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Die Barendorfer wollen die gelbe Ortstafel weiter in Richtung Reinstorfer Kreuz und Dahlenburg versetzen und damit die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf Tempo 50 begrenzen - das Limit innerhalb von Ortschaften. Doch der Kreis lehnt das ab. Foto: t&w
Die Barendorfer wollen die gelbe Ortstafel weiter in Richtung Reinstorfer Kreuz und Dahlenburg versetzen und damit die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf Tempo 50 begrenzen - das Limit innerhalb von Ortschaften. Doch der Kreis lehnt das ab. Foto: t&w

Das Ortsschild bleibt an seinem Platz

kre Barendorf. Anwohner und Autofahrer diese Beziehung geht selten gut: In Barendorf ist die Gemeinde schon seit langem bemüht, den Verkehr auf der Bundesstraße 216 einzubremsen. Durch das Versetzen der gelben Ortstafel in Richtung Osten an den Beginn der ersten linksseitigen Bebauung. Statt mit 70 km/h dürften die Autofahrer dann nur noch mit 50 km/h auf diesem Streckenabschnitt fahren.

Doch was die Gemeindeoberen für eine gute Idee halten, stößt beim Landkreis Lüneburg auf wenig Verständnis. Die Straßenverkehrsbehörde hatte den Antrag abgelehnt. Deshalb kommt das Thema während der nächsten Ratssitzung in Barendorf am Dienstag, 21. Januar, erneut auf den Tisch. Unter anderem werden die Kommunalpolitiker dann auch darüber entscheiden, ob die Klage, die die Gemeinde vorsorglich gegen den ablehnenden Bescheid eingelegt hat, weiterverfolgt werden soll, oder nicht.

In Barendorf gibt es dazu durchaus unterschiedliche Meinungen: ,,Manche zeigen durchaus Verständnis für die ablehnende Haltung des Kreises, andere verweisen auf Gemeinden, in denen das Versetzen des Ortsschildes erlaubt wurde“, berichtet Gemeindedirektor Rainer Sievers auf LZ-Anfrage. In Embsen etwa: Nur handelt es sich dort um eine Kreis- und nicht wie in Barendorf um eine Bundesstraße.

Allerdings war der Barendorfer Rat schon bei der Formulierung seines Ansinnens nicht sonderlich geschickt, oder genauer gesagt geografisch ungenau vorgegangen: Er forderte nämlich die Versetzung des Ortschildes ,,an der B216 von der Höhe Schulstraße“ in Richtung Osten.

Was Dirk Bonow, zuständiger Fachdienstleiter beim Landkreis, mit den Worten kommentierte: ,,Zunächst ist festzustellen, dass die Ortstafel der Gemeinde Barendorf an der B 216 nicht auf der Höhe der Schulstraße, sondern, von Osten kommend, einige Meter vor dem Finkenweg steht.“

Doch von diesen Belehrungen abgesehen auch der restliche Text des Bescheides dürfte dem Gemeinderat wenig Freude bereiten: Denn begründet wird die Ablehnung damit, dass die ,,ortstypische Bebauung“ in dem beantragten Streckenabschnitt (…) fehle. ,,Die einseitige Bebauung liegt hinter Bäumen, Wällen, Sichtschutzwänden oder Bewuchs“, stellt die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises fest. Die Grundstücke würden bis auf eines auch nicht von der Bundesstraße 216 aus erschlossen, sondern über die Straßen Drosselweg und Auf dem Kiwitt. Das Fazit der Verkehrsexperten vom Landkreis: ,,Da dieser Streckenabschnitt auf einer Seite durch Wald und durch Bäume, Wälle und Sichtschutzmaßnahmen auf der Seite der bebauten Grundstücke gekennzeichnet ist, stellt er sich für den durchfahrenden Verkehr auch optisch als unbebaute, außerörtliche Strecke dar.“

Ein Straßenabschnitt, auf dem eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h gilt: Und nach Geschwindigkeitsmessungen der Straßenbaubehörde halten sich offenbar auch die meisten Autofahrer daran. Im übrigen sei dieser Streckenabschnitt auch aus Sicht der Polizei „unauffällig“, teilt Bonow in seinem Ablehnungsbescheid der Gemeinde mit.

Das Versetzen des Ortsschildes in Richtung Reinstorfer Kreuz aber würde faktisch eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 km/h bedeuten. Dafür sieht aber die Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis keine zwingenden Gründe. ,,Weder aus der Örtlichkeit heraus, noch wegen eines Unfallgeschehens“, heißt es in dem Ablehnungsbescheid. Und auch Lärmschutzgründe konnte die Gemeinde Barendorf nicht als Argument ins Feld führen. Eine entsprechende Argumentation wurde schon 2011 rechtskräftig zurückgewiesen.