch knapp und unmissverständlich:

        „Der durch die Errichtung und den Betrieb entstehende Aufwand wird überwiegend von Landkreis und Hansestadt Lüneburg getragen.“

        Auf Deutsch: Für sämtliche Kosten kommen die Steuerzahler auf.

        LG, Mechthild Schülke

    • Ich weiß schon wie das in 20 Jahren und wahrscheinlich auch schon vorher läuft: Der Betreiber teilt mit, dass dringend renoviert werden muss und wenn die Stadt das nicht bezahlt, wird die Halle halt dicht gemacht. Also wird der Steuerzahler blechen.
      Was mich in dem Zusammenhang auch verwundert ist, dass die Stadt ein tolles Sportgelände und eines der ältesten Fußballplätze Deutschlands einfach aus dem Naturschutz nimmt für ein paar Villen für besserverdienende, ihren Hochwasser gefährdeten Grundstücksanteil mit in den Topf wirft, selbst dadurch 1,2 Mio verdient, dafür einen Sportverein fast 15 Jahre in der Insolvenz zappeln läßt, der schließlich alle Schulden bezahlt. Andererseits wird jetzt mit riesen Aufwand und starker Begünstigung von Privatpersonen Geld ausgekübelt, auch um den Volleyballern eine Spielstätte zu geben (was sicher nötig ist). Diese wird in ein Gewerbegebiet mit zu wenig Parkplätzen gequetscht (Wieviel Parkplätze entstehen?) und dann wird über ein Stadion nachgedacht, das natürlich der Sportverein braucht, den man zuvor wegen seiner Misswirtschaft aus alten Tagen vertrieben hat, der kommt dann auch irgendwohin braucht auch wieder Parkplätze, Umkleiden, Bewirtschaftung etc.. Da scheint in der Politik keiner in der Lage zu sein ein Gesamtkonzept für die Stadt und Region zu entwerfen und durchzuziehen. Nur geflicke von Provinzfuzzis und überforderten Landräten. Wenn der Bürger nicht alles bezahlen müsste könnte er darüber nur den Kopf schütteln und lachen. Hoffentlich bekommt das nicht noch Restdeutschland mit sonst muss man sich noch schämen.

  7. Zum Hintergrund: Unter der Headline „Hin und Her ums Vamos“ findet man in einem LzOnline-Artikel vom 6. Juni 2016 eine Zusammenfassung der Wortbeiträge zum Tagesordnungspunkt 6.1 während der Sitzung des Rates der Hansestadt Lüneburg vom 2. Juni im Huldigungssaal (Antrag der Gruppe SPD/ Bündnis 90/Die Grünen vom 10.02.2016: „Die Zukunft des Vamos am Standort Campus sichern“). Dieser LzOnline-Artikel ist die Dokumentation einer schlechterdings unfassbaren Vermengung von privaten und öffentlichen Interessen, von Anmaßung, Selbstherrlichkeit, Verlogenheit und Heuchelei, von gutgelaunter Koketterie mit lange gewachsenen Usancen der Vetternwirtschaft, der Vorteilsnahme und der lässlichen, der gewohnten oder vielleicht sogar ganz gewöhnlichen Korruption in Denken und Handeln bis hin zur Andeutung von Erpressungsbereitschaft und einem grellen, in seiner grotesken Schamlosigkeit bizarren Schlusswort des Geschäftsmanns Paul Reichwaldt, der ohne jeden Sinn für Angängigkeit und Anstand vor aller Welt bekannt macht, er und sein Kompagnon Hoppe hätten gerne beide Hallen, denn nur beide, alte wie neue, Vamos wie Lüneburg Arena, ergäben Sinn, „die Verknüpfung ist wichtig“.

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/334445-hin-und-her-ums-vamos

    • Da geht in Lüneburg aber etwas verdammt schief. Das die hiesigen Medien und wachsamen Staatsanwaltschaften nicht aufhorchen macht ein als Bürger nicht nur betroffen sondern äußerst besorgt. Da hilft auch kein Denkzettel an der Wahlurne mehr.

      • Klaus
        ich verstehe etwas nicht. die medien machen es hier doch gerade bekannt. sollen die auch noch anklage erheben? vorwürfe sollte man genauer treffen, meinen sie nicht? prüfe, wer sich ewig bindet. schmunzel.

