Dienstag , 27. September 2016
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Wenn es nach den Scharnebecker Gemeindevertretern, Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann (l.) und Dr. Claus-Jürgen von Grage, ginge, stünde auf dieser Wiese an der Kreisstraße längst ein Buswartehäuschen. Foto: t&w
Wenn es nach den Scharnebecker Gemeindevertretern, Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann (l.) und Dr. Claus-Jürgen von Grage, ginge, stünde auf dieser Wiese an der Kreisstraße längst ein Buswartehäuschen. Foto: t&w

Warten auf das Bushäuschen

emi Lentenau. Die Maßnahme ist bereits im vergangenen Jahr mit 10000 Euro in den Haushalt aufgenommen worden, das Modell ausgesucht, der Hausbesitzer einverstanden. Das sagt Dr. Claus-Jürgen von Grabe. Doch noch immer ist von einem Buswartehäuschen an der Kreisstraße K28 im Ort Lentenau weit und breit nichts zu sehen. Der Verwaltungsvertreter der Gemeinde Scharnebeck sagt: „Ich dachte, wir hätten das im Mai/Juni 2013 fertig. Doch die Realisierung ist problematischer als wir uns das vorgestellt haben.“ Fahrgäste der Linien 5120 und 5925 darunter viele Grundschüler und Rentner – werden noch bis mindestens Mitte Februar buchstäblich im Regen stehen.

Was ist so kompliziert daran, ein einfaches Buswartehäuschen aufzustellen? Die Gemeinde würde den Unterstand gern westlich der K28 bauen, also aus Richtung Scharnebeck kommend auf der rechten Straßenseite. „Denn nur dort besitzen wir eine Fläche, die außerdem noch gut geeignet wäre“, berichtet von Grabe. Allerdings dürfen Schüler, die nach Scharnebeck müssen, bislang aus versicherungstechnischen Gründen nur auf der östlichen Straßenseite einsteigen. Würde das Bushäuschen auf der favorisierten Westseite gebaut, könnte das möglicherweise fatale Folgen für fünf bis sechs dort wartende Grundschulkinder haben.

„Der Bus kommt aus Richtung Scharnebeck, fährt in Lentenau an den Schülern vorbei nach Nutzfelde und wendet dort“, erklärt von Grabe. „Wenn die Kinder den Bus zurückkommen sehen, müssen sie die Kreisstraße überqueren, weil sie ja nur auf der gegenüberliegenden Seite einsteigen dürfen.“ Eine Gefährdung vor allem für jüngere Kinder befürchtet nicht nur die Polizei. „Im Ort herrscht eigentlich Tempo 50. Aber viele fahren hier schneller“, sagt der Verwaltungsvertreter. „Ich tue mich schwer, das Bushäuschen einfach auf der westlichen Seite aufzustellen. Am Ende rennt noch ein Kind vors Auto.“ Polizeisprecher Kai Richter ist mit dem speziellen Fall nicht vertraut, sieht aber „grundsätzlich Gefährdungspotenzial“. Er betont: „Die Polizei weist Kommunen im Rahmen der Verkehrsunfallkommission auf Gefahren hin. Wenn ein Verstoß gegen geltendes Recht vorliegt, darf nicht gebaut werden.“

Claus-Jürgen von Grabe und der Bürgermeister der Gemeinde Scharnebeck, Dr. Dieter Heidelmann, haben deshalb bereits darüber nachgedacht, das Bushäuschen auf der Ostseite der Kreisstraße aufstellen zu lassen. Aber auch dagegen spricht laut von Grabe einiges: „Dann wären die Rentner, die nach Lüneburg fahren, benachteiligt. Außerdem gehört uns dort das Grundstück nicht. Das Häuschen müsste an einer Böschung gebaut werden und wäre auch noch zur Wetterseite offen.“

Eine mögliche Lösung: Die Kinder müssten künftig an der Westseite einsteigen dürfen. Dann könnte der Unterstand an der bevorzugten Stelle gebaut werden und die Kinder müssten nicht die Kreisstaße überqueren. Hartmut Müller, Betriebsleiter der Kraftverkehr GmbH (KVG) Stade, verweist diesbezüglich auf den Landkreis: „Wenn der das genehmigt, würden wir auch auf der Westseite anhalten.“ Kreissprecherin Frauke Noweck will dazu vorerst noch nicht Stellung beziehen: „In Kürze soll eine Gesprächsrunde stattfinden. Dann werden wir erörtern, was möglich ist.“

Mitte Februar wollen sich Vertreter von Gemeinde, Landkreis, Polizei und KVG treffen, um das Thema zu besprechen. Bis dahin heißt es für die Fahrgäste weiterhin: Warten aufs Bushäuschen und zwar bei Wind und Wetter.