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Bauprojekte sorgen für Zoff

as Lüneburg. Das Gelände im Kreuzungsbereich Altenbrückertorstraße/Altenbrückerdamm dümpelt seit Jahren vor sich hin, ist nicht unbedingt ein Aushängeschild. Nun hat der Lüneburger Investor Manfred Schulte das Areal von der Bahn erworben und möchte dort ein Büro- sowie ein Wohngebäude entstehen lassen. Das Projekt, das in den Anfängen steht, fand überwiegend Zustimmung bei den Mitgliedern des Bauausschusses. Nur die Grünen meldeten in der Sitzung Bedenken an und Ulrich Löb nahm die Bauverwaltung unter Beschuss. Das ließen Mitglieder der anderen Fraktionen nicht auf der Verwaltung sitzen.

Wie berichtet, soll im vorderen Teil des Geländes ein Bürogebäude mit 1400 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Der Komplex bestehe aus einer Frontseite zur Altenrückertorstraße, dreigeschossig mit Staffelgeschoss, sowie einem dahinter liegenden Anbau, dessen Erdgeschoss für 40 Stellplätze genutzt werden soll, darüber auf zwei Geschossen Büros. Dafür habe der Investor eine Bauvoranfrage gestellt, erläuterte Stephan Lindner von der Bauaufsicht. Die Verwaltung hat daraufhin knapp gesagt geprüft, ob sich der Komplex nach Art und Maß in die vorhandene Umgebung einfügt. Lindner richtete im Ausschuss dazu den Blick auf Gebäude, die sich bereits am Altenbrückerdamm befinden. Kurz: Höhe und Geschossigkeit der geplanten Gebäude passen ins Gesamtbild. Ein Baubescheid sei also zu erteilen, so das Fazit der Verwaltung.

Im hinteren Teil des Geländes ist ein Wohngebäude mit neun Wohnungen auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück geplant, dreigeschossig mit Keller. Dafür wurde ein Bauantrag gestellt. Auch hier sei die Prämisse, dass sich alles an der Umgebung orientieren müsse, erfüllt, führte Lindner aus. Die Bauverwaltung sei zu dem Schluss gekommen, das Bauvorhaben sei zulässig. Für Bäume, die der Investor im Vorfeld schon gefällt habe, müsse er auf beiden Grundstücken Ersatz schaffen.

Wolfgang Kuhn (CDU) befürwortet die Bebauung. „Gut, dass die schäbige Ecke wegkommt.“ Michél Pauly (Linke) nannte das Projekt klug ergänzend, Hiltrud Lotze meinte, dass der Bereich durch das Projekt nur gewinnen könne. Unterstützt wurde sie vom Fraktionskollegen André Schuler, der von einer guten Ausnutzung einer innerstädtischen Baulücke sprach.

Dagegen kritisierte Ulrich Löb (Grüne) die Planungen scharf. Mit Blick auf die Flächenversiegelung nannte er die Gebäude sehr massiv, es mangele an Grünflächen, es seien zu viele Stellplätze vorgesehen, was Autos ins Gebiet ziehe, und die Dächer würden keine Möglichkeit zur Solarnutzung geben. Fraktionskollegin Susanne Puschmann räumte ein, dass man zwar Innenverdichtung befürworte, gleichzeitig schloss sie sich aber der Kritik von Löb an. Der forderte, die Angelegenheit in den nächsten Bauausschuss zu verlagern. Stadtbaurätin Heike Gundermann hielt dagegen, die Verwaltung habe geprüft, worauf der Investor Rechtsanspruch habe. Den sehe man gegeben, deshalb schlage man der Politik vor, die Bauvoranfrage und den Bauantrag zur Kenntnis zu nehmen.

Löb legte nach, beantragte die Vertagung „aufgrund des von der Verwaltung mangelhaft vorgelegten Materials“. Ein Stöhnen ging durch die Reihen der Ausschussmitglieder. Stadtbaurätin Gundermann ließ das nicht auf der Verwaltung sitzen, die habe eine gute Präsentation vorgelegt.

Eberhard Manzke (CDU) trieb das Vorgehen von Löb in Harnisch. Er plädierte dafür, dass der Vorwurf von Löb offiziell vom Ausschuss zurückgewiesen werde. Dazu kam es zwar nicht, aber Ausschussmitglieder wie André Schuler (SPD) bedankten sich für die Arbeit der Verwaltung. Am Ende wurden die Bauvoranfrage und der Bauantrag mehrheitlich zustimmend zur Kenntnis genommen.