    • Liebe(r) Frau (oder Herr) Klaus, „Staatsanwaltschaften“ haben hier nichts verloren. Alles, was im Stadtrat, im Kreistag, in den Verwaltungen und in den verschiedenen Ausschüssen läuft, bewegt sich im Rahmen geltender Gesetze. „Man“ nutzt eben die „informellen“ Spielräume. Auch gibt es für „kreative“ Konstruktionen bei der Finanzierung und Ausführung solcher Bauvorhaben in einer astronomisch hoch verschuldeten Stadt immer viele gute Gründe. Wie soll „man“ denn Vetrauen schenken, wenn da ein Außenstehender mitmischt? PPP bedeutet zum Beispiel, dass sich Ausschreibungspflichten umgehen lassen und dadurch (im Idealfall) Zeit und Kosten gespart werden (, was allerdings nie ganz sicher ist, da man Leistung, Qualität und Angebot möglicher, aber von vornherein ausgeschlossener Wetbewerber gar nicht kennen kann). Und, liebe(r) Frau (oder Herr) Klaus, „die hiesigen Medien“ sind wachsam und sie berichten, wie es sein soll. Neunzig Prozent dessen, was man als interessierter Bürger wissen könnte und wissen sollte, ist in der Landeszeitung zu finden. Ein Beispiel, das in den Zusammenhang des Bauvorhabens „Arena Lüneburger Land“ gehört, ist die Geschichte um die alte Villa am Bürgergarten, in der zuletzt der CDU-Kreisverband beheimatet war. Wunderbare Zufälle haben dafür gesorgt, dass dieses Gebäude am Lösegraben, das Andreas Ohlms, Geschäftsführer der Firma Ohlmsbau, gerade hat abreißen lassen, „über den Immobilienmakler Jürgen Sallier“ auf ihn gekommen ist. Angeblich schon Ende 2015. (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/346041-alte-villa-am-loesegraben-abgerissen) An anderer Stelle ist zu lesen: „Der Hausverein der CDU hatte die Geschäftsstelle Anfang des Jahres an einen Lüneburger Investor (Jürgen Sallier nämlich) verkauft. (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/344107-lueneburg-alte-villa-vor-dem-abriss„) Ende 2015 oder Anfang 2016, was macht da schon den Unterschied? Wichtig ist, dass dieses Geschäft in der Planungsphase des „Sport- und Eventhallenbaus“ fiel und dieselben Personen und „Institute“ beteiligt waren. Hinzu kommt, dass erst nachdem Andreas Ohlms „im März“ für das von Herrn Sallier erworbene Filetgrundstück seine Baugenehmigung beantragt hatte, Stadtbaurätin Heike Gundermann ausruft, man müsse die „Bebauung in Lüneburg planvoll gestalten“, denn „nicht alles was Bauherren wünschen, tut auch den Vierteln einer Stadt gut. Um das Areal entlang des Lösegrabens mit seinen Gartenflächen vor „unangemessener Bebauung“ zu schützen, will die Stadt den Bebauungsplan ‚Altenbrücker Damm/Lüner Damm‘ aufstellen. Da so ein Verfahren dauert, schlägt die Verwaltung eine Veränderungssperre vor“. (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/349448-bebauung-lueneburg-2) Wohlgemerkt: diese Initiative wird pausbäckig in die Welt trompetet, einige Monate NACHDEM Herr Sallier, der ja immerhin als Führer der „privaten Objektgesellschaft“ beim Arena-Projekt die „private“ Komponente simuliert, sein Geschäft in trocknen Tüchern hat. Honi soit qui mal y pense!

      Ich bin daher nicht ganz Ihrer Ansicht, liebe(r) Frau (oder Herr) Klaus. Ein „Denkzettel an der Wahlurne“ wird nicht mehr helfen. Da stimme ich zu. Aber angesichts der Scham- und Hemmungslosigkeit, mit der die eingeschliffenen „Routinen“ von allen drei Volksparteien praktiziert und sogar öffentlich zur Schau gestellt werden, kann NUR der Gang zur Wahlurne helfen. Achtzig Prozent der jetzigen Stadtrats- und Kreistagsmitglieder gehören endlich abgewählt.

