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Eifrig haben Eliza, Marie, Marie und Nadja bei der Zukunftswerkstatt in Neetze an einem Modell für den Jugendtreff ihrer Träume gearbeitet.
Eifrig haben Eliza, Marie, Marie und Nadja bei der Zukunftswerkstatt in Neetze an einem Modell für den Jugendtreff ihrer Träume gearbeitet.

Jugendliche basteln Traumtreff

cw Neetze. „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich dafür sorgen, dass es mehr Orte zum Spielen gibt und Neetze ein Dorf bleibt“, steht an der großen Tafel. Darunter: „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich sofort dafür sorgen, dass der Spielplatz erneuert wird.“ Die Liste ist gar nicht so lang. Und machbar ist sie allemal. Sie ist eines von vielen Ergebnissen, die die Zukunftswerkstatt in Neetze ergeben hat.

Den ganzen Tag lang haben 15 Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren unter der Leitung von Maik Peyko von der Firma Temp darüber nachgedacht, wie ein Neetze aussehen würde, in dem Kinder und Jugendliche gehört werden und sich wohl fühlen. Mit erstaunlich konkreten Ergebnissen. „Da ist nichts dabei, was total versponnen oder unmöglich ist“, sagt Peyko, während er die vielen Stellwände liest, die die Kinder den Tag über erarbeitet haben.

Die Zukunftswerkstatt war die Auftaktveranstaltung für die Planung einer neuen Jugendarbeit in der Gemeinde Neetze. „Es ging darum herauszufinden, was die Kinder wirklich wollen“, so Peyko. Als Einstieg durften die Kinder erst einmal frei von der Leber weg erzählen, was sie doof finden. „Da kamen so Themen wie zu viel Müll, zu viel Verkehr, schlechte Busverbindungen und überhaupt mehr Freizeitangebote“, zählt Peyko auf. Alles wurde fein säuberlich notiert und schließlich setzten sich die Kinder in Gruppen zusammen, um ihre sehnlichsten Wünsche in kleinen Modellen umzusetzen, die dann dem Bürgermeister übergeben werden sollen.

Eliza, Nadja und die beiden Maries sitzen rund um ein Kartonmodell des Jugendtreffs ihrer Träume. „Hier soll ein Raum zum Ausruhen hin, aber auch mit Heimkino“, Eliza zeigt auf ein Kartonsofa im Grundriss. „Nichts Teures, nur so wie ein Heimkino mit Beamer und so.“ Aber auch an Toiletten und Küche haben die Mädchen gedacht.

Parallell zur Zukunftswerkstatt hat Peyko rund 250 Fragebögen an ältere Jugendliche in den Schulen verteilt, um deren Bedürfnisse herauszufinden. Als dritte Eckpfeiler wird der Pädagoge noch mit den Neetzer Vereinen sprechen. Das alles zusammengefasst ergibt dann den Grundstein für eine neue Jugendarbeit in Neetze.

Wann konkret mit den ersten Projekten begonnen werden kann ist noch offen. „Theoretisch könnte man sofort loslegen“, sagt Peyko. „Manches kostet wenig und anderes ist mit Vernetzung und Gesprächen möglich.“

Was den Kindern in Neetze fehlt: Jugendtreff, Eisdiele, Beleuchtung an Radwegen, Verkehrsberuhigung, Fußballmannschaft für Mädchen, Müllsammelaktionen, weniger überfüllte Busse, ein Elektromarkt, eine Eisdiele, ein Mountainbikeparcours, Freizeitangebote, schönere Spielplätze und eine Möglichkeit mitzureden.