Aktuell
Home | Lokales | Ostheide | Borkenkäfer vergraulen
Wie Streichhölzer hatte der Orkan Xaver auch im Barendorfer Forst die Bäume umgeknickt und entwurzelt. Die Folgen dieser Naturgewalt sind noch zu sehen. Foto: kre
Wie Streichhölzer hatte der Orkan Xaver auch im Barendorfer Forst die Bäume umgeknickt und entwurzelt. Die Folgen dieser Naturgewalt sind noch zu sehen. Foto: kre

Borkenkäfer vergraulen

kre Barendorf. Xaver ist Geschichte. Ein Herbststurm – der in unseren Breiten dann doch nicht ganz so schlimm wütete, wie zunächst befürchtet. Trotzdem hat er Spuren hinterlassen. Vor allem auch in den heimischen Wäldern. 1700 Festmeter Holz hat Xaver in den acht zum Forstamt Sellhorn gehörenden Revierförstereien umgeworfen.

Am schlimmsten getroffen hat es die Revierförsterei von Oliver Christmann in Barendorf: Auf 600 Festmeter taxiert er den Schaden. Doch so beeindruckend die Zahl zunächst auch klingen mag: „Wir sind glimpflich davongekommen“, stellt Christmann erleichtert fest: „Mengenmäßig macht der Windwurf gerade einmal fünf Prozent meines Jahreseinschlages aus“, ergänzt der Förster. Trotzdem hat er in diesen Tagen mit der Beseitigung und dem Aufarbeiten des Windbruchs alle Hände voll zu tun.

Entlang der Straße zwischen Barendorf und dem Nutzfelder Kreisel sind die Folgen von Xaver auch zwei Wochen nach dem Orkan noch zu sehen. Umgekippte Bäume, die auf die Straße fielen, liegen zersägt im Straßengraben. Die Hindernisse wurden von der Straßenmeisterei sofort beiseitegeräumt – „das Freiräumen öffentlicher Straßen und Wege hat immer erste Priorität“, erläutert Reiner Baumgart, Pressesprecher der niedersächsischen Landesforsten, während sein Kollege und Revierförster Oliver Christmann jetzt noch einmal gemeinsam mit der Polizei die Bäume am Straßenrand inspizierte, die den Sturm augenscheinlich überstanden hatten.

„Eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt Christmann. Einige Kiefern hatte der Orkan bereits in bedrohliche Schräglage gedrückt. Als sogenannte „Vorhänger“ hatten sie sich in den Ästen anderer Bäume verhakt. Die angekippten Bäume wurden jetzt von Forstwirt Michael Wohlers und seinen Kollegen gefällt. „Zur Gefahrenabwehr“, sagt Christmann – „damit die Bäume nicht doch noch urplötzlich auf die Straße kippen“.

Im Barendorfer Forst hat sich der Sturm größtenteils nur punktuell ausgetobt: Es sind in der Mehrzahl Einzelwürfe, die jetzt aus den Schonungen gezogen und aufgearbeitet werden müssen. „Viel Arbeit für wenig Holz“, beschreibt Baumgart die Aufgabe in den nächsten Wochen. „Bis zum Frühjahr sollten die Arbeiten jedoch geschafft sein“, ist der Pressesprecher der Landesforsten zuversichtlich und setzt nach: „Bis dahin müssen dann vor allem auch die umgestürzten Fichten aufgearbeitet sein.“ Sonst dienen sie als ideale Nähr- und Brutstätten für den Borkenkäfer.