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14 Leseratten aus Stadt und Kreis Lüneburg nahmen am Vorlesewettbewerb in der Scharnebecker Kreisbibliothek teil. Sie waren vorher schon Klassen- und Schulsieger geworden. Beim Kreisentscheid hatte Juna Robin Zakowitz (vorn, Mitte) die Nase vorn. Foto: t&w
14 Leseratten aus Stadt und Kreis Lüneburg nahmen am Vorlesewettbewerb in der Scharnebecker Kreisbibliothek teil. Sie waren vorher schon Klassen- und Schulsieger geworden. Beim Kreisentscheid hatte Juna Robin Zakowitz (vorn, Mitte) die Nase vorn. Foto: t&w

Leselust liegt in der Luft

emi Scharnebeck. Juna Robin Zakowitz wollte gar nicht mehr aufhören zu lächeln. Die 12-Jährige hat die Jury am Dienstagnachmittag beim Vorlesewettbewerb in einer „ganz schwierigen und sehr knappen“ Entscheidung überzeugt. Beim Kreisentscheid in der Scharnebecker Kreisbibliothek setzte sich die Wilhelm-Raabe-Schülerin gegen 13 Mitbewerber aus Stadt und Kreis Lüneburg durch. Letztlich waren aber alle Gewinner: Alle Teilnehmer erhielten eine Urkunde, einen Buchpreis und viel Anerkennung.

Pia Herkt ist als Letzte dran. Während sie liest, herrscht aufmerksames Schweigen im Publikum. Jetzt könnte man eine Stecknadel fallen hören. Schließlich klappt die Schülerin der Oberschule Scharnebeck entschlossen das Buch zu. Die Sechstklässler haben ihre Aufgabe erledigt. Nun heißt es für sie, ihre Eltern und Geschwister: abwarten und Daumen drücken.

Um 16.40 Uhr ziehen sich die fünf Jurymitglieder zur Beratung zurück. Während Martina Schürmann (Büchereizentrale Niedersachsen in Lüneburg), Gaby Naß (Buchhandlung Hohmann in Scharnebeck), Andrea Wrobel (Fachdienst Schule und Kultur beim Landkreis Lüneburg), Anke Gerstenkorn (Leiterin der Stabsstelle Regionalentwicklung im Ratsbüro der Samtgemeinde Scharnebeck) und Emma Oertel (Teilnehmerin beim Kreisentscheid 2013) miteinander tuscheln, stehen die Leserinnen und Leser in kleinen Grüppchen zusammen und unterhalten sich. Die Spannung steigt mit jeder Minute. Wer wird wohl Kreissieger?

„Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gesteht Jakob Salfner während der Pause. Der Schüler vom Gymnasium Oedeme liest am liebsten Fantasy-Bücher. „Lesen macht Spaß, dabei kann man in andere Welten abtauchen.“ Charlotte Steinhauer vom Gymnasium Bleckede hat unterdessen „ein ganz gutes Gefühl“. Als sie noch zwischen den Zuschauern gesessen habe, sei sie kaum aufgeregt gewesen. „Aber als ich dann nach vorn musste, schon“, berichtet sie.

Alle Teilnehmer durften zuerst eine vorbereitete Stelle aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen. Anschließend wartete ein unbekannter Text, diesmal: „Der Prinz und der Bottelknabe“ von Kirsten Boie. Die Jury achtete unter anderem auf Lesefluss, -geschwindigkeit, Textgestaltung und -verständnis. Eine schwierige Aufgabe, die alle Teilnehmer meisterten.

Am Ende hatte Juna Robin Zakowitz knapp die Nase vorn. „Ich war den ganzen Tag aufgeregt“, verriet sie hinterher, „und habe mich bei den Dreharbeiten zu ,Die Krone von Arkus abgelenkt“. Doch schon beim Lesen des ersten Satzes aus ihrem selbst gewählten Buch „Rubinrot Liebe geht durch alle Zeiten“ von Kerstin Gier sei die Nervosität verflogen. Nun hofft die 12-Jährige, in der nächsten Runde, beim Bezirksentscheid, eine ähnlich gute Figur zu machen.

Der bundesweite Vorlesewettbewerb wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet.

Ziel ist es, öffentliche Aufmerksamkeit für das Kulturgut Buch zu erregen, Leselust zu wecken und die Lesekompetenz von Kindern zu fördern. Auch in diesem Jahr haben sich hunderttausende lesebegeisterte Schüler der 6. Klassen am Lesewettstreit beteiligt. In über 7200 Schulen wurden im vergangenen Herbst die besten Vorleserinnen und Vorleser gekürt.

Das Bundesfinale findet im Juli 2014 statt vielleicht ja sogar mit einer lächelnden Lüneburger Siegerin.