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Noch steht der Kiosk am Scharnebecker Schiffshebewerk, doch die Tage des in die Jahre gekommenen Gebäudes sind gezählt. Noch in diesem Monat soll es abgerissen werden. Foto: t&w
Noch steht der Kiosk am Scharnebecker Schiffshebewerk, doch die Tage des in die Jahre gekommenen Gebäudes sind gezählt. Noch in diesem Monat soll es abgerissen werden. Foto: t&w

Alter Kiosk muss Bistro weichen

off Scharnebeck. Die Pläne zur Neugestaltung des Scharnebecker Hebewerkumfelds schreiten weiter voran. Während die Politiker der Samtgemeinde am Mittwoch, 19. Februar, im Tourismusausschuss die Einrichtung einer Außenstelle für die Touristinformation in der Ausstellungshalle direkt am Hebewerk beraten, steht an der Adendorfer Straße der Abriss des Kiosk kurz bevor. Anstelle des alten und maroden Gebäudes soll ein neues Bistro mit 48 Sitzplätzen und Fotovoltaikanlage entstehen. Ob mit oder ohne öffentliche Toiletten, wird ebenfalls der Tourismusausschuss der Samtgemeinde Scharnebeck beraten.

Bauen wird das Bistro am Hebewerk Familie Engelien. Als Pächterin hat Stefanie Engelien den Kiosk der Gemeinde Scharnebeck bisher betrieben und schon seit längerem auf einen Neubau gedrängt. „Der Kiosk ist in die Jahre gekommen“, sagt Ehemann Hartwig Engelien. ,,Es gibt kein fließendes, heißes Wasser und keine Heizung.“ An einen ganzjährigen Betrieb war bisher nicht zu denken.

Nachdem die Neubaupläne der Gemeinde platzten, nahm die Familie die Sache schließlich selbst in die Hand. „Per Erbbaurecht haben wir uns mit der Gemeinde geeinigt“, so Engelien. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll der Neubau beginnen und das neue Bistro so schnell wie möglich eröffnen.

Beraten wird der Tourismus- ausschuss der Samtgemeinde nun, ob man das Angebot der Engeliens annimmt und an den Neubau die lange geplanten öffentlichen Toiletten anbaut. 130000 Euro sind dafür in den Haushalt bereits eingestellt. Fraglich ist aber, ob sich dafür eine politische Mehrheit findet. Schon während der jüngsten Ratssitzungen gab es aus den Reihen der CDU Kritik an dem Vorhaben. Tenor: Warum baut die Samtgemeinde auf dem Gelände der Gemeinde Scharnebeck öffentliche Toiletten?

Die Alternative: Die Samtgemeinde baut öffentliche Toiletten in einem Zug mit einer eigenen Touristinformation. Bisher fehlt dafür allerdings das passende Grundstück, ein Baubeginn ist vorerst nicht in Sicht. Bis es soweit ist, könnte die Samtgemeinde eine Touristinformation in der Ausstellungshalle des Schiffshebewerks bauen. Ein entsprechendes Angebot der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung liegt vor.

„Während der Saison könnten wir uns an einem Tresen in der Ausstellungshalle präsentieren“, berichtet Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn. Entsprechendes Personal würde die Samtgemeinde einstellen. Dafür sind im jüngst verabschiedeten Haushalt 2014 insgesamt 40000 Euro an Personal- und Sachaufwendungen eingestellt. Sollte die Politik grünes Licht geben, „könnten wir bestenfalls zum Saisonbeginn Anfang April starten“, so Gerstenkorn.

Wie es mit den Plänen für die Einrichtung einer eigenen Touristinformation weitergeht, ist derzeit noch offen. Wie berichtet, liebäugelt Gerstenkorn mit dem Gelände des ehemaligen ,,Italieners“ an der Kreisstraße Richtung Echem. Erst vor einigen Wochen hat der Eigentümer des Grundstücks das Gebäude abreißen lassen, konkrete Pläne für die Nachnutzung gab es zu dem Zeitpunkt nicht. Gerstenkorns Hoffnung: Bei einem Neubau könnte die Samtgemeinde miteinsteigen. „Sollte das definitiv nichts werden, müssen wir auf ein anderes Grundstück ausweichen.“

Die Sitzung des Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturausschusses in der Domäne Scharnebeck beginnt um 19 Uhr. Die Touristinformation und der Bau einer öffentlichen WC-Anlage am Kiosk-Neubau sind die zentralen Themen.