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Der Hubschrauber kehrt von seinem Sprüh-Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner zurück. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft wird ihn gleich zum wiederholten Mal mit Dimilin-Wasser-Gemisch betanken. Foto: be
Der Hubschrauber kehrt von seinem Sprüh-Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner zurück. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft wird ihn gleich zum wiederholten Mal mit Dimilin-Wasser-Gemisch betanken. Foto: be

Sprühattacke gegen Schädling +++ Mit LZplay-Video

emi Boltersen. Der gelbe Hubschrauber taucht über den Baumwipfeln auf, dreht eine Pirouette und landet mit ohrenbetäubendem Krach auf einer Wiese bei Boltersen. Aus der Luft ist am Mittwoch ein Pilot auf Weisung des Landkreises Lüneburg dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe gerückt. Der Helikopter brachte den Häutungshemmer Dimilin über Baumkronen an vielbefahrenen Straßen und Radwegen in touristisch bedeutenden Gebieten aus. Das Fraßgift setzt sich auf Blätter, wird vom Eichenprozessionsspinner gefressen und soll so verhindern, dass dieser sich ins dritte Larvenstadium begibt, in dem er seine Brennhaare ausbildet. Denn die winzigen Raupenhärchen können beim Menschen lebensgefährliche Gesundheitsschäden hervorrufen. Der Kontakt führt zu akuten Symptomen an Haut, Augen und Atemwegen bis hin zum allergischen Schock.

Bereits im vergangenen Jahr bekämpfte der Kreis den Schädling deshalb vorbeugend vom Boden und aus der Luft offenbar mit Erfolg: „Uns haben im Vergleich zum Vorjahr weitaus weniger Beschwerden erreicht und es gibt wesentlich weniger Erkrankungen“, berichtet Carsten Schigulski, Einsatzleiter des Kreises Lüneburg.

In diesem Jahr ging es dem Eichenprozessionsspinner bereits am vergangenen Montag im Ostkreis an den Kragen. Vom Landeplatz Harmstorf startete der Helikopter zu Zielen rund um Dahlenburg, Neuhaus und Bleckede. Gestern waren dann Bereiche im Bereich rund um Scharnebeck, Thomasburg und Barendorf dran. Schigulski beruhigt: „Das Gift, das wir aussprühen, ist für den Menschen nicht gefährlich.“

Die betreffenden Strecken werden in der Zeit des Einsatzes für den Verkehr gesperrt. Das Absperren übernehmen insgesamt etwa 60 bis 100 Feuerwehrkameraden vor Ort. Welcher Weg wann und wie lange gesperrt werden muss, koordinieren Hans-Jürgen Soltau und Hermann Kröger von der Freiwilligen Feuerwehr Brietlingen per Funk aus dem Einsatzleitwagen am Landeplatz in Boltersen.

Insgesamt 12 Mal hebt der Hubschrauber gestern von diesem Standort ab bei bestem Flugwetter mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Etwa alle 15 Minuten muss der Helikopter zum Landeplatz zurückkehren und neu betankt werden. Die zu besprühenden Strecken sind so berechnet, dass der Hubschrauber mit einer Tankfüllung von 650 Litern Dimilin-Wasser-Gemisch die betroffenen Flächen exakt abfliegen kann, weder zu viel noch zu wenig Mittel dabeihat.

Der Sprüh-Einsatz aus der Luft ist abgeschlossen, in Ortslagen geht die Aktion gegen den Schädling bis Mitte Mai weiter. Ab heute ist die Maßnahme in der Samtgemeinde Dahlenburg vorgesehen, danach sollen die Samtgemeinden Ostheide und Scharnebeck folgen.

Die konkreten Termine und alle Informationen rund um den Eichenprozessionsspinner werden im Internet unter www.lueneburg.de/eichenprozessionsspinner bekannt gegeben. Betroffene erreichen das Gesundheitsamt des Landkreises unter Tel. 04131/261500 oder per E-Mail an gesundheitsamt@landkreis.lueneburg.de