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Zu Halloween verwandelt René Ahrens seinen Garten in Artlenburg in einen Horror-Friedhof. Der keltische Kult liegt dem 41-Jährigen, der Besucher diesmal im Sensenmann-Kostüm 
erwartet. Foto: t&w
Zu Halloween verwandelt René Ahrens seinen Garten in Artlenburg in einen Horror-Friedhof. Der keltische Kult liegt dem 41-Jährigen, der Besucher diesmal im Sensenmann-Kostüm erwartet. Foto: t&w

Schaurig schimmert der Gruselgarten

emi Artlenburg. Nebel wabert zwischen hell schimmernden Grabsteinen, Bässe wummern, Türen knarzen und Totenschädel starren mit glühenden Augen in die Dunkelheit: Pünktlich zu Halloween hat René Ahrens seinen Garten in einen gruseligen Friedhof verwandelt. Seit vier Jahren schmückt der Zimmermann, im Nebenberuf Licht- und Discjockey, sein Artlenburger Grundstück mit schaurigen Deko-Artikeln – und seine Familie hilft tatkräftig mit. Vom fünfjährigen Sohn Marlon bis zur 75-jährigen Mutter Helga.

Angefangen hat alles ganz klein im Jahr 2009, erzählt René Ahrens. „Damals habe ich einen Sarg gebaut und mir eine Maske im Internet bestellt, mit der ich die Leute erschrecken wollte.“ Nach und nach seien dann immer mehr Ideen dazugekommen. Die Aktionen wurden größer, die Vorbereitungen aufwendiger.

Etwa eine Woche vor Halloween beginnt für den 41-Jährigen die heiße Phase: Dann sägt er etwa Grabsteine aus Styropor aus und sucht nach Kostümen und Schauermusik. Die Dekorationsartikel sammelt er schon früher: Das meiste kauft er im Großhandel oder bestellt im Internet, Einzelstücke leiht er sich auch schon mal aus. Rund 200 bis 300 Euro kostet ihn das Gruselvergnügen pro Jahr, technisches Equipment wie Musikanlage, Stroboskop und Nebelmaschine nicht eingerechnet. Als Licht- und Discjockey hat er das ohnehin zu Hause.

Bei aller Liebe zum düsteren Detail betont Ahrens: „Ich bin kein Fanatiker.“ Er sei einfach „ein Partymensch mit Ideen“. Halloween ist für den Familienvater nur einer von vielen Anlässen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Ob Geburtstagsfeiern, Mottopartys oder Fasching: „Mir rattert es im Kopf. Ich liebe das spontan Spaßige.“

Auch René Ahrens Mutter Helga ist nach eigener Aussage „für jeden Blödsinn zu haben“. Sie unterstützt die Halloween-Aktion und packt Päckchen voller Schoko und Gummibärchen für die Kinder, die wohl auch heute wieder in Scharen vor der Haustür stehen werden. 50 Tüten hat sie vorbereitet: Die 75-Jährige hat im vergangenen Jahr genau Liste geführt, wie viele Jungen und Mädchen gekommen sind, und achtet darauf, dass sich kein Kind zweimal Süßigkeiten abholt.

Längst ist der Gruselgarten nicht mehr nur bei den Kleinen beliebt. Er hat sich fast schon zur Dorfattraktion entwickelt. „Der Bus fährt langsamer am Haus vorbei und wildfremde Leute sprechen uns im Vorfeld an, ob wir wieder eine coole Aktion geplant haben“, erzählt René Ahrens grinsend.

Allerdings gibt es auch negative Reaktionen. „Im vergangenen Jahr haben sich ein paar ältere Leute über die Grabplatten und abgetrennten Gliedmaßen beklagt. Deshalb sind es diesmal weniger.“ Probleme mit den Nachbarn habe es dagegen noch nie gegeben. „Um spätestens 22 Uhr wird der Stecker gezogen“ – im eigenen Sinne. Denn wenn der ganze Spuk vorbei ist, muss die Familie aufräumen. Dann hat René Ahrens wieder ein Jahr Zeit für neue Ideen. Wahrscheinlich rattert es ihm aber schon vorher im Kopf: Weihnachten steht ja praktisch vor der Tür.

Im LZplay-Video sehen Sie, wie René Ahrens sein Heim und Garten auf das Gruselspektakel vorbereitet: