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In Reinstorf ist es gelungen: Vor rund sieben Wochen hat dort eine Halle für Degility aufgemacht. Die Sportart, bei der Hunde über Hürden laufen, scheint bei Mopsdame Maja gut anzukommen. Sicher bahnt sie sich ihren Weg durchs Bällebad.
Foto: t&w
In Reinstorf ist es gelungen: Vor rund sieben Wochen hat dort eine Halle für Degility aufgemacht. Die Sportart, bei der Hunde über Hürden laufen, scheint bei Mopsdame Maja gut anzukommen. Sicher bahnt sie sich ihren Weg durchs Bällebad. Foto: t&w

Hundespaß mit Hürden

emi Neetze/Reinstorf. Elena Gibellini geht langsam die Energie aus. Die staatlich geprüfte Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin aus Neetze kämpft seit drei Jahren darum, in der Samtgemeinde Ostheide eine Fläche für einen Hundeausbildungsplatz zu erhalten. Ihr Vorhaben scheiterte wieder und wieder an der Genehmigung durch die Behörden. Nun haben im nur sechs Kilometer entfernten Reinstorf – ebenfalls Samtgemeinde Ostheide – Silke Kaptanoglu-Kroll, Susanne Pein und Claudia Muxfeldt eine 250 Quadratmeter große Degility-Hundesporthalle eröffnet. Eine Baugenehmigung brauchten sie dafür nicht. Sie hatten Glück. Und gute Beziehungen: Eine Freundin kaufte privat die Halle, die vorher landwirtschaftlich genutzt wurde.

Mopsdame Maja wetzt auf ein Kommando von Silke Kaptanoglu-Kroll los und tippelt zügig durchs Bällebad. Wo heute im Inneren der Reinstorfer Halle sieben feste und mehrere variable Geräte stehen, sägten, schraubten und schleppten Kaptanoglu-Kroll und ihre Kolleginnen vor sieben Wochen noch Holz, um die Hürden für den Parcours zusammenzubauen. Seit fünf Wochen herrscht Betrieb.

Beim Degility-Training werden die Vierbeiner über diverse Hürden geführt oder auch alleine geschickt. „Dabei werden Gleichgewichtssinn, Muskelaufbau und Selbstvertrauen gefördert“, erklärt Hundesporttrainerin Kaptanoglu-Kroll. Die 50-Jährige arbeitet seit eineinhalb Jahren mit der Physiotherapeutin Susanne Pein zusammen. Vor etwa einem Dreivierteljahr stieß die ausgebildete Hundetrainerin Claudia Muxfeldt zu ihnen. Die Idee des Frauentrios: Eine Halle für die Wintermonate zu suchen und gleichzeitig Kräfte zu bündeln: „Wir wollten ein Komplettpaket für Hundebesitzer anbieten. Denn jede von uns hat ihr Spezialgebiet.“

Dass der Plan aufging, verdanken die drei Susanne Peins Freundin, selbst Hundebesitzerin: „Sie hat nach einem Grundstück gesucht, auf dem die Tiere auch mal bellen und sich frei bewegen dürfen.“ Ein schwieriges Unterfangen, denn potenzielle Nachbarn waren nicht immer begeistert. In Reinstorf wurde die Freundin schließlich fündig, lud die drei Frauen ein, das Degility-Training in der zum Haus gehörigen Halle durchzuführen. „Wir mussten nur noch Gewerbe anmelden“, sagt Pein.

Hundeerzieherin Elena Gibellini hatte weniger Glück. „Das ist doch absurd. Seit dem 1. Juli gibt es in Niedersachsen ein neues Gesetz, nach dem diejenigen, die sich erstmals einen Hund anschaffen, nachweisen müssen, dass sie geeignet sind, das Tier zu halten.“ Der so genannte Sachkundenachweis besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Gibellini darf und will solche Prüfungen abnehmen. „Aber dafür brauche ich den Ausbildungsplatz.“ Die 43-Jährige schimpft: „Da hat man zwar ein neues Gesetz gemacht, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht mitgeändert.“

Pein kann ihre Neetzer Kollegin verstehen. Sie betreibt mit Kaptanoglu-Kroll in Lüneburg bereits einen Hundesportplatz im Freien: „Vier Jahre lang haben wir nach einer Freilaufwiese gesucht, die wir wegen der Welpen und schwierigen Hunde einzäunen müssen.“ Stets habe es Probleme mit Jägern oder Nachbarn gegeben. Auch in diesem Fall kam den Frauen das Glück zur Hilfe: „Der Polizeihundeverein Lüneburg hat uns im April dieses Jahres den Platz angeboten.“

Elena Gibellini kämpft indessen weiter – schließlich hat sie mehr als 10 000 Euro in ihre Ausbildung gesteckt. Aber langsam gehen ihr die Kräfte aus. Es scheint, als bräuchte sie jetzt vor allem eines: Glück.