Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Pfandgeld lässt Musik erklingen
3123421.jpg

Pfandgeld lässt Musik erklingen

kg Lüneburg. Jede Flasche eine gute Tat. Das ist das Motto der studentischen Initiative „Enactus“. Sie hat auf dem Uni-Campus gelbe Tonnen für Pfandflaschen aufgestellt. Anstatt sich den Pfand im Geschäft selbst zurückzuholen, können Studenten ihre Flaschen in die Tonnen werfen, der Pfand wird dann für einen guten Zweck gespendet. Rund 400 Euro kamen 2012 zusammen, das Geld überreichte die Initiative an die Psychosoziale Kontaktstelle „Stövchen“ der Diakonie, die damit ihre musikalischen Aktivitäten ausbauen will.

Bisher hat die Gruppe acht Tonnen auf dem Campus, an den Studentenwohnheimen und bei der Firma Holz Herbst aufgestellt. Doch sie möchte mehr gelbe Behälter bei Firmen platzieren. Projektleiter Hendrik Meyn startete die Aktion im November 2011, damals noch unter dem Namen „SIFE“ („Students In Free Enterprise“).

Probleme mit Diebstahl bereiten der Initiative Sorgen. Tonnen wurden aufgeschlitzt, Schlösser geknackt. „Bei der letzten Hörsaalgangparty haben wir beispielsweise eine zusätzliche Tonne aufgestellt“, erzählt Max Melter, Vorsitzender von „Enactus“. „Kommilitonen haben erzählt, dass die Tonne abends randvoll war.“ Am nächsten Morgen fanden die Studenten die Tonne aufgebrochen vor. An der Mensa fülle sich die Tonne im Sommer innerhalb von drei Wochen, bei Holz Herbst sei sie nicht ganz so gut frequentiert. Trotzdem suchen die Studenten verstärkt Unternehmen, die eine gelbe Pfand-Tonne bei sich aufstellen. „Dort haben wir die Sicher-heitsprobleme nicht“, glaubt der angehende Ingenieurwissenschaftler. Bislang ist es der Gruppe auch nicht gelungen, Tonnen in der Innenstadt aufzustellen. „Keiner will eine gelbe Tonne vor seinem Geschäft stehen haben“, erklärt Meyn. 15 Euro Pfand bringe eine volle Tonne. Bislang leeren der 25-Jährige und seine Mitstreiter die noch selbst. „Der Grundgedanke von „Enactus“ ist aber, dass man eine Aktion gemeinschaftlich aufbaut, sich auf eine Zielgruppe festlegt und das Projekt später ohne Zutun von uns weiterläuft“, sagt Meyn. Deshalb wollen sie die Leerung der Tonnen an eine Person übergeben, die etwa die Hälfte des gesammelten Pfands als Lohn bekommt. Die andere Hälfte soll gespendet werden. So laufe es zum Beispiel in Regensburg, wo bereits drei Personen für das „Enactus“-Partnerteam arbeiten. „Wir haben zum Beispiel schon mit der Diakonie gesprochen. Aus versichungstechnischen Gründen wäre es das Beste, wenn wir eine soziale Einrichtung finden, die bereits jemanden beschäftigt, der die Aufgabe übernehmen möchte.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, erreicht die Gruppe per E-Mail an info@lueneburg.enactus.de, Stichwort: „Spende dein Pfand“.