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Viel erreicht, aber auch noch viel zu tun

lz Lüneburg. „Erste Schritte sind gemacht, aber wir sind noch lange nicht am Ziel“, findet Katharina Guhl, gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat. Ihre Ansicht untermauert sie mit Zahlen: 92 Prozent der Chefärzte, 98 Prozent der Zeitungschefredakteure, 81 Prozent der Professoren und 100 Prozent der Bauernverbandsvorstände in der Bundesrepublik seien Männer, unter den Alleinerziehenden dagegen seien nur etwa zehn Prozent Männer. Für die Grüne ein Zeichen, dass die Gleichstellung in vielen Bereichen der Gesellschaft noch nicht erreicht sei.

Eine partnerschaftliche Aufteilung der Berufs- und Familienarbeit sei nicht gegeben. Nach wie vor bestünden strukturelle Defizite, die die alten Rollenmuster zementierten. Die Forderungen der Grünen: Das Ehegattensplitting müsse abgeschafft werden. Steuerliche Erleichterungen müssten von der Zahl der Kinder, die in einem Haushalt leben, abhängig gemacht werden. Katharina Guhl und ihre Fraktionskolleginnen sind sicher: „Das geplante Betreuungsgeld wird wohl genau wie das Elterngeld fast ausschließlich von Frauen beantragt werden.“ Beim Elterngeld blieben zurzeit nur drei Prozent der Männer länger als zwei Monate beim Kind.

„Vor Ort setzen wir uns für ein ausreichendes, hochwertiges Krippen- und Kindergartenangebot ein und fordern eine Quote in städtischen Aufsichtsräten. Aber auch jedes andere hier ansässige Unternehmen beziehungsweise die IHK als deren Vertretung fordern wir auf, mehr für die Gleichstellung zu tun. Die Lohnlücke von durchschnittlich 22 Prozent zwischen Männern und Frauen ist nicht hinnehmbar“, sagen die Frauen der Lüneburger Grünen.

Auch in der eigenen Partei sei Gleichstellung kein Selbstgänger, räumt Claudia Schmidt, Sprecherin des Kreisverbandes, ein und beglückwünscht deshalb ihre Kollegin Claudia Kalisch vom Ortsverband Gellersen, der in diesem Zusammenhang besonders gute Arbeit geleistet habe. „Dort hat sich der Frauenanteil in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt, und der Vorstand besteht seit Kurzem mehrheitlich aus Frauen“, berichtet Claudia Schmidt.