Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Und wieder strahlt ein Schatz
3250529.jpg

Und wieder strahlt ein Schatz

ca Lüneburg. Seine Anmut hatte das Haus an der Salzstraße verloren, Umbauten im Erdgeschoss hatten die alte Gliederung der Fassade verschwinden lassen. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude musste Schaufenster und einen Haupteingang, der wie ein hineingeschobener Betonsockel wirkte, ver- und ertragen. Vorbei. Die Besitzerfamilie um Jonas-Jessyn Schmidt hat sich auf die Vergangenheit des Hauses besonnen und es nach altem Vorbild von Ende des 18. Jahrhunderts umbauen lassen. Die Planungen begleitete Restaurator Curt Pomp, Vorsitzender des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA). Heute prägt wieder ein großzügiges Portal die Ansicht. Das Oberlicht als auch die Tür hatte Pomp vor zwei Jahrzehnten aus Schuttcontainern gezogen und gerettet: „Hier passen sie gut hin.“

Wie so oft hat der ALA sich auch hier an Kosten der Restaurierung beteiligt. 15 000 Euro habe der Verein für das Portal gegeben, erzählt Pomp. Dazu eine Laterne Modell Alt Lüneburg spendiert, die sich an das Haus schmiegt. Ungewöhnlich ist der Kantstein, der das Gebäude umfasst. Pomp vermutet, dass Bauarbeiter ihn an die Wand versetzt haben, als die Salzstraße vor Jahren im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes umgestaltet wurde.

Auf weitere Details haben Eigentümer und Planer selbstverständlich auch geachtet. So hat der Horndorfer Schmied Peter Maas Klinke und Türbeschlag gefertigt – ein Hingucker.

Die Geschichte des Hauses, dessen Grundstück bis zur Schlägertwiete reicht, prägte lange eine Bäckerei. Das Handwerk lässt sich bis 1530 dort nachweisen. Pomp erinnert sich, dass dem Gebäude zumindest ein Teilabriss drohte. Damals habe das Jagdmuseum das Haus übernehmen wollen, als es Ausbaupläne verfolgte. Doch das habe der ALA verhindern können. Heute fügt sich das Haus, das ochsenblutrot schimmert, gut in das Ensemble ein.