Aktuell
Home | Lokales | Ostheide | Der Traum einer neuen Dorfmitte
3054650.jpg

Der Traum einer neuen Dorfmitte

cw Barendorf. Matthias Reinold hat einen Traum: Den Traum von einer ganz neuen Dorfmitte für Barendorf; von einem Wohngebiet der ganz anderen Art, das das neue Herz des Dorfes werden könnte. Während der jüngsten Ratssitzung stellte der Planer Politikern und Zuschauern seine Visionen vor und erntete unterschiedliche Reaktionen aus dem Publikum.

Das große Gelände des landwirtschaftlichen Hofes in der Dorfstraße soll schon seit langem überplant werden. Den Anstoß gab der Besitzer, der hier bauen wollte. Da kein B-Plan vorlag, schob die Gemeinde der Sache zunächst einen Riegel vor, um das Areal dorfgerecht zu überplanen. „Wir wollten hier altes und junges Wohnen kombinieren, eine möglichst einheitliche, dorfgerechte Bebauung und das Ganze möglichst großzügig und offen“, stellte Bürgermeister Kay Benson die Anforderungen der Politik vor.

Bei seiner Idee bezog Reinold nicht nur das eigentliche Gelände, sondern auch die Umgebung sowie den historischen Hintergrund mit ein. Im Mittelpunkt steht die Charakteristik des früheren Gutshauses mit der typischen karreeförmigen Anlage der Nebengebäude und viel Platz in der Mitte. In einiger Entfernung dieses Ensembles, das zum Teil aus historischen, zum Teil aus neu zu bauenden Gebäuden besteht, sollen dann weitere Wohnhäuser entstehen. „Um die Hofstruktur zu erhalten, bauen wir mit sehr viel Platz und unter Erhalt des alten Baumbestandes“, erläuterte Reinold, „und die Erschießung ist eher kurvig als gerade.“ Dazu kommen Fußwege, die bestehende Wege im Ort verbinden und zum Bürgerpark führen.

Doch auch inhaltlich hat sich Reinold Gedanken gemacht, um die Vorgaben der Politik zu erfüllen: Unter dem Motto „Leben in die Mitte“ kombiniert er betreutes Wohnen mit Café- und Zimmerangeboten sowie Mehrgenerationenwohnen und „ganz normales Wohnen“ in kleinen Einfamilienhäusern. Auch Dienstleister aus dem medizinischen oder pflegerischen Bereich könnte er sich vorstellen. Das Areal soll zum Spazierengehen einladen und nicht abgegrenzt vom Dorf, sondern offen sein.

Bei der anschließenden Diskussion gab es nur wenige konkrete Hinweise. CDU-Fraktionschef Jörn Krumstroh mahnte sozialen Wohnraum an, wohl auch, weil es unter den Zuschauern einige gab, die befürchten, das Altdorf werde „zum Eliteviertel für Leute von außerhalb“. Als „ganz entzückenden Entwurf“ bezeichnete ein Anlieger des Areals den Plan und auch der Besitzer befand die Idee als „traumhaft“.

Der Plan soll jetzt zunächst im Ausschuss beraten werden.