Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mit Leihrad quer durch die Stadt

ben Lüneburg. Flexibel, einfach und bequem soll das Fahrradverleihsystem StadtRAD Lüneburger, Studenten und Touristen durch die Stadt bringen – in den ersten 29 Minuten sogar kostenlos. Auf den Sattel schwingen können sich alle, die eine Anmeldegebühr in Höhe von 5 Euro bezahlt haben, Studenten der Leuphana Universität kostet die Anmeldung nur 1,50 Euro pro Semester. Einer entsprechenden Erhöhung des Semesterbeitrages hatten sie bei der Hochschulwahl im Dezember mehrheitlich zugestimmt. Jetzt haben Uni-Vizepräsident Holm Keller und der städtische Verkehrsdezernent Markus Moßmann den Vertrag unterzeichnet, der den Startschuss für zunächst drei Jahre StadtRAD Lüneburg markiert.

Los gehen sollte es eigentlich am 1. April, doch Anke Borcherding vom dritten Kooperationspartner, der Deutschen-Bahn-Tochter DB rent, sagt: „Der Termin ist zu ehrgeizig, das werden wir nicht schaffen.“ Allerdings soll StadtRAD Lüneburg „noch in der schönen Jahreszeit“ starten. An fünf Stationen sollen dann 50 Fahrräder ausgeliehen und wieder abgestellt werden können: am Bahnhof, am Sande, am Marktplatz und an den Uni-Standorten Scharnhorststraße, Rotes Feld und Volgershall. Leih- und Abgabestation müssen nicht identisch sein. „Das System garantiert die Verknüpfung zentraler Plätze“, sagt Moßmann, der sich eine „Entlastung des Busverkehrs“, vor allem zwischen Uni und Bahnhof, verspricht.

„In Lüneburg kommt man in einer halben Stunde mit dem Fahrrad relativ weit“, sagt Tanja Mühle, Projektmitarbeiterin des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA). Wer länger unterwegs ist, zahlt eine Leihgebühr von 8 Cent pro Minute, für Bahncardkunden sind es 6 Cent. Das Geld geht an die Deutsche-Bahn-Tochter DB rent, Anke Borcherding sagt: „In Lüneburg haben wir eine ideale Situation, denn zum Aufbau des Systems braucht es aktive Akteure vor Ort, die Geld in die Hand nehmen.“

Jeweils 24 000 Euro pro Jahr kommen von der Stadt und über die Semestergebühren-Erhöhung von der Uni. „Die Studierenden zahlen ihren Beitrag, damit städtische Infrastruktur geschaffen wird“, sagt Uni-Vize Holm Keller. Durch das Projekt würden Uni und Stadt zusammenrücken.

Konzeptionell orientiert sich StadtRAD Lüneburg an dem Verleihsystem in Hamburg. Kunden identifizieren sich mit ihrer EC-, Kredit- oder Kundenkarte und können dann maximal zwei Räder zeitgleich leihen. Die Fahrräder selbst sind mit einem Display versehen, über das sich das Fahrradschloss entriegeln lässt – und schon kann’s losgehen. Zwischendurch kann das Fahrrad jederzeit angeschlossen werden, die Abgabe allerdings ist ausschließlich an den StadtRAD-Stationen möglich. „Der Wiedererkennungswert ist ein großer Vorteil“, sagt Verkehrsdezernent Moßmann. Vielen Hamburg-Pendlern sei das Stadtrad aus der Elbstadt bekannt, sie wüssten, dass die Fahrräder „qualitativ hochwertig“ sind.

Damit das so bleibt, werden die Räder regelmäßig gewartet. Die Ersatzteile liefert DB rent, mit den Wartungsarbeiten der Lüneburger Räder beauftragt ist das Unternehmen Rad am Bahnhof, zunächst auf vier Monate zur Probe, so Anke Borcherding. Zu den Kunden von StadtRAD Lüneburg werden ihrer Einschätzung zufolge vor allem Studenten zählen, das Angebot richte sich aber an alle Lüneburger und auch an Touristen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Ulrich Löb (Grüne), sieht das Projekt als „Baustein zur Förderung des Fahrrades in Lüneburg. Das Projekt helfe, Versorgungslücken im öffentlichen Personennahverkehr in den Abendstunden und am Wochenende zu schließen.