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Eine saubere Lösung

rast Lüneburg. Die Lüneburger laufen oder fahren fast täglich über eine noch nicht genutzte Energiequelle: Das kommunale Abwasser in den Rohren unter der Stadt enthält Wärme, seine Temperatur schwankt das ganze Jahr über irgendwo zwischen 12 und 20 Grad, in Lüneburg wird von einem durchschnittlichen Wärmegrad von 18 Grad ausgegangen. Die Hansestadt Lüneburg will nun einen neuen Weg gehen und Energie aus dem Abwasser für das neue Museum gewinnen – eine wirtschaftlich wie ökologisch saubere Lösung, die Geldbeutel und Ressourcen schont.

Der Geschäftsführer der Lüneburger Abwasser, Grün & Service GmbH, Günter Hauschildt, hat sich bereits Vorreiterprojekte unter anderem in Berlin angesehen, die nach diesem Modell arbeiten, etwa einen Schulkomplex und eine Sporthalle: „Auch das neue IKEA-Haus, das dort im Osten der Stadt errichtet wird, arbeitet nach diesem Prinzip.“ Und das soll so funktionieren: Quasi direkt vor der Tür des Museums wird ein Wärmetauscher in eine Abwasserhaltung eingebaut und mit einer sogenannten Medium-Flüssigkeit gefüllt. Im Anschluss daran wird ein Verdichter montiert, der zieht sich in kühleren Jahreszeiten ein oder zwei Grade raus und der Verdichter bringt es auf die gewünschte Betriebstemperatur für das Museum. Und im Sommer läuft’s umgekehrt. Aus dem Gebäude können ein bis zwei Grad herausgezogen und ins Wassernetz eingespeist werden – das kühlt dann das Museum. Dies rechnet sich allerdings nur, so Hauschildt, wenn eine neue Heizungsanlage gebaut oder die alte vergrößert werden muss.

Das System kann nicht überall umgesetzt werden, Günter Hauschildt weiß: „Zu den Voraussetzungen gehört, dass es sich um ein großes Abwasserrohr handeln muss – das Museum hat einen der wenigen Standorte in der Stadt, wo dies zutrifft. Das Rohr, das direkt am Museum vorbeiläuft, hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern und ist in der Regel bis zur halben Höhe gefüllt – ideal für das Vorhaben.“ Für die Wärme bedürfe es 120 Kilowatt, für die Kälte 100 Kilowatt. Und auch da liegt das Rohr bestens, denn die Abwasserströme hier kommen vor allem aus den Stadtteilen Kaltenmoor und vom Bockelsberg – somit ist eine ausreichende Menge Abwasser gesichert.

Das Projekt Wärme- und Kälteversorgung fürs Museum soll im April ausgeschrieben werden. Hauschildt ist sicher: „Alle Beteiligten werden letztlich gemeinsam eine klasse Lösung für das Lüneburger Museum finden.“