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Stück vom Kuchen wird kleiner

rast Lüneburg. 2014 beginnt die neue EU-Strukturförderperiode. „Die Fördermittel für Niedersachsen werden geringer werden. Dieser Rückgang trifft insbesondere das Konvergenzgebiet, allein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung werden statt 589 Millionen vermutlich nur noch 180 Millionen Euro fließen“, sagt Dr. Sabine Johannsen vom Vorstand der NBank im Gespräch mit der LZ. Das Konvergenzgebiet, das es unter diesem Begriff ab 2014 nicht mehr geben wird, umfasst den ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg. Die Region allerdings brauche sich nicht zu sorgen: „Lüneburg ist auf dem besten Weg, die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.“ Vor allem durch Innovationen: „Hier spielt nicht nur der Innovationsinkubator der Uni eine Rolle, es sind auch die Innovationen vieler Betriebe.“

Aufgabe der NBank ist es, Fördermittel im Namen des Landes Niedersachsen zu bewilligen, um die Regionen in einer Bündelung von Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Wohnraum- und Infrastrukturförderung nach vorne zu bringen. Dabei ist die Beratungsstelle An der Münze in Lüneburg verantwortlich für den alten Regierungsbezirk. Dr. Johannsen fasst für diesen Beritt für das Jahr 2012 folgende Zahlen zusammen: „Mit einem Fördervolumen von 207 Millionen Euro wurden 622 Arbeits- und 166 Ausbildungsplätze geschaffen, 722 Unternehmen – davon 416 mit weniger als zehn Beschäftigten – gefördert, 243 Einzelförderungen und Projekte in der Arbeitsmarktförderung unterstützt sowie 108 Häuser und Eigentumswohnungen wie auch 188 Mietwohnungen gefördert. Hinzu kommen 109 Förderungen in den Bereichen Wirtschaft, Städtebau, Kultur und Naturschutz.“

Beim letzten Punkt liege Lüneburg mit 59 Millionen Euro über dem Landesdurchschnitt. Als Beispiel in der Hansestadt nennt sie die Förderung des neuen Museums. Auch bei der Vermittlung der Niedersachsen-Kredite wurde das Volumen für Lüneburg von 44 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 58 Millionen Euro gesteigert.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels wurden 28 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung investiert, gegenüber 2011 ein Minus von 17 Millionen – damals allerdings wurde durch die von der NBank geförderte, über mehrere Jahre angelegte Jugendberufshilfe die Summe gegenüber 2010 fast verdoppelt. Als Beispiel nennt Dr. Johannsen ein Projekt aus Verden, das aus ihrer Sicht ein Modell für Lüneburg sein könnte: „Dort werden männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Altenpflege ausgebildet. Sie sollen später ältere Migranten in Pflegeheimen betreuen.“

Bei der NBank selbst gibt es laut Regionalteam-Leiter Georg Henze seit einem Jahr eine Umstrukturierung, „um Themenfelder noch besser in die Region bringen zu können“. Beim Verwaltungsaufwand werde einiges „etwas schlanker“ werden, es gebe aber zunehmend Spezialisten in der Beratung bei Fragen etwa zu Innovationen, zur Internationalisierung von Unternehmen und zur Finanzierung von Projekten. Als Schwerpunkte der neuen Förderperiode 2014 nennt Dr. Johannsen die Innovationsförderung, die CO2-Minimierung und die regionale Entwicklung: „Eine einzelbetriebliche Förderung etwa zum Bau einer neuen Halle wird es dann nur geben, wenn einer der vorgenannten Punkte erfüllt ist. Auch eine reine Tourismusförderung wird es wahrscheinlich nicht mehr geben.“

Das Land wird im Herbst das neue Mikrostarter-Programm einführen, das Existenzgründen und jungen Unternehmern den Start mit einem Darlehen in Höhe von maximal 20 000 Euro hilft und mit EU-Mitteln kofinanziert wird. Für den Start wurde eine Pilotregion ausgesucht: Lüneburg.