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Jugendliche bauen Drachenboot

lkö Lüneburg. Noch ist es nur ein Boot. Vielleicht etwas lang für ein gewöhnliches Ruderboot. Ganze 12,50 Meter. Doch bald, wenn Daniela-Maria Steffens und ihre Kollegen weiterhin so fleißig hobeln, sägen und schleifen, wird aus dem blauen Boot ein Drachenboot. Dann fehlt nur noch der passende Drachenkopf.

Steffens arbeitet in der Jugendwerkstatt von job.sozial. Hier werkeln arbeitssuchende Jugendliche im Handwerksbereich oder in der Metallwerkstatt. Carl-Friedrich von Schack ist der Anleiter im Bereich Holz, es war seine Idee, Lüneburgs erstes Drachenboot zu bauen. „Die Firma Nordson ist an die Stadt Lüneburg herangetreten und hat nach einem sozialen Projekt mit Jugendlichen gefragt“, erzählt von Schack. So sei der Kontakt entstanden, die Idee mit dem Drachenboot hatte von Schack schon länger. Jetzt sah er endlich die Möglichkeit, denn Nordson finanziert das Projekt komplett. Und nicht nur das: Die Firma stellt auch Praktikumsplätze zur Verfügung.

Artur Wagner gibt einem Paddel gerade den letzten Schliff: „Die Arbeit gefällt mir, vor allem, dass wir im Team arbeiten.“ Der Rumpf des Bootes ist aus Kunststoff, den Rest fertigen die Jugendlichen in Handarbeit an. „Ein Boot komplett aus Holz zu fertigen, wäre schön gewesen. Aber wir wollen, dass das Drachenboot auch wettbewerbsfähig ist“, erzählt von Schack. Er träume von einem Drachenbootrennen auf der Ilmenau, doch dazu fehle dann noch ein zweites Boot.

Das Drachenboot wird bald sein Zuhause im Ruder-Club Wiking beziehen. Reinhard Krüger, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, erzählt: „Wir haben durch den Stadtjugendring von dem Projekt erfahren und fanden es unterstützenswert. Wir sind zwar ein Ruderverein, aber sicher werden wir das Drachenboot auch mal nutzen.“

Das Besondere an einem Drachenboot ist wahrscheinlich die Trommel. Andrea Exner, Projektleiterin der Jugendwerkstatt, weiß das: „Ich bin schon selbst Drachenboot gefahren und habe schnell gemerkt, wie wichtig es ist, im Takt zu bleiben. Der Trommler pusht das Boot regelrecht.“

Das fertige Drachenboot soll dann ab Herbst allen interessierten Gruppen oder Vereinen zur Verfügung stehen. Über die Internetseite Fitwerft, die die Vermarktung des Bootes übernimmt, kann man sich das Gefährt gegen eine geringe Gebühr ausleihen. Das Geld geht an den RC Wiking und wird zur Instandsetzung des Bootes verwendet. Mitte September, das ist der Plan, soll es das erste Mal ins Wasser gelassen werden. Einen Namen hat das Boot noch nicht. „Der bleibt eh bis zur Taufe geheim“, sagt von Schack und zwinkert.

Ein Video vom Bau des Drachenbootes gibt es unter www.lzplay.de im Internet.