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Die Nachbarschaft stärken

as Lüneburg. Raum zum Leben schaffen ist das Anliegen der Sieb Meyer Stiftung, die zahlreiche soziale Projekte ins Leben gerufen hat und fördert. Wohnraum zum Leben gefunden hat zum Beispiel Hans Schmidt in den Häusern Im Tiefen Tal, die die Stiftung mit Millionen-Investitionen 2002 und 2003 geschaffen hat. „Hier lebt es sich gut. Die Stiftung kümmert sich sehr im Zusammenspiel mit dem Herbergsverein darum, dass alles in Schuss ist und der Laden läuft“, sagt der 61-Jährige. Der Lüneburger hatte nach einem Wohnungsbrand zunächst in der Herberge am Benedikt gewohnt, bevor er eine Wohnung Im Tiefen Tal bekam. Nun ist dort ein Nachbarschaftsprojekt gestartet, das ebenfalls von der Stiftung initiiert und finanziert wird.

Genau zehn Jahre ist es her, dass die Sieb Meyer Stiftung gegründet wurde. Hervorgegangen ist sie aus der bereits 1989 gegründeten Reinhard-Sieb-Stiftung und der Johannes-Meyer-Stiftung, deren Grundstein 2000 gelegt wurde. Den beiden Stiftern, die auch die Gründer des Industrieunternehmens Sieb Meyer AG sind, war es ein Anliegen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Sie legten den Grundstock dafür, dass schutzbedürftige Menschen in Lüneburg und Umgebung unterstützt werden können. In zweiter Generation sind stetig Projekte umgesetzt worden. So bietet die Stiftung Gruppen Raum, fördert die psychosoziale Kontaktstelle „Stövchen“ sowie die Einrichtung „Lichtblick“, die Kinder und Jugendliche bei der Trauer begleitet. 2008 wurde das Beratungszentrum „Leben mit Krebs“ ins Leben gerufen, 2011 die Kita WigWam eröffnet, die Stiftung stellte das Grundstück zur Verfügung und finanzierte den Bau mit. „Das Ganze konnte nur gelingen, weil sich hier viele Menschen mit hervorragenden Kompetenzen und Freude am Tun engagieren“, sagt der Stiftungsvorsitzende Markus Meyer.

Stiften, klar gebunden an den Stiftungszweck, bedarf aber auch guter Ideen und neuer Ziele. So etwas soll nun mit dem Nachbarschaftsprojekt in den Wohngebäuden Im Tiefen Tal wachsen. Die waren von der Stiftung mit 1,8 Millionen Euro einst saniert und neu gebaut worden. Hedi Wegener vom Stiftungsvorstand war ehemals bei der Stadt im Bereich soziale Dienste tätig: „Zuvor waren die Zustände primitiv. Es gab keine sanitären Einrichtungen in den Baracken, der Sanierungsbedarf war enorm.“ Entstanden sind 30 freundliche Wohnungen, in denen zirka 40 Personen leben. Außerdem sind Räume an die Lüneburger Tafel vermietet.

„Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf zu haben“, ist sich Markus Meyer mit Hedi Wegener und Eckard Ahrens vom Stiftungvorstand einig. Mit dem Herbergsverein, der die Wohnungen verwaltet, wurde das Projekt Nachbarschaftshilfe aus der Taufe gehoben. Zweimal pro Woche sind nun zu festen Zeiten Ansprechpartner im Haus, finanziert von der Stiftung. Ihnen können die Bewohner Anliegen vortragen, die Mitarbeiter vermitteln Hilfe im täglichen Leben. „Außerdem unterstützen sie dabei, dass soziale Kontakte geknüpft werden können. Zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen, Spielenachmittagen oder Frühstückstreffen“, erläutert Petra Grebe, Mitarbeiterin des Herbergsvereins, die das Projekt leitet. Stiftungsvorsitzender Markus Meyer sieht darin ein niedrigschwelliges Angebot, um Gemeinschaft zu fördern. Das begrüßt auch Bewohner Hans Schmidt: „Natürlich kennen sich die meisten hier, aber über das Projekt werden die sozialen Kontakte verstärkt.“ Man rücke ein Stück zusammen, wie vor einigen Wochen, als ein Mitbewohner gestorben sei und man bei einem Treffen seiner gedacht habe.