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Die Mettwurst seiner Schweine ist für Sören Vogt etwas besonderes. Monatelang kümmert er sich um die Bunten Bentheimer, bietet ihnen ein artgerechtes Leben unter freiem Himmel - und weiß ihr Fleisch deshalb zu schätzen. Als einer von neun Arche-Betrieben präsentiert er seine Produkte beim Arche-Genussmarkt. Foto: t & w
Die Mettwurst seiner Schweine ist für Sören Vogt etwas besonderes. Monatelang kümmert er sich um die Bunten Bentheimer, bietet ihnen ein artgerechtes Leben unter freiem Himmel - und weiß ihr Fleisch deshalb zu schätzen. Als einer von neun Arche-Betrieben präsentiert er seine Produkte beim Arche-Genussmarkt. Foto: t & w

Die Gesichter der Arche

off Neuhaus. Es ist eine Premiere zum Probieren, zum Riechen, Schmecken und Genießen. Zum ersten Mal präsentierte die Arche-Region Flusslandschaft Elbe gestern bei der Eröffnung ihrer Herbstmesse im Archezentrum Neuhaus ihre Spezialitätenvielfalt – von der Auerochsenmettwurst über Corned Beef vom Weißen Parkrind bis zum Rohmilchkäse vom Ziegenhof Gülzer Geißen. Eine Woche lang, bis Sonntag, 24. November, können Besucher die Produkte vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen beim Arche-Genussmarkt kennenlernen, probieren, kaufen und in der Ausstellung des Archezentrums mehr erfahren über die Region mit ihren alten Nutztierrassen, Nutzpflanzen, den Wildtieren und Wildpflanzen.

Zweieinhalb Jahre alt ist der Zusammenschluss von Haltern und Züchtern bedrohter Haustierrassen an der Elbe mittlerweile, „und es geht in kleinen, aber stetigen Schritten voran“, sagt Angelika Hoffmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Arche-Region. Aus vier Arche-Betrieben sind heute 16 geworden, mehr als 100 Halter bedrohter Haustierrassen gibt es in der Region, in fünf Restaurants an der Elbe stehen Spezialitäten von Arche-Tieren auf der Karte – und die Vielfalt der Produkte wächst stetig. Ein gemeinsamer Erfolg der Tierhalter und -züchter in der Region, die für den Erhalt alter Nutztierrassen neue Wege gehen (siehe Texte unten).

Anerkennung gab es dafür auch von der stellvertretenden Lüneburger Landrätin Stefi Brockmann-Wittich. „Hier wurde ein seit vielen Jahren diskutierter gesellschaftlicher Anspruch verwirklicht, nämlich Nutztiere ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten, sie als uns anvertraute Kreaturen zu behandeln und nicht als wesenlose Produktionsmittel“, sagte sie. Und als Halterin von Galloway-Rindern weiß die Lüdersburgerin, „es ist ein langer mühsamer Weg, bis ein Stück Wurst oder ein Schnitzel auf dem Teller landet“. Umso mehr Erfolg wünscht sie den Betrieben bei der Vermarktung ihrer Produkte, „die unsere Arche-Region über die Landesgrenzen hinaus zu diesem Leuchtturmprojekt machen“.

Die Messe von Archezentrum und Arche-Region ist täglich geöffnet von 14 bis 18 Uhr.