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Was fehlt am Kreideberg?

as Lüneburg. Es ist ein Projekt mit Zukunftspotenzial: Der Kreideberg, zweitgrößter Stadtteil in Lüneburg, soll damit zu einem generationsübergreifenden Quartier entwickelt werden. Den Anstoß dazu hat die rot-grüne Mehrheitsgruppe gegeben, der Rat votierte inzwischen mit großer Mehrheit dafür. ,,Federführend sind dabei die Bürger gefordert. Sie sollen sich einbringen und sagen, was gewünscht ist. Denn die Bewohner des Stadtteils werden das Modell leben“, sagen Eduard Kolle (SPD) und Ernst Bögershausen (Grüne). Dazu startet nun in den kommenden Tagen eine Fragebogenaktion.

Mit der Umsetzung eines solchen quartierbezogenen Projektes soll erreicht werden, dass die Lebensqualität von Jung und Alt im Stadtteil Kreideberg gesichert und verbessert wird. Gleichzeitig sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass ältere Menschen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben können, auch wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sein sollten. ,,Bundesweite Studien belegen, dass 80 Prozent der Senioren diesen Wunsch haben. Da der Kreideberg einen hohen Anteil von älteren Bürgern hat, bietet er sich als Modellviertel an“, sagen die beiden Politiker, die aber auch unterstreichen: ,,Es geht darum, dass Quartier für ganz unterschiedliche Lebensphasen und Lebenslagen zu gestalten, der Kreideberg soll nicht das Altersheim Lüneburgs werden.“

Eingebunden werden sollen in das Projekt Vereine, Organisationen und Verbände, die vor Ort schon tätig sind. Auch der Unterstützung der Kommune bedarf es, wenn es um die Finanzierung und das Einwerben von Fördermitteln geht. Im Etat 2014 sollen laut Kolle und Bögershausen Mittel eingestellt werden für einen Berater, der das Projekt professionell begleitet und unter anderem Verhandlungen aufnimmt, ,,wenn es zum Beispiel darum geht, Wohnblöcke barrierefrei zu gestalten“.

Ganz wesentlich ist aber, was die Bürger im Viertel wünschen. ,,Teilnehmer der Bürgerplattform und interessierte Bürger werden in den kommenden Tagen in ihrer Nachbarschaft mit einem Fragebogen von Tür zu Tür gehen“, kündigt Kolle an. Antworten erhofft man sich auf rund 20 Fragen, zum Beispiel: Was schätzen Sie besonders am Kreideberg? Nutzen Sie Unterstützungsangebote bei der Versorgung mit Dingen des täglichen Lebens? Wie sicher fühlen Sie sich im Stadtteil? Erleben Sie Ihre Nachbarn unterstützend? Und natürlich geht es auch um die Frage: Was brauche ich, damit ich in zehn Jahren hier noch gut leben kann? Die Auswertung der Fragebögen erfolgt durch die Bürgerplattform. ,,Die Ergebnisse werden bei der Projektwoche vom 27. Mai bis zum 2. Juni auf dem Thorner Platz öffentlich vorgestellt“, sagen die Politiker.