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Mit einer kleinen Bootsparade vor der Lauenburger Altstadtkulisse startete die Schnelle Einsatzgruppe der DLRG in den Frühling.
Mit einer kleinen Bootsparade vor der Lauenburger Altstadtkulisse startete die Schnelle Einsatzgruppe der DLRG in den Frühling.

„Anbooten“ auf der Elbe

kre Hohnstorf/Elbe. Keine Frage, Wasser ist ihr Element! „Acht bis zehn Grad“, schätzt Michael Düker die Temperatur der Elbe am Mittwochabend. Also noch nicht wirklich die Temperatur, um die Badehose anzuziehen. Dem Chef der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) der DLRG ist die Vorfreude trotzdem deutlich anzumerken. Denn in wenigen Minuten geht es zwar noch nicht in, aber raus auf die Elbe. Die DLRG-Rettungsschwimmer der SEG eröffnen mit ihren Booten die Saison 2014. „Anbooten“ nennen die Wasserretter die Aktion. Und Düker hat für die aktive Truppe auch gleich noch eine kleine Überraschung parat: „Die Kameraden dürfen heute auch gleich das Schleusen üben im Elbe-Lübeck-Kanal.“ Eckhard Menzel ist nicht der Einzige, der sich auf die bevorstehende Übung freut: „Es ist schön, wieder draußen zu sein und zu sehen, dass alle Boote intakt sind, die Motoren und Maschinen alle einwandfrei laufen“, sagt der 55-jährige DRLG-Verbandsführer.

25 Mitglieder zählt die Schnelle Einsatzgruppe. Sie kommen aus den DLRG-Ortsgruppen Lüneburg, Adendorf/Scharnebeck, Bardowick und Lopautal. „Und seit Neuestem werden wir auch von den Helfern aus den DLRG-Ortsgruppen Dahlenburg und Alt Garge unterstützt“, berichtet Michael Düker.

Und während der SEG-Chef der Presse noch Auskunft gibt, treffen immer mehr DLRG-Fahrzeuge in Hohnstorf ein, werden die Boote zu Wasser gelassen, Rettungswesten angelegt, der Funk überprüft und Kontakt zu Torben Gedrath und Mike Schalinski im Einsatzleitwagen aufgenommen. Das Führungsfahrzeug ist der ganze Stolz der DLRG-Retter, nagelneu, geräumig und ausgestattet mit modernster Technik. „Selbst eine Klimaanlage fehlt nicht“, stellen Gedrath und Schalinski zufrieden fest. Denn dieser „Luxus“ ist längst nicht auf jedem Fahrzeug vorhanden. „Wir haben Autos, die sind zum Teil schon 40 Jahre alt“, sagt Düker und fügt schmunzelnd hinzu: „Technisch sind die aber alle in einwandfreiem Zustand!“

Die Rettungsschwimmer sind eine unverzichtbare Organisation im Katastrophenschutz und Rettungsdienst des Landkreises. Und die Männer und Frauen der DLRG haben in der Vergangenheit schon vielfach ihr Können unter Beweis stellen müssen, um Leben und um Sachwerte zu retten: Zuletzt 2013 bei der Hochwasserflut an der Elbe und beim Großfeuer am Stint und bei diversen Wachdiensten.

„Alleine beim Elbehochwasser waren wir im vergangenen Jahr elf Tage ununterbrochen im Einsatz, in Neuhaus, in Tripkau, Darchau und Bleckede“, listet Düker auf. „In Tripkau haben wir unter anderem selbstständig einen drei Kilometer langen Deich aufgekatet.“

Dieses Engagement ist umso bemerkenswerter, da sich die Helfer ausnahmslos ehrenamtlich in der DLRG engagieren, ihre persönliche Ausrüstung bislang sogar aus eigener Tasche bezahlen mussten. „Wir sind trotzdem eine leistungsstarke Truppe mit einem hohen Ausbildungsstand“, lobt der SEG-Chef, der im Hauptberuf Polizeibeamter ist, seine Kameraden. In der Tat reicht das Spektrum der Retter von der Tauchergruppe über Rettungschwimmer und Rettungssanitäter bis hin zu Technikern, Boots- und Fahrzeugführern.