      • Berthold Weinrich

        Apropos „Usancen“,

        einen Schildbürgerstreich besonderer Güte haben sich neuerdings die LüneLINKEn geleistet. Sie heben „den Wohnpark am Wasserturm aufs Wahlplakat und fordern Sozialwohnungen statt Luxusbauten“. Die Bauherren dieses „Wohnparks“ sind bekanntlich die Herren Felix-Benjamin und Eberhard Manzke. „Bei der Unternehmensgruppe Manzke mit Hauptsitz in Volkstorf jedoch ist seit einiger Zeit im Bereich Verwaltung auch Michèl Pauly (Fraktionschef der Linken im Lüneburger Stadtrat) als Assistenz der Geschäftsführung in Brot und Lohn.“ (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/350488-wahlkampf-gegen-den-eigenen-chef)

        Eine echte Zwickmühle für Michèl Pauly, den vollmundigen Verfechter sauberer politischer Verfahren in der Lüneburger Gemeindevertretung. Es ist selten, dass ein Spitzenkandidat von seinen eigenen Leuten mit einem Schlage demontiert wird. Da muss es wohl ein „Kommunikationsproblem“ mit der Marketingabteilung gegeben haben. Wie lassen sich für den GF-Assistenten der Firma Manzke und für den politischen Widersacher des Baulöwen und Ratsherren Manzke eigentlich die Interessenkonflikte zwischen sozialen Zielen im Rat und realen Praktiken im Bauausschuss auflösen? Ist dies der moralische Hasard, quasi der innere Misthaufen, auf dem am Ende doch wieder nur das „Ratsfüchsische“ gedeiht? Auch Paulys Vorbild, der Napoleon von der Saar, hat sich mit mehrfachen Loyalitäten „arrangieren müssen“ und können. Josef Ackermann von der Deutschen Bank griff den Lebensstil von Oskar Lafontaine, vom 16. Juni 2007 bis zum 15. Mai 2010 neben Lothar Bisky Parteivorsitzender der damals neugebildeten Partei Die Linke, kritisch auf: Im Gespräch mit dem Spiegel äußerte der Bankchef im März 2008: „Jüngst habe ich ein Foto von Oskar Lafontaines Villa gesehen: Der lebt wesentlich prunkvoller als ich. Wird dem je vorgehalten, dass er sich vom normalen Leben entfernt hat?“ (Der Spiegel, Nr. 10 vom 3. März 2008, http://www.spiegel.de/spiegel/a-538963.html)

        • Diener zweier Herren

          Guter Kommentar. Den Michel Pauly-Artikel konnte man ja schon am Freitag plötzlich nicht mehr kommentieren. Warum eigentlich nicht? Stadtrat Pauly und Stadtrat Manzke innig ineinander verhakt, das ist doch eine mindestens ebenso aufregende und diskussionswürdige Konstelletation wie der Interessengegensatz zwischen einem IHK-Haupgeschäftsführer und einem Kaufmannsvereinspräsidenten in Personalunion.

          Andreas Wilhelm

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Dieses Plakat wurde von Michèl Pauly weder entworfen noch in Druck gegeben und richtet sich gegen keine private Person. Das von mehreren Mitgliedern entworfen und gestaltete Plakat wurde alleine von ihm abgelehnt (mit der Befürchtung einer „Einbestellung“ bei seinem Chef), aber vom Wahlkampfteam ansonsten einstimmig beschlossen. Warum nun ausgerechnet dieses Gebäude: Die vier verschiedenen Themenplakate sollten alle eine satirische Komponente haben, deshalb haben wir die einzelnen Aussagen auch in Anführungszeichen gesetzt (schon Tucholsky sagte: „Wenn man in Deutschland Satire macht, muss man die Anführungszeichen mitsprechen.“). Um diese Satire deutlich zu machen, muss jedoch ein krasser Gegensatz zwischen Bild und Aussage dargestellt werden und da waren wir der Meinung, dass die anderen Neubauten zu gleichförmig und eintönig sind. Es sollte insofern sogar eine Ehre für Herrn Manzke sein, dass sein architektonisch gelungenes Bauobjekt von uns ausgewählt wurde. Ich hoffe nur, dass Herr Manzke genug Demokrat ist um zwischen beruflicher Tätigkeit und privatem ehrenamtlichen Engagement zu differenzieren.

        • Lieber Karlheinz Fahrenwaldt,

          Sie fechten (A) gegen Windmühlen, als seien sie Riesen, und übersehen (B) die heiklen persönlichen Verflechtungen, als seien sie Zwerge.

