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Im Nachbarkreis Harburg sind Krippen und Kitas bereits in Modulbauweise erweitert worden. Derzeit laufen die Arbeiten am DRK-Kindergarten im Winsener Ortsteil Stöckte.
Im Nachbarkreis Harburg sind Krippen und Kitas bereits in Modulbauweise erweitert worden. Derzeit laufen die Arbeiten am DRK-Kindergarten im Winsener Ortsteil Stöckte.

Krippenbau im Schnellverfahren

jk Scharnebeck. Weil die Gemeinde Scharnebeck eine zeitnahe Lösung zur Erweiterung der Krippe braucht und gleichzeitig die Kosten so gering wie möglich halten will, machte Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann (SPD) dem Rat in seiner jüngsten Sitzung in der Gemeindeverwaltung einen Vorschlag, den kaum jemand ablehnen konnte. Statt eines Neubaus im klassischen Stil für geschätzte 420000 Euro oder eines provisorischen Containers, bei dem es häufig Probleme mit der Raumluft geben soll, empfahl er eine Lösung, die beispielsweise in Stöckte, im Landkreis Harburg, gerade realisiert wird.

Das Ganze sieht einem Container zwar ziemlich ähnlich, nennt sich aber „Modulbauweise“ und kommt auch bedeutend edler daher. Außen aus Holz, innen hell und geräumig, bietet das Modul den Kindern samt Betreuerinnen rund 53 Quadratmeter Platz zum Spielen, Essen und Lernen sowie weitere etwa 26 Quadratmeter für den Mittagsschlaf. Hinzu kommen ein separater Eingangsbereich, Sanitärräume und ein Kinderwagenlager mit insgesamt rund 36 Quadratmetern.

Das neue „Reich“ für maximal 30 kleine Scharnebecker ist für etwa 27000 Euro zu haben, kann, aufgrund der Fertigbauweise, innerhalb eines Monats aufgestellt und jederzeit auch wieder an einen anderen Ort versetzt werden. Hinzu kommen die Kosten für sämtliche Ver- und Entsorgungsanschlüsse, wie Wasser, Gas und Strom sowie die ansprechende Gestaltung der Grünflächen rings um das Modul. Außerdem ist dann noch der Architekt Gunnar Westphal aus Winsen zu bezahlen und damit kommen auf die Gemeinde Scharnebeck insgesamt 215390 Euro Baukosten zu. „Aber: 2014 wird der Krippenneubau vom Landkreis noch bezuschusst. Im nächsten Jahr gibts nichts mehr“, fand Heidelmann weitere Argumente für die Modulbauweise zum jetzigen Zeitpunkt. Und nicht zuletzt könnten so die erforderlichen neuen Räume rechtzeitig zum Beginn des Kindergartenjahres im August bereit gestellt werden, fügte er hinzu. Dem verschloss sich keiner der 15 Ratsmitglieder. Nur Hans-Georg Führinger (CDU) monierte das Prozedere: Er habe zwar nichts gegen die Modulbauweise und die zügige Erweiterung der Krippe. Allerdings störe es ihn, dass das Vorhaben nicht öffentlich ausgeschrieben worden ist, wie es üblich sei. Er sah das örtliche Handwerk benachteiligt und enthielt sich letztlich bei dem Projekt.