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Naturalien als Lohn für Lehrer

rast Lüneburg. Während es in Deutschland schon mal hitzefrei gibt oder die Schule im tiefsten Winter mal ausfällt, gibt es im afrikanischen Dorf Kinak die komplette Regenzeit über keinen Unterricht – da es dann auch keinen Schulraum gibt, denn die in einfachster Bauweise errichtete Hütte wird Opfer des Wetters, muss nach der Regenzeit neu aufgebaut werden. Helfen will hier Forut, die Entwicklungshilfeorganisation der Guttempler. Vorsitzende von Forut Deutschland ist Ulrike Klahn, die auch die Lüneburger Guttempler leitet. Ihr Mann Dietmar Klahn besuchte jetzt drei Wochen lang den afrikanischen Staat Guinea-Bissau und berichtet über seine Erfahrungen am Sonnabend, 2. März, ab 16.30 Uhr in einem öffentlichen Vortrag im Guttemplerhaus, Wallstraße 42.

In dem afrikanischen Staat fördert Forut bereits drei Schulen und zwei Kindergärten. Das neueste Projekt, das auch mit Geld der Lüneburger Guttempler unterstützt werden soll, ist die Schule in dem kleinen Bauerndorf Kinak, das zwischen der Hauptstadt Bissau von Guinea-Bissau in Westafrika und Ziguinchor im Senegal liegt. Dietmar Klahn weiß: „Die Dorfbevölkerung kann sich zwar selbst ernähren, ist aber durch nur geringe Vermarktungsmöglichkeiten ihrer Ernten nicht in der Lage, ausreichend Geld für einen Schulbau zu erwirtschaften.“ Die Hütte bietet lediglich einen Raum, in dem zwei Klassen unterrichtet werden – eine vormittags, eine nachmittags. Im Einzugsbereich leben 300 schulpflichtige Kinder, Dietmar Klahn: „Sie haben einen Lehrer, der von den Eltern bezahlt wird – nicht mit Geld, sondern in Naturalien.“

Jetzt soll die Hütte einem stabilen Bau weichen, der auch dem Regen standhält: „Die erforderliche Finanzierung bezieht sich derzeit ausschließlich auf Baumaterial, insbesondere Zement und Wellblechdachelemente sowie auf Befestigungsmaterial.“ Zudem soll die Schule endlich vernünftige Tische und Bänke erhalten, wobei alle Arbeitsleistungen wie das Fertigen von Holzbänken von den Eltern erbracht werden.

Dietmar Klahn war bereits 2011 mit seiner Frau Ulrike auf Projekt-Reise in Guinea-Bissau, besuchte das Land 2012 erneut: „Im Juni war der Mechaniker Paul Secka aus dem Ort Serekunda unser Fahrer. Kinak ist sein Heimatdorf, auch er hat diese Schule vor Jahren besucht, einige seiner Geschwister leben heute noch dort.“ Paul Secka stellte für das neue Schulprojekt den Kontakt zwischen der Guttempler-Organisation Guinea-Bissau und dem Lüneburger Ehepaar von der Hilfsorganisation Forut her.

Der Name Forut stammt aus dem Norwegischen und bedeutet „Voraus“ im Sinne von Zukunft. Infos über die Arbeit der Organisation gibt es unter www.forut.de im Internet.