Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Senioren-WG statt Altersheim
3095613.jpg

Senioren-WG statt Altersheim

as Lüneburg. Zwölf Lüneburger im Alter zwischen 50 und 75 Jahren, die sich regelmäßig in der psychosozialen Kontaktstelle „Stövchen“ treffen, streben ein gemeinsames Wohnprojekt für Senioren an. „Wir wollen nicht ins Altersheim, sondern möglichst lange selbstständig leben“, sagen Marianne Dippe (67) und Heidemarie Zerbe (64). Die Gruppe sucht nach Mitstreitern, die Ideen haben, wie man das Projekt auf den Weg bringen könnte.

„Unser Traum ist ein Haus mit mehreren Wohnungen, sodass jeder seine Räume hat. Alles sollte barrierefrei und ein Fahrstuhl vorhanden sein“, schildern die beiden Lüneburgerinnen die Vorstellungen, zu denen auch gehört, dass der Mietpreis pro Quadratmeter zwischen 6,50 Euro und 6,80 Euro liegen müsste, also sozialer Wohnungsbau. Gemeinsamer Wunsch ist auch, dass in dem Komplex nur Senioren leben sollten. Marianne Dippe: „Zu unserer Gruppe gehören unter anderem Menschen mit psychischen Erkrankungen, deshalb ist Ruhe in Krisensituationen absolut wichtig.“

Nachgehakt haben sie inzwischen beim Seniorenservicebüro, ob es solche Wohnmöglichkeiten in Lüneburg gebe. „Die haben unser Anliegen auch an den Oberbürgermeister weitergetragen, aber wir haben noch nichts gehört. Das Seniorenservicebüro hat uns auch ans Niedersachsenbüro ,Neues Wohnen im Alter‘ in Hannover verwiesen. Da hieß es aber, dass dieses keine Projekte in Lüneburg entwickelt.“ Auch an hiesige Politiker hätten sie sich gewandt – ohne Erfolg. „Kontakt haben wir auch mit Ulrich Thomsen vom Wohnprojekt LeNa aufgenommen. Das ist ja allerdings generationsübergreifend. Wir hingegen möchten gerne nur unter Senioren leben“, betont Heidemarie Zerbe und blickt mit Marianne Dippe Richtung „Hanseviertel Ost“: „Vielleicht ergeben sich dort ja Möglichkeiten.“

Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck sagt: „Wir haben von dem Anliegen bislang noch nicht gehört. Es ist sicherlich schwierig bis nahezu unmöglich, ad hoc eine größere Gruppe von Menschen mit besonderen Wohnbedürfnissen in Lüneburg zusammen unterzubringen. Am ehesten kann das funktionieren, wenn sich die Bürger zusammentun und selbst initiativ werden, dann kann die Stadt gern behilflich sein. Das bekannteste Beispiel, wo so etwas auf einem guten Weg ist, ist das Wohnprojekt LeNa, Leben in Nachbarschaft, das allerdings bewusst mehrere Generationen umfasst.“

Am Standort der ehemaligen St.-Ursula-Schule, aber auch in den noch ausstehenden Bauabschnitten im Hanseviertel habe die Stadt das Ziel, Wohnen für Senioren beziehungsweise preisgünstiges Wohnen zu ermöglichen. „Allerdings ist speziell auch im Hanseviertel gemischtes Wohnen vorgesehen, das heißt, dass auch Familien mit Kindern sowie Studenten dort wohnen werden. An beiden Projekten wird gearbeitet, aber sicherlich ist vor 2014/2015 noch keine dieser Senioren-Wohnungen bezugsfertig.“

Wer Kontakt mit der Gruppe aufnehmen möchte, wendet sich an Marianne Dippe unter Tel.: 5 00 99 37 oder Heidemarie Zerbe unter Tel.: 4 50 52.