          Zu (A): Kein Mensch hatte angenommen, dass „dieses Plakat von Michèl Pauly entworfen und in Druck gegeben“ wurde, um Eberhard Manzke eine lange Nase zu drehen. Ich glaube außerdem, dass die von Ihnen dankenswerter Weise noch einmal recht umständlich erklärte „satirische Komponente“ in ihrer ganzen plump kontrastierenden Aufdringlichkeit niemandem (auch den zahlreichen Mitgliedern des Manzke-Clans vermutlich nicht) verborgen bleiben konnte. Doch was das Wirklichwerden des ehrenumschauerten Stolzes anbelangt, mit welchem Ihre Motivauswahl zu begrüßen, Sie den Herren Manzke, Manzke & Manzke anempfehlen, stellen sich wohl nicht nur bei mir einige Zweifel ein. Dagegen bin ich überzeugt, „dass HERR MANZKE Demokrat genug ist, um zwischen beruflicher Tätigkeit und privatem ehrenamtlichen Engagement zu differenzieren.“ Ja, in Lüneburg dürfte es wohl keinen Zweiten geben, der an Herrn Manzke in seinem Geschick bei dieser Art des Differenzierens heranreichte.

          Zu (B): Worum es geht, lieber Karlheinz Fahrenwaldt, ist vielmehr die von Ihnen und „mehreren anderen Mitgliedern“ Ihrer Partei mutmaßlich nicht beabsichtigte „satirische Komponente“ Ihres „vom Wahlkampfteam einstimmig beschlossenen“ Themenplakats. Nicht der schale Witz der blöden Gegenüberstellung von Protz im Bild und Not in Worten nämlich, sondern die hinter diesem Unglück werblicher Einfalt sich machtvoll erhebende Frage, ob HERR PAULY „Demokrat genug ist, um zwischen beruflicher Tätigkeit und privatem ehrenamtlichen Engagement zu differenzieren“, ist der eigentliche Knalleffekt Ihres Reklameposters. Indem Sie das „architektonisch gelungene Bauobjekt“ von Herrn Eberhard Manzke herausstellen, exponieren Sie zugleich Ihren Parteikollegen, aber Manzkes Mitarbeiter und Ratskollegen Michèl Pauly, der sich ab nun sicher wieder und – zu Recht – verstärkt fragen lassen muss, wie unabhängige kommunalpolitische Kontrolle des umtriebigen CDU-Ratsherren, Bauausschussmitgliedes und Interessenvertreters in eigener Sache, Eberhard Manzke, und berufliche Pflichten und Abhängigkeiten gegenüber dem Bauunternehmer und Firmenchef Eberhard Manzke eigentlich zusammengehen können.

          • Hermann Kules

            Ja, in Lüneburg dürfte es wohl keinen Zweiten geben, der an Herrn Manzke in seinem Geschick bei dieser Art des Differenzierens heranreichte.
            Geschick ist das richtige Wort.Hat mit Ehrlichkeit selten etwas zu tun. Übringens, er soll im Wasser abgraben ganz groß sein. Oder genau im Gegenteil, Wasser im Keller.

          • Sehr geehrter Herr Kules,
            zum Plakat möchte ich mich auch weiterhin nicht äußern und bitte da auch um Verständnis.

            Zu Ihrer grundsätzlichen Frage der Abhängigkeit möchte ich dennoch Stellung nehmen. Es ist so, dass materielle Abhängigkeit, und dazu gehört insbesondere ein Arbeitsverhältnis, die Neutralität selbstverständlich beschneidet. Andernfalls müsste man ja gegen seine Kolleginnen und Kollegen agieren und wäre dauerhaft in einem Zwiespalt. Dies trifft auf mein Arbeitsverhältnis ebenso zu wie bei Beschäftigten des öffentlichen Diensts, Unternehmer, usw….
            Ich habe für mich entschieden, mich bei allen Themen die meinen Arbeitgeber betreffen konsequent herauszuhalten. Auch wenn es um Themen geht, bei denen eventuell mal eine Befangenheit entstehen könnte (Projekte in Planung, Gedankenspiele, etc.). Im Rat oder in den Ausschüssen (insbesondere dem Wirtschaftsausschuss) setze ich mich deswegen auch von Zeit zu Zeit raus. Es betrifft ca. 1% der Themen und bei diesen wird unsere Position dann eben durch Rainer vertreten.

