Aktuell
Home | Lokales | Scharnebeck | Behörde ordnet Fähnchenparade an
Dutzende Holzlatten mit rot-weißen Flatterbändern stehen seit kurzem auf einem Acker an der Kreisstraße zwischen Scharnebeck und Echem. Was es mit ihnen auf sich hat, gab etlichen Autofahrern Rätsel auf. Jetzt lüften die Straßenbauer das Geheimnis: Sie sollen Vögel daran hindern, sich niederzulassen und zu brüten.
Dutzende Holzlatten mit rot-weißen Flatterbändern stehen seit kurzem auf einem Acker an der Kreisstraße zwischen Scharnebeck und Echem. Was es mit ihnen auf sich hat, gab etlichen Autofahrern Rätsel auf. Jetzt lüften die Straßenbauer das Geheimnis: Sie sollen Vögel daran hindern, sich niederzulassen und zu brüten.

Behörde ordnet Fähnchenparade an

off Echem. Sie stehen zu Dutzenden auf einer Wiese zwischen Echem und Scharnebeck und sorgen in den umliegenden Dörfern für Rätselraten: Fähnchen, gebastelt aus Holzlatten und rot-weißem Absperrband. Theorien über ihren Zweck gab es bereits einige, Markierungen für besondere Pflanzen, Vogelschutz für frisch Gesätes, eine verrückte Kunstaktion. Tatsächlich sind die Fähnchen behördlich angeordnet, als Vergrämung für brutwillige Vögel. Denn spätestens im Sommer soll die Neetzebrücke erneuert, zuvor eine Behelfsquerung gebaut werden. Nach dem Naturschutzgesetz verboten, wenn sich das Baufeld in eine Kinderstube für Vögel verwandelt hat.

Mehr als eine Million Euro soll in den Neubau der maroden Brücke an der Kreisstraße 53 fließen, „Mitte Mai ist der Submissionstermin, und der Auftrag wird vergeben“, sagt Jens-Michael Seegers, Leiter des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau- und Unterhaltung. Eine Auflage, die den Straßenbauern von der unteren Naturschutzbehörde im Landschaftspflegerischen Begleitplan mit auf den Weg gegeben wurde: Sie müssen die Brutvögel davon abhalten, sich dort niederzulassen, wo in wenigen Monaten gebaut wird. „Geschützt werden sollen Wiesenbrüter, insbesondere Kiebitze“, sagt Kreissprecherin Frauke Noweck.

Früher stellten Gartenbesitzer und Landwirte Vogelscheuchen auf, um ihre Ernte zu schützen. Doch lange lassen sich die Tiere von den bewegungslosen Gesellen nicht schrecken. Als effektiveres Mittel haben sich heute die Flatterbänder durchgesetzt, „kleiner Materialaufwand mit großer Wirkung“, sagt Noweck. Stehen bleibt die Fähnchenparade noch bis zu Beginn der Baumaßnahme.