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Clowns, Klang und Klimaschutz

emi Lüneburg. Schon von weitem sichtbar flattern die roten, orangefarbenen und weißen Fahnen im Wind: Sie bilden in kreisförmiger Anordnung den Raum des InneHaltens und geleiten Besucher zielsicher zur 19. Lüneburger Umweltmesse im Clamartpark, die sich das Thema Wasser zum Schwerpunkt gesetzt hat.

Am Sonnabend, 22. Juni, ist auf dem Gelände einiges los. Ein paar Besucher haben es sich unter dem Sonnensegel vor der Bühne gemütlich gemacht, schlecken veganes Eis oder lassen sich Bio-Burger und Bio-Bratwurst schmecken. Kinder schaukeln, balancieren über ein gespanntes Seil, töpfern und basteln Samenbomben.

Berenike ist zum ersten Mal auf der Messe und versucht mit ausgestreckten Armen auf einer bunt bemalten Wippe das Gleichgewicht zu halten. „Das ist ganz einfach“, findet die 9-Jährige. „Mir gefällt die Wippe, weil ich gerne auf der Bühne stehe.“ Wenige Meter weiter diskutieren Studenten der Leuphana im Sitzkreis angeregt mit Annegret Kühne von der Bürgerbeteiligungsplattform Dialogn. Ihr Gesprächsthema: Nachhaltige Mobilität.

Dialogn ist nur ein Kooperationspartner des Vereins Technik-Umwelt-Natur (TUN), der die Messe ausrichtet. Auch Heinrich-Böll-Haus, Volkshochschule, Klimaschutzleitstelle sowie Schulbiologie- und Umweltbildungszentrum haben ihre Ideen eingebracht. Die Umweltmesse bildet den Abschluss der Aktionswoche Nachhaltigkeit.

Organisatorin und TUN-Vorsitzende Susanne Puschmann ist mit dem Verlauf der Messe zufrieden: „Die bunte Vielfalt ist toll. Wir sind keine reine Konsum-Messe. Die Ausstellung ist vielmehr wichtig zur Information und Kontaktaufnahme.“ In Zelten und an Ständen können sich Besucher unter anderem über die Themen Bauen und Wohnen, Energie, Ernährung und Mobilität informieren.

Eine, die es wissen will, ist Marlis Schlich. Die 64-Jährige dreht eine Runde auf dem E-Bike. Am Ende entscheidet sie sich aber doch für ihren alten Drahtesel ohne Elektroantrieb: „Wenn man viele Steigungen fährt, mag das gut sein, aber mir ist das zu schnell.“

Auch der Lüneburger Nachhaltigkeitsrat präsentierte sich und seine Arbeit an einem Info-Stand. Gerade erst hat das Gremium für solche öffentlichen Auftritte 5000 Euro von der Niedersächsischen Bingostiftung erhalten.

Doch nicht nur im Clamartpark wurde am Wochenende einiges geboten. Im Rahmen der 2. Aktionstage Nachhaltigkeit fanden zum Beispiel auch in den Räumen der Volkshochschule und Am Sande Veranstaltungen statt. Wie das Anti-Fracking-Theaterstück der Lüneburger Initiative „Wir gegen Fracking“, die sich unter dem Dach des BUND gebildet hat. In Blaumännern und mit Helm und Mundschutz führten Darsteller mögliche Auswirkungen der umstrittenen Gasfördermethode vor Augen.

Außerdem gab es Qigong im Freien, einen öffentlichen Waldspaziergang sowie einen Schokoladenworkshop für Kinder und Jugendliche, bei dem das Thema des fairen Handels spielerisch an die Kinder herangetragen werden sollte.