            Was ich mir an grundsätzlichen Überzeugungen habe, etwa das Thema Vermögenssteuer oder öffentliche Beschaffung, das kann ich bedenkenlos auch weiter vertreten. Da ist meinem Arbeitgeber bewusst wer ich bin und wofür ich stehe.

          • Lieber und sehr geehrter Herr Pauly,

            Sie werden lachen, ich glaube Ihnen, weiß Ihre Ratsarbeit sehr zu schätzen und halte Sie für eine der ganz wenigen durch und durch integeren Personen im politischen Leben unserer schönen alten Stadt. Trotzdem bleibt die Frage, wie Sie sich künftig zum Themenkomplex Bauen und Wohnen in Lüneburg und Umgebung glaubhaft wollen äußern können, wenn es in der Vergangenheit, in der Gegenwart und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Zukunft die Unternehmensgruppe Ihres Arbeitgebers war, ist und sein wird, welche markante Leitlinien der „städtischen Entwicklung“ mitbestimmt und realisiert. Nehmen Sie nur ein einziges winziges Detail aus der vielfach ineinander verschränkten Beziehung: Die Stadt betreibt die „Lüneburger Parkhaus und Verwaltungs GmbH“ über ihre Tochter Lüwobau zusammen mit der Firma Manzke. Zugleich ist Herr Eberhard Manzke Ratsherr und damit Berater und Kontrolleur der Verwaltung und ihrer kommunalen Betriebe und außerdem Mitglied in den Ausschüssen für Wirtschaft und städtische Beteiligungen (dessen Vorsitzender er von 2006 bis zur Wahlniederlage der CDU in 2011 sogar gewesen ist), für Bauen und Stadtentwicklung, im Aufsichtsrat der Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH und im Verwaltungsrat der Sparkasse Lüneburg. Ganz zu schweigen von dem Kampagnenengagement des Baustoffhändlers Manzke zusammen mit IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert zugunsten der A39, etc., etc.

            Wo wollen Sie in diesem Dschungel von Abhängigkeiten, Verpflichtungen und Interessen die Stimme erheben, Herr Pauly, ohne entweder Ihrem beruflichen Dienstherrn auf den Schlips zu treten oder sich des Verdachts der abwägenden Zurückhaltung und des schweigenden Geschehenlassens auszusetzen? Und ist es wirklich eine Entschuldigung, dass diese innere Zwangslage auch andere Personen betrifft oder betreffen könnte? Würden Sie etwa nicht dazwischenfahren, wenn Sie erführen, wie Ratsperson X sich für eine Sache stark macht, die primär Geschäftsmann Y einen Vorteil verschafft und sekundär dem Gemeinwohl schadet (jedenfalls diesem nicht oder nur scheinbar dient)?

            Wie wollen Sie beispielsweise überzeugend zu den Beschaffungs- und Finanzierungsvorgängen sowie zu der abgeschmackten Verfahrenskomödie der Lüneburger Grünen und der Lüneburger Sozialdemokraten um die sogennante Hoppenstedtsche Sport- und Eventhalle Stellung nehmen, die hier gerade so vehement diskitiert wird? Gewiss, das sagenhafte PPP-Modell und seine Kosten zum Nachteil der „öffentlichen Hand“ haben Sie als einziger klar benannt. Dafür danke ich Ihnen. Aber zur sattsam bekannten „Struktur“ des „Eintütens“ und des ebenso sattsam bekannten Personals der daran Beteiligten können Sie eben nichts sagen, weil Sie sonst über Gebräuche und Gewohnheiten reden müssten, die auch Ihrem Arbeitgeber nicht unbekannt sind.

          • Sehr geehrter Stadtrat Herr Pauly

            Im LINKEn Kommunal(WAHL)programm für Lüneburg lautet unter Punkt 4.1 („Bürger*innenbeteiligung“) die erste Ihrer Forderungen: „Im Rat und Kreistag sind Kriterien gegen Korruption im Zusammenhang mit öffentlichen Vergabeverfahren zu erarbeiten, an die sich sowohl Verwaltung als auch Politik strengstens zu halten haben. Jeder Verstoß dagegen muss sofort veröffentlicht werden. Alle bekannt werdenden Verstöße sind in ein Korruptionsregister einzutragen.“

