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Mit viel Show, Musik und kleinen Arbeiten sammelten die Reinstorfer Konfirmanden für Kindersklaven in Nordäthiopien.
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Mit viel Show, Musik und kleinen Arbeiten sammelten die Reinstorfer Konfirmanden für Kindersklaven in Nordäthiopien. Foto: cw

Kinder gegen Kinderarbeit

cw Barendorf. „Ich danke euch, dass ihr euch so ins Zeug gelegt habt.“ Pastor Renald Morie strahlt seine Konfirmanden an. Den ganzen Sonnabend haben die Konfirmanden und die evangelische Jugend der Kirchengemeinde Reinstorf rund um ihren großen Infostand vor dem Barendorfer Edeka Tombola-Lose verkauft, Musik gemacht, Tänze vorgeführt, Muffins verkauft und Schuhe geputzt. „Insgesamt haben wir 2100,48 Euro zusammenbekommen“, freute sich Morie und konnte gleich auf 2200,48 Euro erhöhen, als sich ein Kind schüchtern durch die Reihen schob und ihm einen 100-Euro-Schein entgegen streckte.

Jedes Jahr im Herbst engagieren sich die Reinstorfer Konfirmanden mit ihren Teamern der evangelischen Jugend für das Programm „Action-Kidz“ der Kindernothilfe. Unter dem Motto „Kinder gegen Kinderarbeit“ wird in diesem Jahr bundesweit für Kindersklaven in Nordäthiopen gesammelt. „Dort werden Kinder im Alter ab sechs Jahren von ihren Eltern an Farmen verkauft, weil sie zu arm sind, um ihre Kinder zu ernähren“, erklärt Morie.

„Die verkauften Kinder müssen hunderte von Kilometern von Zuhause entfernt zwölf Stunden am Tag arbeiten und können nicht zur Schule gehen. Nur wenn Eltern zu Geld kommen, können sie ihre Kinder wieder auslösen.“ 2200 Euro bedeuten, dass 22 Kinder ein Jahr lang Zuhause bleiben und zur Schule gehen können.

Die Reinstorfer Konfirmanden haben sich schon zwei Monate lang mit dem Thema befasst. „Dieses Projekt innerhalb des Konfirmandenunterrichtes ist eine praktische Umsetzung der Frage, was die zehn Gebote und das Gebot der Nächstenliebe heute bedeuteten“, erklärte Morié. Seit einem Monat verdienen die 40 Konfirmanden und ihre 20 Betreuer der Evangelischen Jugend schon Geld für das Projekt: Autos waschen, Rasen mähen, Laub haken, Babysitting und mehr standen an.

Zum Abschluss gab es den Aktionstag. Für die Tombola hatten die Jugendlichen mehr als 200 Gegenstände aus ihrem Besitz gespendet. Mit Action-Kidz-T-Shirts und Infomaterial machten sie Einkäufer auf das Projekt aufmerksam. Jubelnd reagierten Action-Kidz und Zuschauer auf die Spendensumme – in einem Monat haben die Jugendlichen Geld für 22 Jahre Freiheit gesammelt.