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Monatelange Arbeit für 1,5 Sekunden

ahe Lüneburg. Vor dem ersten Rennen ist die Zuversicht groß im Rennstall der „Black Nitros“. Selbstbewusst formuliert Teammanager Jonas Fabian Richter das Ziel: „Der erste und der zweite Platz gehen an das Gymnasium Oedeme – und den ersten machen wir.“ Etwa ein Jahr lang haben er und seine fünf Mitstreiter im Alter von zehn bis 13 Jahren sich auf diesen Tag vorbereitet, haben konstruiert, gefeilt, im Windkanal getestet, Überlegungen verworfen und neue angestellt. Jetzt wird es ernst: Bei der Landesmeisterschaft des Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ muss sich ihr selbstgebauter Miniflitzer gegen die Boliden der Konkurrenz beweisen. Am Ende reicht es zu Bronze in der Gesamtwertung und den Konstruktionspreis. „Dark Chance“, der zweite Rennstall der Schule, wird mit einem Sonderpreis für die beste Teambox belohnt. Der Sieg geht in beiden Altersklassen – bis 15 Jahre und über 15 Jahre – nach Oldenburg.

In der Lüneburger Universität gehen am Sonnabend, 9. März, sechs Rennställe an den Start, um sich über die Landesmeisterschaft für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Auch das ist nur eine Zwischenstation, denn sogar eine Weltmeisterschaft gibt es bei dem Wettbewerb der Nordmetall-Stiftung, die damit mehr Schüler für technische Berufe begeistern will.

Bis dahin ist es ein weiter Weg. An dessen Anfang steht der Bau eines kleinen Rennwagens aus Holz, den die jungen Konstrukteure mit speziellen Programmen am Computer entwerfen. Für die Maße gibt es Vorgaben, schließlich muss das Fahrzeug am Ende auf die Rennbahn passen. So darf der Bolide nur maximal 6 Zentimeter breit und 21 Zentimeter lang sein. Rund 15 Modelle haben die sechs Jungs von den „Black Nitros“ ausprobiert, bis ihr Wunschrenner fertig war. „Er ist 18 Zentimeter lang und liegt nur 1,3 Gramm über dem Mindestgewicht“, sagt Jonas Fabian stolz. Schließlich gilt: Je leichter der Rennwagen, desto größer die Siegchance auf der rund 20 Meter langen Bahn.

Im vergangenen Jahr holte das Team „carTridge“ des Gymnaiums Oedeme den Titel in Niedersachsen, in diesem Jahr unterstützen die Sieger von 2012 ihre jüngeren Nachfolger. Jeder im Black-Nitros-Team hat eine klare Aufgabe. Jonas Fabian Richter ist der Teammanager, Merlin Arians Konstrukteur, Magnus Lücking Produktionsingenieur, Jannick Hoppler übernimmt das Sponsoring, Malte Topp und Johannes Baumeister kümmern sich um öffentliche Auftritte.

Wenn die Ampel von Rot auf Grün springt, ist all das Makulatur, dann zählt der Teamerfolg. Eine Gaspatrone im Heck lässt die Autos auf bis zu 120 km/h beschleunigen. Nach rund 1,5 Sekunden ist alles vorbei. In vier Rennen messen sich die Black Nitros mit den anderen Rennställen, dreimal saust ihr Flitzer zuerst durchs Ziel, nur den späteren Siegern aus Oldenburg müssen sie sich geschlagen geben – das bedeutet Platz 2 in der Knockout-Wertung. Für die Gesamtwertung zählen aber auch die Gestaltung der Box und die Präsentation.

Auch wenn es am Ende nicht zum Doppelsieg für die Teams aus Oedeme gereicht hat, ist Jonas Fabian „ganz zufrieden“. Und für ihn und seine Teamkollegen steht fest: „Nächstes Jahr machen wir wieder mit.“