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Voll war es am Sonnabend im Schützenhaus Reinstorf. Rund 370 Brandschützer und Gäste lauschten unter anderem dem Jahresbericht von Kreisbrandmeister Torsten Hensel. Foto t & w
Voll war es am Sonnabend im Schützenhaus Reinstorf. Rund 370 Brandschützer und Gäste lauschten unter anderem dem Jahresbericht von Kreisbrandmeister Torsten Hensel. Foto t & w

Weniger, dafür aber große Einsätze

emi Reinstorf. Sie kämpfen stundenlang und unermüdlich gegen die Flammen. Mit Booten versuchen sie der Feuersbrunst von der Ilmenau aus Herr zu werden, evakuieren Menschen, löschen in der abgebrochenen Brandruine weiter: 952 Brandschützer aus 52 Feuerwehren waren bei dem Großbrand am Lüneburger Stintmarkt im vergangenen Dezember über zwei Tage im Einsatz, eifrig unterstützt von THW, ASB, DRK und DLRG. Die Bilder der Rettungsaktionen am ehemaligen „Lösecke-Haus“ sowie an den Deichen beim Elbe-Hochwasser im Juni 2013 haben sich in den Köpfen festgesetzt und waren am Sonnabend noch einmal Thema im Reinstorfer Schützenhaus.

Bei der Jahresversammlung der Kreisfeuerwehr konnte Kreisbrandmeister Torsten Hensel vor rund 370 Brandschützern und Gästen aber insgesamt einen Rückgang der Einsätze verkünden. Demnach sind die 3529 aktiven Mitglieder aus 95 freiwilligen Feuerwehren und zwei Werkfeuerwehren im Jahr 2013 zu 1316 Einsätzen im Landkreis Lüneburg ausgerückt. Das sind 113 Einsätze weniger als 2012 ein Minus von acht Prozent.

Grund der Alarmierung war in rund einem Viertel der Fälle ein Feuer. Die Einsatzstatistik verzeichnet insgesamt 343 Brände, darunter 25 Gebäude-, 71 Container-, 44 Fahrzeug- sowie vier Wald- und Flächenbrände. Küchenbrände, häufig ausgelöst durch Essen auf dem Herd, schlagen mit 42 Einsätzen zu Buche.

Die technischen Hilfeleistungen sanken um 54 auf 744. 168 Türen mussten die Feuerwehrleute für Polizei und Rettungsdienst öffnen, bei 23 schweren Verkehrsunfällen eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen herausschneiden, Menschen retten oder Tote bergen. „Bei allen Einsätzen konnten durch die Feuerwehren 597 Personen aus Notlagen befreit oder gerettet werden“, berichtete Torsten Hensel.

Eine große Herausforderung stellte das Elbe-Hochwasser im Juni dar. „Aufgrund der Prognosen, die sich als sehr unsicher herausstellten, mussten die Deiche links- und rechtselbisch auf kompletter Länge von zirka 70 Kilometern um 30 Zentimeter erhöht werden“, blickte Hensel zurück. „Ein solch großes Einsatzgebiet hat es vorher nicht gegeben.“ Weil dabei „einige Dinge nicht so gelaufen sind, wie man sie beim vierten Hochwassereinsatz in neun Jahren erwartet hätte“, hätten bereits viele Nachbesprechungen stattgefunden. „Sie sind auf allen Ebenen schon in gute Ergebnisse gemündet, sodass wir beim nächsten Mal viele Bereiche besser organisatorisch vorbereitet haben werden.“

Sorge bereitet dem Kreisbrandmeister die geringe Anzahl der Atemschutzgeräteträger in den Feuerwehren: „Noch nicht einmal mehr ein Drittel der Kameradinnen und Kameraden ist dafür ausgebildet.“ Gerade die größeren Brandeinsätze hätten gezeigt, dass zu wenig Atemschutzgeräteträger verfügbar seien und diese nachalarmiert werden müssten. Auch beim verheerenden Großbrand am Stintmarkt wurden sie benötigt. „Kameraden, motiviert eure jungen Leute“, appellierte Hensel an die Anwesenden.

Junge Menschen bereiten dem Kreisbrandmeister aber noch an anderer Stelle Kopfzerbrechen: „Leider klagen immer noch 15 Jugendfeuerwehren über Nachwuchssorgen, das heißt, sie haben 10 Mitglieder oder weniger.“ Der Landkreis Lüneburg verfüge derzeit über 975 Mitglieder in 70 Jugendfeuerwehren zwei weniger als im letzten Jahr. Positiv sei die Rekordteilnehmerzahl beim Kreisjugendzeltlager in Amelinghausen im vergangenen Jahr gewesen.

Hensels Fazit: „Wir sind weiterhin gut vorbereitet, gut ausgebildet und hochmotiviert, unsere Aufgaben zum Wohle und zur Sicherheit der Bürger wahrzunehmen, getreu dem diesjährigen Motto: Deine Feuerwehr ein gutes Stück Niedersachsen.“

Ehrungen für Brandschützer

Im verbandlichen Teil der Jahresversammlung der Lüneburger Kreisfeuerwehr am Sonnabend im Schützenhaus Reinstorf wurden Ehrungen vorgenommen.

Die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Silber erhielten:

Hauptfeuerwehrfrau Mona Burghardt

Brandmeister Hans-Jürgen Soltau

Verliehen wurde zudem das Feuerwehrehrenkreuz des deutschen Feuerwehrverbandes in Silber. Es ging an:

Brandmeister Volker Claus

Hauptbrandmeister Stefan Ostermann

Erster Hauptbrandmeister Arne Westphal