Aktuell
Home | Lokales | Scharnebeck | Lehrer lernen im Kuhstall
Ramona Blecken erklärt angehenden Landwirten, wie eine Kuh tickt. Eine Einblick in die Ausbildung erhalten nun auch Schüler und Lehrer. Foto: A
Ramona Blecken erklärt angehenden Landwirten, wie eine Kuh tickt. Eine Einblick in die Ausbildung erhalten nun auch Schüler und Lehrer. Foto: A

Lehrer lernen im Kuhstall

off Echem. Das Problem ist alt, der Ansatz neu. Um dem Fachkräftemangel in der grünen Branche zu begegnen, starten das Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) Echem und das Umweltbildungszentrum Lüneburg (SCHUBZ) ein neues Projekt. Für Schüler und für Lehrer. Unter dem Titel „Grüne Berufe“ lernen am Montag, 3. Februar, beide Parteien, dass Milchbauern mehr können müssen, als Kühe melken. Und dass Hauswirtschaft mehr bedeutet, als Kochen. Hoffnung der Veranstalter: Schüler entdecken ihre Lust an Landwirtschaft. Und Lehrer die Perspektiven der grünen Branche.

„Nicht nur Schülern, auch vielen Lehrern fehlt das Wissen über die Arbeit in der Landwirtschaft“, sagt LBZ-Leiterin Martina Wojahn. „Deshalb laden wir am 3. Februar zum ersten Mal auch Lehrer ein.“ Gerichtet ist das Angebot an die für Berufsfindung zuständigen Lehrkräfte. Von 9 bis 15 Uhr erhalten sie einen Einblick in die Vielfalt der grünen Berufe und lernen das Berufsinformationsprojekt für Schüler am LBZ kennen. In den Schulen, so hofft Wojahn, geben sie ihr Wissen an die Schüler weiter, „oder nehmen mit ihrer Klasse selbst am Projekt teil“.

„Grüne Berufe“ für Schüler ist am LBZ nicht neu, das SCHUBZ bietet die Aktion im Rahmen des EU-Projekts „Transparenz schaffen“ seit Jahren an. „Allerdings in viel kleinerer Form“, sagt Leiter Frank Corleis. Dank Unterstützung des „Vereins Ehemaliger und Förderer Echem“ ist das Projekt nun ausgeweitet geworden.

Das Konzept: „Die Schüler erleben die Situationen, die ihnen auch in der Ausbildung begegnen könnten“, sagt Martina Wojahn. Das heißt: Wer sich für Hauswirtschaft interessiert, muss Seminarverpflegung zubereiten. Wer sich für Landwirtschaft entscheidet, muss Kälber aufhalftern, Kühe füttern, Liegeboxen pflegen.

Doch mit der praktischen Arbeit ist es nicht getan. „Die Schüler lernen auch, warum und wie etwas getan wird.“ Futterrationen berechnen, Liegebedürfnisse der Kühe kennen lernen, Gewichtszunahmekurven bei Kälbern verstehen. „All das muss ein Landwirt können“, sagt Wojahn, „und darauf bereiten wir die Schüler vor.“ Sie weiß: „Dieser Ansatz birgt das Risiko, dass Schüler sagen: Das geht gar nicht.“ Trotzdem ist die LBZ-Leiterin davon überzeugt, „denn nur so bekommen die Schüler ein realistisches Bild davon, was sie in der Landwirtschaft erwarten würde.“

Im Rahmen der Lehrerfortbildung wird unter anderem auch ein parallel laufendes Schülerprojekt begleitet, außerdem berichten die Auszubildenden des LBZ über ihre Arbeit, wird ein Überblick über die grünen Berufe vermittelt. „Am Ende wollen wir dann mit den Lehrern ins Gespräch kommen, Anregungen oder Optimierungsvorschläge aufnehmen“, sagt Martina Wojahn.

Ameldungen für Fortbildung oder Schülerprojekt beim SCHUBZ unter Telefon: 04131/9695270, E-Mail: info@schubz.de oder beim LBZ, Telefon: 04139/698118.