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Fliegende Brandschützer

ina Lüneburg. Sie sind das fliegende Auge der Feuerwehr: Seit nunmehr einem halben Jahrhundert ist der Feuerwehr-Flugdienst (FFD) ein wichtiges Element der Brandbekämpfung. In Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr überwacht er von der Luft aus Wald-, Heide-, Moor- und Ödflächen Niedersachsens. Flächen in der Größenordnung von vielen tausend Quadratkilometern werden abgeflogen und Waldbrände an die Leitstellen gemeldet, um die alarmierten Kräfte mit ihren Tanklöschfahrzeugen einzuweisen.

Doch die fliegenden Brandschützer wissen auch zu feiern – das zeigten sie jetzt anlässlich ihres runden Jubiläums. Zwei Überwachungsflugzeuge gibt es: Eines ist in Lüneburg stationiert. Das andere steht je nach Bedarf in Damme (Landkreis Vechta) und in Peine (Landkreis Peine). Zur Besatzung gehören neben dem Piloten gut ausgebildete Beobachter der Feuerwehr und der Forstverwaltungen.

Neben Kreisbrandmeister Torsten Hensel als Leiter des Stützpunktes Lüneburg und dem FFD-Referenten Hans Hermann Fehling war auch Karl-Heinz Banse, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, gekommen. Als politische Vertreter kamen der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sowie Landrat Manfred Nahrstedt, der in seiner Rede „die wesentliche Aufgabe des Feuerwehr-Flugdienstes für die Sicherheit in Niedersachsen“ hervorhob.

Nach Angaben des Stützpunktleiters Torsten Hensel liegen die Kosten für den Betrieb der beiden Cessnas 206 H bei rund 200 Euro pro Einsatzstunde. „Hier sind die Treibstoffkosten, anteilig aber auch die Wartungs- und Versicherungskosten kalkuliert. Die gesamte Mannschaft ist ehrenamtlich dabei, es fallen auch keine Lohnausfallkosten an, womit die Kosten insgesamt betrachtet doch sehr gering sind.“

Zum Personalstamm des Stützpunktes Lüneburg zählen sieben Piloten, 26 Flugbeobachter und sieben Förster. Zu Zeiten einer hohen Waldbrandgefahr (Waldbrandgefahrenstufe 5) wird der Dienst von der Polizeidirektion Lüneburg angefordert und überfliegt auf einer festgelegten Route von 260 Kilometern eine Kontrollfläche von rund 2500 Quadratkilometern.

Laut einer aktuellen Waldbrandstatistik liegt Niedersachsen zwar hinter Brandenburg auf Platz zwei, doch dank des Frühwarnsystems mussten in den vergangenen 25 Jahren keine größeren Waldbrände über 50 Hektar registriert werden.

Aber auch in der aktuellen Überschwemmungssituation sind die Helfer gefragt. FFD-Referent Fehling: „Es wurden von der Luft aus die Deiche geprüft und die Gefahrenlage beobachtet. Gerade in Zeiten erhöhter Katastrophengefahr sind diese Mittel unerlässlich.“