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Reise in die Goldenen Zwanziger

rast Lüneburg. Das Schild vor dem neuen Wirtshaus Hansel an der Lünertorstraße verwirrt: „Prohibition. Der Verkauf von Alkohol ist polizeilich verboten.“ So war das damals im Amerika der Zwanziger Jahre, in diese Zeit zurückversetzt fühlten sich die Besucher am Samstagabend. Denn junge Lüneburger, Hamburger und Uelzener hatten sich für die 20er-Jahre-Party Kostüme der damaligen Zeit geschneidert und gekauft, versuchten dabei so authentisch wie möglich rüberzukommen.

Veranstalter waren die Gruppe Odins Raben, die sonst das Leben im Mittelalter – unter anderem das der Ritter – möglichst authentisch nachstellt, und die Gruppe Rote Brut, die sonst in Piratenkostümen auftaucht. Reenactment lautet der Fachbegriff dafür. „Die Idee mit den 20ern kam uns vor zwei Jahren für einen Junggesellenabschied“, erzählt Birga Holdorf von Odins Raben: „Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir’s jetzt wiederholen. Und im Winter gibt’s eine Neuauflage.“

Auch eine Band war schnell vom Pianisten Rudgar Neussert zusammengetrommelt, erst während des Abends gab sie sich ihren Namen: The Roaring Twenties Boys. Rudgar, Gert, Pavel und Werner spielten ausschließlich Songs der Goldenen Zwanziger wie „Toot Toot Tootsie Goodbye“, „Black Bottom“ oder den „Farewell Blues“. Natürlich durfte auch der „Charleston“ nicht fehlen, der Tanz wurde nach der Hafenstadt Charleston in South Carolina benannt, den gleichnamigen Song komponierte James P. Johnson 1923. Und einige der Gäste wie Jeanny oder Fritz hatten den Tanz auch perfekt einstudiert, legten eine kesse Sohle aufs Parkett.

Mit der Prohibition, also dem Alkoholverbot, nahmen es die Partygäste dann doch nicht allzu ernst. Am liebsten griffen sie zum damals beliebten Mojito Cocktail mit Rum, Limettensaft, Wasser, Zuckersirup und Minzblättern. Das schmeckte vor allem den Mitgliedern der Roten Brut, Birga Holdorf: „Brauner Rum mit Sprite ist schließlich der Piratendrink.“