            Würden Sie sich zutrauen, Ihrem Ratskollegen und Arbeitgeber Eberhard Manzke die Notwendigkeit dieser Forderung anhand von Beispielen aus der jüngeren Vergangeheit zu erläutern (sagen wir einmal im Zeitraum zwischen dem Abriss der Nordlandhalle ab Mitte Juli 2012, den Investitionen der „Wohnpark Am Wasserturm GmbH“ von über 15 Millionen Euro während der darauf folgenden zwei Jahre, den inzwischen andauernden Spekulationen über das mögliche wachsende finanzielle Engagement von Kreis und Stadt beim Libeskind-Audimax bis hin zu den Hintergründen der am 18. und 22. August anstehenden Entscheidungen über „Vertragsentwürfe“ für die „Arena Lüneburger Land“, von der – u. a. – bereits feststeht, dass sie als „Sparkassenarena“ in die Stadthistorie eingehen wird) ?

            MlG, Doris Vossler

  8. Gute Nachrichten für Lüneburgs Bauausschuss

    Thomas Bach, Chef des Internationalen Olympischen Komitees, verspricht „saubere Spiele“; um dieses Ziel zu erreichen, will er sich in Rio jeden Tag dreimal duschen und hat Bundespräsident Gauck keine Eintrittskarte zukommen lassen. +++ Laut einer Umfrage unter den Athleten wollen in Rio lediglich 97 Prozent der Sportler dopen – nur drei Prozent werden gezwungen.

    Gisela Karrass

  9. mein lieber Karlheinz
    Das von mehreren Mitgliedern entworfen und gestaltete Plakat wurde alleine von ihm abgelehnt (mit der Befürchtung einer „Einbestellung“ bei seinem Chef)
    ich habe mal einen meiner chefs wegen betruges angezeigt. mir war klar, was die folge sein wird. hm, ich stehe zu dem, was ich sage und was ich denke. echte demokraten mit einem arsch in der hose verhalten sich nun mal so. übrigens, ich hatte zu der zeit da schon eine familie und musste nicht nur allein für mich denken. bestimmte verhaltensmuster akzeptiere ich einfach nicht, egal was kommt. es gibt da immer den entschuldigenden weit verbreiteten satz: ,,du würdest es an der gleichen stelle doch genau so machen“. würde ich nicht. es sind eben nicht alle gleich. und wer es eben glaubt, weiß es nicht besser.

  10. Sehr geehrter Herr Kules,
    weil stimmt was Sie über die Parkhausgesellschaft(en) gesagt haben, halte ich mich beim Thema „Parken“ in Lüneburg politisch komplett zurück. In diesem Feld bin ich sogar in mehrfacher Hinsicht befangen.

    Beim Thema „Arena Lüneburger Land“ habe ich eben gerade im Wirtschaftsausschuss kein Blatt vor den Mund nehmen müssen und habe das PPP-Modell massiv kritisiert. Andere Wirtschaftsausschussmitglieder sahen das anders als ich. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Durch die relativ intimen Kenntnisse wirtschaftlicher Interessen und Vorgänge kann ich nochmals besser einschätzen, wo ich auf welche wirtschaftlichen Interessen treffe und wie diesen zu begegnen ist. Ich sagte übrigens nie das diese (kapitalistischen) Anliegen illegitim sind. Ganz im Gegenteil, das ist Aufgabe eines wirtschaftlich arbeitenden Unternehmens – Gewinne zu machen. Möglichst sicher, möglichst viel. Ich sehe es als Aufgabe von Politik widerstrebende Interessen der Öffentlichkeit und von Unternehmen zu erkennen und gegebenenfalls zu steuern, so dass entweder Anreize geschaffen werden, dass kapitalistisches Handeln im öffentlichen Interesse ist (z.B. „nur wenn ihr günstigen und guten Wohnraum schafft, bekommt ihr das Grundstück und könnt damit Geld machen“) oder aber die öffentliche Hand selbst die Aufgaben erfüllen zu lassen. Dafür plädiere ich bei dem Thema SVG-Halle. Ich glaube, gerade WEIL ich auch die Unternehmensseite kenne, kann ich einiges sehr gut einschätzen und einordnen. Ich würde mir auch wünschen, einige andere Kommunalpolitiker würden verstehen warum Unternehmen wie handeln und wie argumentieren.

  11. Was haben Michèl Pauly und Eberhard Manzke mit dem Lüneburger Immobilienmakler Jürgen Sallier zu tun, der Eigentümer des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs ist, der der künftigen Sport- und Eventhalle weichen und nun abgerissen werden soll?

    Kann mir das mal einer erklären?