Dienstag , 27. September 2016
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"Arbeit für den Frieden" haben sich die Scharnebecker Hauptschüler nicht nur auf die Tafel in ihrem Klassenzimmer geschrieben, sondern sich auch für ihre Fahrt vorgenommen. Lehrerin Susanne Ackenhausen (M.) und Jan Effinger (r.) unterstützen sie dabei. Foto: rov
"Arbeit für den Frieden" haben sich die Scharnebecker Hauptschüler nicht nur auf die Tafel in ihrem Klassenzimmer geschrieben, sondern sich auch für ihre Fahrt vorgenommen. Lehrerin Susanne Ackenhausen (M.) und Jan Effinger (r.) unterstützen sie dabei. Foto: rov

Klassenfahrt gegen das Vergessen

rov Scharnebeck. „Frieden ist nicht selbstverständlich“, sagt Susanne Ackenhausen. Sie ist die Klassenlehrerin der H 10 A an der Schule am Schiffshebewerk in Scharnebeck. Damit ihre Schüler begreifen, wie schlimm Krieg und vor allem wie wertvoll Frieden ist, fährt Ackenhausen mit ihren Schützlingen nach Lommel in Belgien. Dort befindet sich die Internationale Jugendbegegungs- und Bildungsstätte. Lommel liegt direkt an der größten Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkrieges.

„Wir fahren dorthin, damit meine Schüler ein Gespür für dieses traurige Kapitel der Geschichte bekommen“, erklärt die Lehrerin. Es sei eben doch etwas anderes, die Folgen des Krieges hautnah zu erleben, als sie aus Büchern oder Dokumentationen zu erfahren. Organisiert wird die Fahrt in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK). VDK-Geschäftsführer Jan Effinger hat die Klasse vor der Fahrt besucht: „Viele Jugendliche in dem Alter wissen nicht, was es bedeutet, wenn zum Beispiel ein Verwandter im Krieg umkommt – es gibt immer noch Millionen vermisster Soldaten aus beiden Weltkriegen.“

Die Begegnungsstätte in Belgien wolle zum einen mahnen und zum anderen deutlich machen, wie wichtig es sei, sich für den Frieden einzusetzen. Schulleiter Rainer Griebel ergänzt: „Frieden ist sehr fragil und ein sehr hohes Gut. Diese Reise soll unsere Schüler dazu ermutigen, Konflikte friedlich zu lösen.“

Vor Ort stehe zunächst eine Führung über den riesigen Soldatenfriedhof auf dem Programm, so Ackenhausen. Außerdem will die Pädagogin mit ihren Schülern die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Breendonk besuchen. „Natürlich wollen wir uns auch mit der Grabpflege beschäftigen, denn es geht ja darum, dieses Kriegs-Mahnmal zu erhalten.“ Eine ihrer Schülerinnen habe im vergangenen Jahr durch die Reise Verwandte wiedergefunden, freut sich die Lehrerin.

Das hofft auch der 16-jährige Dominique Kropp. „Meine Familie kommt aus Frankreich, und vielleicht finde ich ja auch jemanden.“ Seine Mitschülerin Jennyfer Bothmann liegt das Thema ebenfalls am Herzen: „Man muss sich damit auseinandersetzen. Wenn ich an den Besuch im Konzentrationslager denke, bekomme ich schon jetzt Gänsehaut.“ Wer möchte, kann der Klasse ein Gesteck für eines der Gräber mitgeben. „Im Reisebus ist genügend Platz dafür“, sagt Ackenhausen.

Kontakt zu der Schulklasse unter www.schule-am-schiffshebewerk.de oder unter Tel.: 0 41 36/91 290.