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Auch Andreas Bahr von der Feuerwehr Barendorf ließ sich am Sonnabend typisieren. Holger Pilch vom DRK-Kreisverband nahm ihm den Wangenabstrich ab. Foto: t&w
Auch Andreas Bahr von der Feuerwehr Barendorf ließ sich am Sonnabend typisieren. Holger Pilch vom DRK-Kreisverband nahm ihm den Wangenabstrich ab. Foto: t&w

Typisierungsaktion in Barendorf: 200 potenzielle Lebensretter

pet Barendorf. Ursula Wulf muss sich noch schonen. Anfang Juli war bei der Vastorferin Leukämie diagnostiziert worden. Sie hatte Glück im Unglück: Ein passender Stammzellenspender wurde gefunden, Anfang September folgte die Transplantation, in kleinen Schritten geht es seitdem gesundheitlich bergauf. Das Schicksal von Ursula Wulf war es, das Hans-Jürgen Riechert auf die Idee brachte, in der Ostheide eine Typisierungsaktion auf die Beine zu stellen. Die fand am Sonnabend in der Grundschule Barendorf statt.

Ursula Wulf war als Beobachterin den ganzen Tag dabei. ,,Ich bin allen, die das hier organisiert haben und hier mithelfen, sehr dankbar. Und natürlich allen, die gekommen sind, um sich typisieren zu lassen“, sagt sie lächelnd. ,,Es ist doch schön, dass eine so schreckliche Krankheit, wie ich sie bekommen habe, etwas so Positives wie diese Aktion auslösen kann.“ Sie selbst, ehrenamtliche Samtgemeindejugendbeauftragte und bis vor zwei Jahren aktive Feuerwehrfrau, hatte sich vor 20 Jahren als Stammzellspenderin registriert.

Ursula Wolf erkrankte an Leukämie, bekam eine Stammzellspende – ihr Schicksal war Anlass für die Typisierungsaktion in Barendorf. Foto: t&w
Ursula Wolf erkrankte an Leukämie, bekam eine Stammzellspende – ihr Schicksal war Anlass für die Typisierungsaktion in Barendorf. Foto: t&w

Eine ,,Initiativgruppe“, bestehend aus Riechert sowie Raymond Cuypers und Dr. Christopher Scharnhop, Horst Holtmann, Silke Armbrecht, Andreas Bahr, Herbert Wulf und Falko Seidenkranz, übernahm die Vorbereitungen, insgesamt 50 Helfer machten am Ende mit. ,,Lebensretter als Lebensretter“ wurde zum Motto der Typisierungsaktion, bei der Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Ostheide besonders stark vertreten waren.

Die Bilanz der Typisierungsaktion von Barendorf stand am Abend fest: Fast 200 Personen waren gekommen, um sich mit Hilfe eines Wangenabstrichs typisieren zu lassen. Helfer, unter anderem von den Feuerwehren aus der Samtgemeinde, dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der Samtgemeinde und viele mehr, trugen zum Gelingen bei.

Von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) war Kader Benli aus Hamburg gekommen. Sie wies alle ehrenamtlichen Helfer ein, erklärte ihnen, wer sich typisieren lassen kann und wer nicht: ,,Wer sich typisieren lassen will, muss beispielsweise zwischen 17 und 55 Jahren sein, darf nicht weniger als 50 Kilogramm wiegen und keine genetisch bedingten Krankheiten gehabt haben.“

Alle 16 Minuten bekommt allein in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose ,,Leukämie“, einzige Chance auf Heilung ist eine Stammzellspende, Voraussetzung ist das Auffinden eines ,,genetischen Zwillings“. Aber immer noch jeder fünfte Patient findet keinen Spender. Bei der DKMS sind die Daten von 4,5 Millionen Menschen registriert, bald werden es 200 mehr sein.

Einer der vielen Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde, die sich typisieren ließen, war Sascha Elvers aus Neetze. Ortsbrandmeister Henning Berkenbusch habe den Feuerwehrleuten ,,gut zugeredet“, mitzumachen. ,,Das ist eine gute Sache, ein gutes Gefühl“, sagte Sascha Elvers, der auch noch als Helfer in der Barendorfer Grundschule dabei war.

Helfer bei der Typisierungsaktion war auch Lucas Bender. Er kennt Ursula Wulf schon lange, hilft ihr zuliebe mit. ,,Als ich klein war, hat sie schon als Babysitterin auf mich aufgepasst“, erinnert er sich. Sich selbst typisieren lassen, das konnte Lucas noch nicht, mit 15 Jahren ist er zu jung. Aber für ihn ist klar: ,,Sobald ich 17 bin, werde ich mich auch typisieren lassen.“