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17 Jungs und drei Mädchen machen zur Zeit die Lüneburger Straßen unsicher. Die Hansestadt ist jedoch zur ein Zwischenstopp auf der großen Tour von Gifhorn nach Hamburg.  Foto: be
17 Jungs und drei Mädchen machen zur Zeit die Lüneburger Straßen unsicher. Die Hansestadt ist jedoch zur ein Zwischenstopp auf der großen Tour von Gifhorn nach Hamburg. Foto: be

Per Longboard von Gifhorn über Lüneburg nach Hamburg

ap Lüneburg. Der Englischtest hat Jacob zu weit mehr als nur Vokabeln inspiriert: Auf der Rückseite skizzierte der 13-Jährige eine Tour bis nach Hamburg. Der Schüler aus Wolfenbüttel ist begeisterter Longboarder. Zusammen mit seinen Freunden Sergey und Janis sponn er die Route weiter, scheiterte jedoch an der Erlaubnis seiner Eltern. Nun hat sich der Plan zu einer organisierten Ferienfreizeit entwickelt. 20 Jugendliche, darunter auch zwei Flüchtlinge, im Alter von elf bis 15 Jahren machen zurzeit Halt in Lüneburg.

„Meine Mutter wollte nicht, dass wir allein nach Hamburg fahren, also hat sie in der Schule ihren Kollegen gefragt“, erzählt Jakob. „Er fährt schon sehr lange Longboard.“ Lutz Kiehne war für die Idee sofort zu haben, er holte den Sponsor Brettsport und Thomas Schwarze vom Bezirksjugendwerk der Awo Braunschweig mit ins Boot. „Dann haben wir eine Testfahrt nach Gifhorn gemacht, zusammen mit ein paar Freunden“, erinnert sich Jakob. In diesem Jahr hat die Awo die Freizeit dann offiziell ausgeschrieben: eine Longboard-Tour von Gifhorn über Schönewörde, Bad Bodenteich, Uelzen, Lüneburg und Winsen bis nach Hamburg-Harburg. Durch den alten Elbtunnel geht es dann weiter zu den Landungsbrücken.

Bis zum Zwischenstopp in Lüneburg gab es schon einige Zwischenfälle. „50 Meter nach dem Ausstieg aus dem Zug fiel dem ersten Jungen die Rolle ab“, erinnert sich Lutz Kiehne, der zusammen mit vier anderen die Aufsicht über die Gruppe hat. Es kam noch schlimmer: Einer stürzte, brach sich Elle und Speiche im Arm. Kiehne: „Krankenhaus und ab nach Hause.“

Auch unfreiwillige Tauchgänge waren schon Programm. „Die Boards sind unter dem Geländer einer Brücke durchgerutscht und im Kanal verschwunden“, sagt Kiehne, der aber mittlerweile darüber lachen kann. „Zum Glück sind sie nah am Ufer gelandet.“

In Lüneburg steht vor allem auch Freizeit im Vordergrund. Stehpaddeln auf der Ilmenau, die Stadt erkunden und Pizza essen. Darauf freuen sich auch Jacob und seine beiden Freunde. Denn die Tour quer durch Niedersachsen ist „schon ein bisschen anstrengend“, sagt Sergey. Täglich würden sie rund 25 bis 30 Kilometer zurücklegen. „Mit den Pausen gleicht sich das aus.“ Auf langen Strecken hätten sie jedoch wenig Übung. „Wir fahren meist durch unser Dorf“, erzählt der 14-Jährige, „ab und zu aber auch in den Nachbarort“. Dort befinde sich ein verlassener Bahnhof, der sich überaus gut zum Longboarden eigne.

Die Stopps zwischendurch nutzt die Gruppe aber auch, um die Boards zu pflegen. „Es hält schon eine Weile, aber nur wenn man sich gut darum kümmert“, weiß Sergey, der sein Longboard vor eineinhalb Jahren bekam. Es nach dem Fahren einfach in die Ecke zu stellen, sei nicht ratsam, „wenn es nass wird, gehen die Kugellager kaputt“, erklärt der geübte Fahrer. „Das ist schon viel Verantwortung.“